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Distraktionsosteogenese ist ein chirurgisches Verfahren zur Knochenverlängerung oder -regeneration durch kontrollierten Zug auf neu gebildetes Knochengewebe.
Distraktionsosteogenese ist ein chirurgisches Verfahren zur Knochenverlängerung oder -regeneration durch kontrollierten Zug auf neu gebildetes Knochengewebe.
Die Distraktionsosteogenese (auch Kallusdistraktion genannt) ist ein biologisches Verfahren der rekonstruktiven Chirurgie, bei dem durch langsames, kontrolliertes Auseinanderziehen (Distrahieren) eines absichtlich durchtrennstes Knochens neues Knochengewebe gebildet wird. Das Prinzip beruht auf der natürlichen Fähigkeit des Körpers, Knochen zu regenerieren, wenn ein mechanischer Dehnungsreiz gesetzt wird. Die Methode findet Anwendung in der Orthopädie, Kieferchirurgie, plastischen Chirurgie und Traumatologie.
Das Verfahren wurde maßgeblich vom russischen Orthopäden Gavriil Ilizarov in den 1950er Jahren entwickelt und bekannt gemacht. Er beobachtete, dass langsame mechanische Spannung an einem frakturierten Knochen zur Bildung neuen Knochens führt. Dieses Prinzip wird bis heute weltweit angewendet und weiterentwickelt.
Zunächst wird der betroffene Knochen operativ durchtrennt (Osteotomie). Dabei wird das umgebende Weichgewebe und die Knochenhaut (Periost) so weit wie möglich geschont, da sie für die Knochenregeneration entscheidend sind.
Nach der Operation folgt eine Ruhephase von etwa 5 bis 7 Tagen, in der ein erster Kallus (Knochenröhrchen aus Bindegewebe) zwischen den Knochenfragmenten entsteht. Diese Phase nennt man Latenzphase.
Anschließend wird mit der eigentlichen Distraktion begonnen: Über einen externen Fixateur oder ein implantiertes Verlängerungsgerät werden die Knochenfragmente schrittweise auseinandergezogen – in der Regel um 0,25 mm viermal täglich (insgesamt etwa 1 mm pro Tag). Der entstehende Dehnungsreiz stimuliert die Bildung neuen Knochengewebes im sogenannten Regenerat.
Nach Erreichen der gewünschten Knochenlänge oder -form bleibt der Fixateur noch für mehrere Wochen bis Monate in Position, damit sich das neue Knochengewebe vollständig mineralisieren und verhärten kann (Konsolidierung).
Sobald das neue Knochensegment vollständig ausgereift ist, wird der Fixateur oder das implantierte Gerät entfernt.
Die Rehabilitationsphase ist ein wesentlicher Bestandteil des Behandlungserfolgs. Physiotherapie und regelmäßige radiologische Kontrollen (Röntgenaufnahmen) begleiten den gesamten Behandlungsprozess. Patienten müssen über Wochen oder Monate aktiv an Übungen teilnehmen, um Muskelkraft und Gelenkbeweglichkeit zu erhalten.
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