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Der Dietary Inflammatory Index (DII) bewertet, wie stark eine Ernährung Entzündungsprozesse im Körper fördert oder hemmt. Er hilft, ernährungsbedingte Entzündungsrisiken einzuschätzen.
Der Dietary Inflammatory Index (DII) bewertet, wie stark eine Ernährung Entzündungsprozesse im Körper fördert oder hemmt. Er hilft, ernährungsbedingte Entzündungsrisiken einzuschätzen.
Der Dietary Inflammatory Index (DII) ist ein wissenschaftlich entwickeltes Bewertungssystem, das den Einfluss der persönlichen Ernährung auf Entzündungsprozesse im menschlichen Körper quantifiziert. Er wurde 2014 von Shivappa et al. entwickelt und basiert auf einer umfassenden Auswertung von über 1.900 wissenschaftlichen Publikationen. Der DII weist jedem Nahrungsbestandteil einen Wert zu, der angibt, ob dieser Bestandteil entzündungsfördernd (pro-inflammatorisch) oder entzündungshemmend (anti-inflammatorisch) wirkt.
Ein hoher positiver DII-Wert weist auf eine eher entzündungsfördernde Ernährung hin, während ein negativer Wert auf eine entzündungshemmende Ernährung hindeutet. Chronische Entzündungen gelten als Mitursache vieler weit verbreiteter Erkrankungen, weshalb der DII in der präventiven Medizin und Ernährungswissenschaft große Bedeutung erlangt hat.
Chronische, niedriggradige Entzündungen (englisch: low-grade inflammation) sind mit einer Vielzahl von Zivilisationskrankheiten assoziiert, darunter Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Typ-2-Diabetes, bestimmte Krebserkrankungen und Stoffwechselstörungen. Die Ernährung gilt als einer der wichtigsten beeinflussbaren Faktoren für das Entzündungsniveau im Körper.
Der DII wurde entwickelt, um diesen Zusammenhang messbar zu machen und individuelle Ernährungsweisen hinsichtlich ihres Entzündungspotenzials einzuordnen. Das Instrument ermöglicht es Forschern und Kliniker:innen, die Ernährungsqualität im Hinblick auf Entzündungsmarker wie C-reaktives Protein (CRP), Interleukin-6 (IL-6) und den Tumornekrosefaktor-alpha (TNF-α) zu bewerten.
Die Berechnung des DII erfolgt auf Basis von Ernährungserhebungen, zum Beispiel durch 24-Stunden-Ernährungsprotokolle oder validierte Ernährungsfrequenzfragebögen. Dabei werden bis zu 45 Nahrungsparameter berücksichtigt, darunter:
Jedem Parameter wird ein gewichteter Entzündungsscore zugeordnet. Die Summe aller gewichteten Einzelwerte ergibt den gesamten DII-Score der jeweiligen Person.
Zahlreiche epidemiologische Studien haben den DII mit verschiedenen Gesundheitsoutcomes verknüpft. Ein hoher (pro-inflammatorischer) DII-Wert wurde mit einem erhöhten Risiko für folgende Erkrankungen in Verbindung gebracht:
Der DII wird hauptsächlich in der Forschung eingesetzt, gewinnt aber auch in der klinischen Ernährungsberatung zunehmend an Bedeutung. Ärzt:innen und Diätolog:innen können den DII nutzen, um:
Eine mediterrane Ernährung, eine pflanzenbasierte Kost sowie die gezielte Aufnahme von entzündungshemmenden Nährstoffen gelten als effektive Strategien, um den DII-Wert zu senken.
Obwohl der DII ein wertvolles Werkzeug ist, weist er auch einige Einschränkungen auf:
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