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Dyskalkulie ist eine Rechenstörung, bei der Betroffene anhaltende Schwierigkeiten mit Zahlen und grundlegenden Rechenoperationen haben. Sie tritt unabhängig von Intelligenz oder Schulbildung auf.
Dyskalkulie ist eine Rechenstörung, bei der Betroffene anhaltende Schwierigkeiten mit Zahlen und grundlegenden Rechenoperationen haben. Sie tritt unabhängig von Intelligenz oder Schulbildung auf.
Dyskalkulie (auch Rechenschwäche oder Rechenstörung genannt) ist eine neurologisch bedingte Lernschwierigkeit, bei der Betroffene dauerhaft Probleme beim Verstehen und Verarbeiten von Zahlen sowie beim Durchführen grundlegender Rechenoperationen haben. Die Störung ist nicht auf mangelnde Intelligenz, unzureichende Beschulung oder fehlende Motivation zurückzuführen, sondern hat biologische Ursachen im Gehirn.
Dyskalkulie zählt zu den sogenannten umschriebenen Entwicklungsstörungen schulischer Fertigkeiten und ist in der Internationalen Klassifikation der Krankheiten (ICD-10, Code F81.2) als eigenständige Diagnose anerkannt. Sie betrifft schätzungsweise 3–7 % der Schulkinder und kann auch im Erwachsenenalter fortbestehen.
Die genauen Ursachen der Dyskalkulie sind noch nicht vollständig geklärt, es gibt jedoch mehrere gut belegte Faktoren:
Die Symptome der Dyskalkulie variieren je nach Alter und Schweregrad. Häufige Anzeichen sind:
Die Diagnose Dyskalkulie erfolgt durch eine umfassende Diagnostik, an der verschiedene Fachkräfte beteiligt sein können, darunter Kinder- und Jugendpsychiater, Schulpsychologen oder Neuropsychologen. Der Diagnoseprozess umfasst in der Regel:
Eine frühzeitige Diagnose ist entscheidend, um gezielte Fördermaßnahmen einleiten zu können und Sekundärprobleme wie Schulangst oder geringes Selbstwertgefühl zu vermeiden.
Es gibt keine medikamentöse Behandlung der Dyskalkulie. Die Therapie besteht aus gezielter pädagogischer und psychologischer Förderung:
Eine individuell abgestimmte Lerntherapie bei ausgebildeten Dyskalkulietherapeuten ist die wichtigste Maßnahme. Dabei werden grundlegende Zahlen- und Mengenkonzepte mit anschaulichen Materialien neu erarbeitet und gefestigt.
In vielen deutschen Bundesländern haben Kinder mit Dyskalkulie Anspruch auf Nachteilsausgleich (z. B. verlängerte Prüfungszeit, Taschenrechnererlaubnis) oder Notenschutz. Eltern sollten sich hierzu mit der Schule und dem zuständigen Schulamt beraten.
Da Dyskalkulie häufig mit Angst, Frustration und geringem Selbstvertrauen einhergeht, kann begleitende psychologische oder psychotherapeutische Unterstützung sehr hilfreich sein.
Es existieren verschiedene computergestützte Lernprogramme und Apps, die gezielt mathematische Grundkonzepte üben und durch spielerische Elemente die Motivation steigern können.
Dyskalkulie verschwindet in vielen Fällen nicht mit dem Ende der Schulzeit. Betroffene Erwachsene können Schwierigkeiten im Alltag haben, etwa beim Umgang mit Geld, beim Zeitmanagement oder bei beruflichen Aufgaben, die mathematisches Denken erfordern. Mit geeigneten Hilfsmitteln (z. B. Taschenrechner, Apps, Notizen) und einem bewussten Umgang mit der eigenen Stärke lässt sich der Alltag jedoch gut bewältigen.
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