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Ekkrin – Schweißdrüsen, Funktion & Erkrankungen

Ekkrin bezeichnet die ekkrinen Schweißdrüsen, die wichtigsten Drüsen zur Temperaturregulierung des menschlichen Körpers. Sie sind über die gesamte Haut verteilt und geben wässrigen Schweiß ab.

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Wissenswertes über "Ekkrin"

Ekkrin bezeichnet die ekkrinen Schweißdrüsen, die wichtigsten Drüsen zur Temperaturregulierung des menschlichen Körpers. Sie sind über die gesamte Haut verteilt und geben wässrigen Schweiß ab.

Was bedeutet ekkrin?

Der Begriff ekkrin (auch: ekkrine Drüsen) bezeichnet eine bestimmte Art von Schweißdrüsen im menschlichen Körper. Ekkrinen Schweißdrüsen sind die häufigsten und am weitesten verbreiteten Drüsen in der menschlichen Haut. Sie sind von entscheidender Bedeutung für die Thermoregulation, also die Fähigkeit des Körpers, seine Kerntemperatur stabil zu halten.

Der Begriff leitet sich vom griechischen Wort ekkrinein ab, was so viel bedeutet wie "aussondern" oder "absondern". Im Gegensatz zu den apokrinen Drüsen, die hauptsächlich in der Achsel- und Leistenregion vorkommen, sind ekkrine Drüsen über nahezu die gesamte Körperoberfläche verteilt.

Aufbau und Verteilung

Der menschliche Körper besitzt zwischen 2 und 4 Millionen ekkrine Schweißdrüsen. Besonders dicht sind sie an folgenden Körperstellen zu finden:

  • Handflächen und Fußsohlen
  • Stirn und Kopfhaut
  • Achselhöhlen
  • Rücken und Brust

Jede ekkrine Drüse besteht aus einem Drüsenkörper (Coil), der tief in der Dermis oder Subkutis liegt, und einem langen Ausführungsgang, der sich spiralförmig nach oben zur Hautoberfläche windet und dort in einer Schweißpore mündet.

Funktion der ekkrinen Drüsen

Thermoregulation

Die wichtigste Aufgabe der ekkrinen Drüsen ist die Kühlung des Körpers. Bei körperlicher Anstrengung oder Hitze produzieren sie Schweiß, der auf der Hautoberfläche verdunstet und dabei Wärme entzieht. Dieser Mechanismus ist lebensnotwendig und schützt vor einer gefährlichen Überhitzung (Hyperthermie).

Zusammensetzung des Schweißes

Der von ekkrinen Drüsen produzierte Schweiß besteht zu über 99 % aus Wasser. Er enthält außerdem geringe Mengen an:

  • Natriumchlorid (Kochsalz)
  • Kalium, Kalzium und Magnesium
  • Harnstoff und Laktat
  • Antimikrobielle Peptide (z. B. Dermcidin)

Ekkrischer Schweiß ist weitgehend geruchlos. Der typische Körpergeruch entsteht erst durch den Abbau von Schweißbestandteilen durch Hautbakterien, hauptsächlich im Bereich der apokrinen Drüsen.

Schutzfunktion

Die antimikrobiellen Substanzen im ekkrinen Schweiß, wie das Peptid Dermcidin, tragen zum angeborenen Immunschutz der Haut bei und hemmen das Wachstum potenziell schädlicher Mikroorganismen.

Regulation der ekkrinen Schweißsekretion

Die Steuerung der ekkrinen Drüsen erfolgt durch das autonome Nervensystem, genauer durch cholinerge, sympathische Nervenfasern. Das bedeutet, dass der Botenstoff Acetylcholin die Aktivierung der Drüsen auslöst. Faktoren, die die Schweißproduktion stimulieren, sind:

  • Erhöhte Körper- oder Umgebungstemperatur
  • Körperliche Aktivität
  • Emotionaler Stress und Angst (besonders an Handflächen und Stirn)
  • Bestimmte Nahrungsmittel (z. B. Capsaicin aus Chili)

Klinische Bedeutung: Erkrankungen der ekkrinen Drüsen

Hyperhidrose

Bei der Hyperhidrose produzieren die ekkrinen Schweißdrüsen übermäßig viel Schweiß, ohne dass eine entsprechende Hitze- oder Belastungsursache vorliegt. Sie kann primär (ohne erkennbare Grunderkrankung) oder sekundär (als Folge einer anderen Erkrankung wie Schilddrüsenüberfunktion oder Diabetes) auftreten. Behandlungsoptionen umfassen Antitranspirantien, Iontophorese, Botulinumtoxin-Injektionen und in schweren Fällen operative Eingriffe.

Anhidrose

Die Anhidrose ist das Gegenteil: die Unfähigkeit zu schwitzen. Sie kann durch Nervenschäden, Hauterkrankungen oder genetische Störungen verursacht werden und stellt ein ernstes Gesundheitsrisiko dar, da die Thermoregulation beeinträchtigt ist.

Miliaria (Hitzepickel)

Bei Miliaria werden die Ausführungsgänge der ekkrinen Drüsen durch abgestorbene Hautzellen verstopft. Schweiß staut sich und tritt ins umgebende Gewebe aus, was zu Bläschen und Entzündungsreaktionen führt. Diese Erkrankung tritt häufig bei Säuglingen sowie bei Erwachsenen in heißen, feuchten Umgebungen auf.

Ekkrine Porome und Tumoren

Gutartige oder seltener bösartige Tumoren können von den Zellen der ekkrinen Drüsen ausgehen. Das ekkrine Porom ist ein gutartiger Tumor, der meist an den Handflächenrändern oder Fußsohlen entsteht. Maligne Varianten (ekkrine Karzinome) sind sehr selten.

Unterschied: ekkrin vs. apokrin

Im klinischen Alltag ist die Unterscheidung zwischen ekkrinen und apokrinen Drüsen wichtig:

  • Ekkrine Drüsen: Überall auf der Haut verteilt, münden direkt an der Hautoberfläche, produzieren klaren, wässrigen Schweiß, hauptsächlich zur Temperaturregulierung aktiv.
  • Apokrine Drüsen: Nur in bestimmten Körperregionen (Achseln, Leiste, Brustwarzen), münden in Haarfollikel, produzieren einen dickeren, proteinreichen Schweiß, der erst durch Bakterien den typischen Körpergeruch erzeugt.

Quellen

  1. Kupper, T.S. & Fuhlbrigge, R.C. (2004): Immune surveillance in the skin: mechanisms and clinical consequences. Nature Reviews Immunology, 4(3), 211-222.
  2. Schade, H. & Marchionini, A. (1928): Der Säuremantel der Haut. Klinische Wochenschrift. Zitiert in: Leider, M. & Buncke, C.M. (1954): Physical dimensions of the skin. Archives of Dermatology.
  3. Wilke, K., Martin, A., Terstegen, L. & Biel, S.S. (2007): A short history of sweat gland biology. International Journal of Cosmetic Science, 29(3), 169-179.

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