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E235 Natamycin: Konservierungsstoff in Kaese

E235 (Natamycin) ist ein zugelassener Lebensmittelzusatzstoff mit antimykotischer Wirkung, der zur Oberflaechenbehandlung von Kaese und Wurstwaren eingesetzt wird.

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Wissenswertes über "E235"

E235 (Natamycin) ist ein zugelassener Lebensmittelzusatzstoff mit antimykotischer Wirkung, der zur Oberflaechenbehandlung von Kaese und Wurstwaren eingesetzt wird.

Was ist E235 (Natamycin)?

E235 ist die EU-Zulassungsnummer fuer Natamycin (auch bekannt als Pimaricin), ein natuerlich vorkommendes antimykotisches Mittel, das von dem Bodenbakterium Streptomyces natalensis produziert wird. Es gehoert zur Gruppe der Polyen-Antimykotika und wird in der Lebensmittelindustrie als Konservierungsstoff eingesetzt, um das Schimmelwachstum auf Lebensmitteloberflaechenoberflaechoberflaechen zu verhindern. Darueber hinaus findet Natamycin auch in der Medizin als Antimykotikum Verwendung.

Anwendung in der Lebensmittelindustrie

Gemaess der EU-Lebensmittelzusatzstoffverordnung (EG) Nr. 1333/2008 ist E235 ausschliesslich zur Oberflaechenbehandlung von bestimmten Lebensmitteln zugelassen. Es darf nicht ins Innere des Lebensmittels eindringen.

  • Hartkaese und halbfester Schnittkäse: Auftragen auf die Rinde zur Verhinderung von Schimmelbildung
  • Getrocknete und gereifte Wurstwaren: Behandlung der Aussenhuelle zum Schutz vor Schimmelpilzen
  • Kaeseschmelzprodukte: In bestimmten Laendern ausserhalb der EU ebenfalls zugelassen

Wirkmechanismus

Natamycin wirkt, indem es spezifisch an Ergosterol bindet, einen wesentlichen Bestandteil der Zellmembran von Pilzen. Diese Bindung stoert die Integritat der Pilzzellmembran, fuehrt zu einem unkontrollierten Ioneneinstrom und letztlich zum Absterben der Pilzzelle. Da tierische und menschliche Zellen kein Ergosterol enthalten, sondern Cholesterin, ist die Wirkung von Natamycin hochselektiv gegenueber Pilzen und Hefen. Gegen Bakterien und Viren ist E235 unwirksam.

Sicherheit und gesundheitliche Bewertung

Die Europaeische Behoerde fuer Lebensmittelsicherheit (EFSA) hat E235 mehrfach bewertet und als sicher eingestuft, sofern die zulassigen Hochstmengen eingehalten werden. Da Natamycin ausschliesslich auf der Oberflaeche von Lebensmitteln aufgetragen wird und dort verbleibt, ist die tatschliche Aufnahme durch den Verbraucher sehr gering.

  • Der zulassige Hoechstgehalt in der behandelten Oberflaeche betraegt 1 mg/dm²
  • Natamycin darf in einer Tiefe von mehr als 5 mm nicht nachweisbar sein
  • Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und die FAO haben eine duldbare tagliche Aufnahmemenge (ADI) von 0,3 mg pro kg Koerpergewicht festgelegt

Medizinische Anwendung

In der Medizin wird Natamycin als Antimykotikum eingesetzt, insbesondere zur Behandlung von Pilzinfektionen des Auges (Keratomykose). Es ist in Form von Augentropfen oder -salben erhaeltlich und gilt als gut vertraegliches Mittel der ersten Wahl bei bestimmten okularen Pilzinfektionen, da es aufgrund seiner Groesse die Hornhaut kaum penetriert und so systemische Nebenwirkungen minimiert werden.

Kennzeichnung und Erkennbarkeit

Lebensmittel, die mit E235 behandelt wurden, muessen entsprechend gekennzeichnet sein. Die Kennzeichnung erfolgt entweder mit der E-Nummer E235 oder dem Trivialnamen Natamycin in der Zutatenliste bzw. als Hinweis auf der Verpackung. Verbraucher mit bekannter Ueberempfindlichkeit gegenueber Polyen-Antimykotika sollten auf diese Kennzeichnung achten.

Quellen

  1. Europaeische Behoerde fuer Lebensmittelsicherheit (EFSA): Re-evaluation of natamycin (E 235) as a food additive. EFSA Journal, 2009;7(12):1412.
  2. Verordnung (EG) Nr. 1333/2008 des Europaeischen Parlaments und des Rates ueber Lebensmittelzusatzstoffe. Amtsblatt der Europaeischen Union, 2008.
  3. World Health Organization (WHO) / FAO: Natamycin. In: Compendium of Food Additive Specifications. FAO JECFA Monographs, 2006.

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