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Die Dysgnathiechirurgie korrigiert Fehlstellungen der Kiefer operativ. Sie verbessert Kauen, Sprechen und das ästhetische Erscheinungsbild nachhaltig.
Die Dysgnathiechirurgie korrigiert Fehlstellungen der Kiefer operativ. Sie verbessert Kauen, Sprechen und das ästhetische Erscheinungsbild nachhaltig.
Die Dysgnathiechirurgie ist ein Fachgebiet der Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie, das sich mit der operativen Korrektur von Kieferfehlstellungen (sogenannten Dysgnathien) beschäftigt. Unter einer Dysgnathie versteht man eine Fehlstellung eines oder beider Kiefer, die über das normale Maß hinausgeht und nicht allein durch kieferorthopädische Behandlung (Zahnspange) korrigiert werden kann. Die Eingriffe werden auch als orthognathe Chirurgie oder umgangssprachlich als Kieferoperation bezeichnet.
Kieferfehlstellungen können verschiedene Ursachen haben:
Eine Dysgnathieoperation ist indiziert, wenn Patienten unter funktionellen Einschränkungen wie Kauproblemen, Schluckbeschwerden, Schnarchen, Schlafapnoe oder Kiefergelenksbeschwerden leiden und wenn eine rein kieferorthopädische Behandlung nicht ausreicht.
Vor einem dysgnathiechirurgischen Eingriff erfolgt eine ausführliche Diagnostik:
Die Behandlung erfolgt in enger Zusammenarbeit zwischen Kieferorthopäden und Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgen. In der Regel wird vor der Operation eine kieferorthopädische Vorbehandlung durchgeführt, die ein bis zwei Jahre dauern kann.
Bei der Le-Fort-I-Osteotomie wird der gesamte Oberkiefer vom übrigen Gesichtsschädel getrennt und in die gewünschte Position verschoben. Der Eingriff ermöglicht eine Verlagerung des Oberkiefers nach vorn, hinten, oben oder unten sowie eine Rotation.
Die sagittale Spaltungsosteotomie (nach Obwegeser-Dal Pont) ist das Standardverfahren zur Korrektur von Unterkieferfehlstellungen. Der Unterkiefer wird beidseits durchtrennt und das Zahntragment in die geplante Position gebracht. Die Fixierung erfolgt mit Titanschrauben oder -platten.
Zusätzlich kann eine Genioplastik durchgeführt werden, bei der die Kinnspitze durch Durchtrennung des Knochens repositioniert wird, um das ästhetische Ergebnis zu optimieren.
Bei schweren oder kombinierten Fehlstellungen werden Ober- und Unterkiefer gleichzeitig operiert (bimaxilläre Operation), um ein optimales funktionelles und ästhetisches Ergebnis zu erzielen.
Die Dysgnathiechirurgie wird in Vollnarkose durchgeführt und erfordert in der Regel einen stationären Aufenthalt von drei bis fünf Tagen. In den ersten Wochen nach der Operation ist eine Schonkost (flüssige und weiche Speisen) erforderlich. Schwellungen und Taubheitsgefühle im Gesicht sind normal und klingen innerhalb von Wochen bis Monaten ab. Die kieferorthopädische Nachbehandlung dauert nach der Operation meist noch sechs bis zwölf Monate.
Die Dysgnathiechirurgie erzielt in den meisten Fällen sehr gute funktionelle und ästhetische Ergebnisse. Patienten berichten nach dem Eingriff häufig über eine deutliche Verbesserung der Kaufunktion, des Sprechens und der Lebensqualität. Die Ergebnisse sind bei korrekter Planung und Durchführung langfristig stabil.
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