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Der Eicosanoidstoffwechsel beschreibt die Bildung und den Abbau von Eicosanoiden, wichtigen Signalmolekülen aus mehrfach ungesättigten Fettsäuren, die Entzündungen und viele Körperfunktionen regulieren.
Der Eicosanoidstoffwechsel beschreibt die Bildung und den Abbau von Eicosanoiden, wichtigen Signalmolekülen aus mehrfach ungesättigten Fettsäuren, die Entzündungen und viele Körperfunktionen regulieren.
Der Eicosanoidstoffwechsel umfasst alle biochemischen Prozesse, bei denen Eicosanoide gebildet, umgewandelt und abgebaut werden. Eicosanoide sind kurzlebige, lipidbasierte Signalmoleküle (Botenstoffe), die aus mehrfach ungesättigten Fettsäuren mit 20 Kohlenstoffatomen synthetisiert werden – daher der Name (griechisch „eikosi“ = zwanzig). Die wichtigsten Ausgangssubstanzen sind Arachidonsäure (aus Omega-6-Fettsäuren), Eicosapentaensäure (EPA) und Dihomo-Gamma-Linolensäure (DGLA) (beide aus Omega-3- bzw. Omega-6-Fettsäuren). Eicosanoide wirken vor Ort in Geweben und Zellen, ohne wie klassische Hormone über den Blutkreislauf transportiert zu werden.
Der Eicosanoidstoffwechsel produziert vier Hauptgruppen bioaktiver Verbindungen:
Der Eicosanoidstoffwechsel läuft hauptsächlich über drei enzymatische Stoffwechselwege ab:
Das Enzym Cyclooxygenase (COX), auch bekannt als Prostaglandin-Endoperoxid-Synthase, wandelt Arachidonsäure in Prostaglandine und Thromboxane um. Es gibt zwei Isoformen: COX-1 (konstitutiv, immer vorhanden) und COX-2 (induzierbar, bei Entzündung hochreguliert). Nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR) wie Aspirin oder Ibuprofen hemmen gezielt diese Enzyme.
Lipoxygenasen (LOX) katalysieren die Umwandlung von Arachidonsäure zu Leukotrienen und Lipoxinen. Dieser Weg ist besonders in Immunzellen wie Mastzellen, Basophilen und Eosinophilen aktiv und spielt eine Schlüsselrolle bei allergischen Reaktionen und Asthma.
Cytochrom-P450-Enzyme erzeugen aus Arachidonsäure Epoxyeicosatriensäuren (EETs) und Hydroxyeicosatetrae nsäuren (HETEs), die unter anderem den Blutdruck, die Nierenfunktion und die Gefäßweite regulieren.
Eicosanoide sind zentrale Mediatoren der Entzündungsreaktion. Während Prostaglandine und Leukotriene aus Arachidonsäure (Omega-6) in der Regel entzündungsfördernd wirken, erzeugen EPA und DHA (Omega-3-Fettsäuren) eher entzündungshemmende Eicosanoide (z. B. Resolvine und Protektine). Das Gleichgewicht zwischen Omega-6- und Omega-3-Fettsäuren in der Ernährung beeinflusst daher maßgeblich, ob eher entzündungsfördernde oder entzündungshemmende Eicosanoide gebildet werden.
Störungen im Eicosanoidstoffwechsel sind an zahlreichen Erkrankungen beteiligt:
Viele wichtige Medikamente greifen gezielt in den Eicosanoidstoffwechsel ein:
Die Zusammensetzung der Ernährung hat einen direkten Einfluss auf den Eicosanoidstoffwechsel. Eine westliche Ernährung mit einem hohen Anteil an Omega-6-Fettsäuren (z. B. aus Sonnenblumenöl, Fleisch) fördert die Bildung entzündungsfördernder Eicosanoide. Eine mediterrane Ernährung mit mehr Omega-3-Fettsäuren (fetter Fisch, Leinsamen, Walnüsse) verschiebt das Gleichgewicht zugunsten entzündungshemmender Verbindungen. Fachgesellschaften empfehlen ein Omega-6-zu-Omega-3-Verhältnis von idealerweise 4:1 oder niedriger.
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