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Eklampsie: Ursachen, Symptome & Behandlung

Eklampsie ist eine lebensbedrohliche Komplikation in der Schwangerschaft mit Krampfanfällen. Sie entsteht meist aus einer Präeklampsie und erfordert sofortige medizinische Behandlung.

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Wissenswertes über "Eklampsie"

Eklampsie ist eine lebensbedrohliche Komplikation in der Schwangerschaft mit Krampfanfällen. Sie entsteht meist aus einer Präeklampsie und erfordert sofortige medizinische Behandlung.

Was ist Eklampsie?

Die Eklampsie ist eine schwerwiegende Erkrankung, die während der Schwangerschaft, der Geburt oder kurz nach der Entbindung auftreten kann. Sie ist durch plötzliche Krampfanfälle gekennzeichnet, die nicht auf eine vorbestehende neurologische Erkrankung zurückzuführen sind. Die Eklampsie gilt als schwerste Verlaufsform der Präeklampsie – einer Erkrankung in der Schwangerschaft, die mit Bluthochdruck und erhöhter Eiweißausscheidung im Urin einhergeht. Sie ist ein medizinischer Notfall und kann für Mutter und Kind lebensbedrohlich sein.

Ursachen und Risikofaktoren

Die genaue Ursache der Eklampsie ist noch nicht vollständig geklärt. Als Hauptauslöser gilt eine gestörte Entwicklung der Plazenta (Mutterkuchen) in der Frühschwangerschaft, die zu einer Minderversorgung der Plazenta mit Blut führt. Dies löst eine Reihe von Reaktionen im mütterlichen Körper aus, darunter Bluthochdruck, Gefäßschäden und neurologische Störungen.

Risikofaktoren für die Entwicklung einer Eklampsie sind:

  • Vorbestehende Präeklampsie
  • Erstgeburt (Erstgebärende haben ein höheres Risiko)
  • Mehrlingsschwangerschaft (Zwillinge, Drillinge)
  • Vorerkrankungen wie Bluthochdruck, Diabetes oder Nierenerkrankungen
  • Familiäre Vorgeschichte von Präeklampsie oder Eklampsie
  • Adipositas (starkes Übergewicht)
  • Alter unter 18 oder über 35 Jahren
  • Frühere Präeklampsie in einer vorangegangenen Schwangerschaft

Symptome

Die Eklampsie kündigt sich häufig durch Zeichen einer schweren Präeklampsie an. Typische Warnsignale sind:

  • Starke Kopfschmerzen, die auf Schmerzmittel nicht ansprechen
  • Sehstörungen (Flimmern, Sehen von Lichtblitzen, verschwommenes Sehen)
  • Schmerzen im Oberbauch (besonders unter dem rechten Rippenbogen)
  • Plotzliche Gewichtszunahme und starke Schwellungen (Wassereinlagerungen)
  • Hoher Blutdruck (über 140/90 mmHg)
  • Erhöhte Eiweißausscheidung im Urin (Proteinurie)

Der eigentliche eklamptische Anfall verläuft in mehreren Phasen:

  • Prodromalphase: Zuckungen um Mund und Hände, Bewusstseinseintrübung
  • Tonische Phase: Steifwerden des Körpers (ca. 30 Sekunden)
  • Klonische Phase: Rhythmische Zuckungen aller Körpermuskeln (ca. 1–2 Minuten)
  • Erholungsphase: Koma oder Bewusstlosigkeit nach dem Anfall

Diagnose

Die Diagnose der Eklampsie wird klinisch gestellt, das heißt auf Basis der beobachteten Krampfanfälle in Verbindung mit den typischen Zeichen der Präeklampsie. Folgende Untersuchungen unterstützen die Diagnose:

  • Blutdruckmessung: Werte von 140/90 mmHg oder höher
  • Urinuntersuchung: Nachweis von erhöhtem Eiweiß im Urin
  • Blutuntersuchungen: Überprüfung von Leber- und Nierenwerten, Blutbild und Gerinnungsparametern
  • CTG (Kardiotokografie): Überwachung des kindlichen Herzschlags
  • Ultraschall: Beurteilung der Plazenta und des kindlichen Wachstums
  • Bildgebung (MRT/CT des Gehirns): Zum Ausschluss anderer Ursachen für die Krampfanfälle

Behandlung

Die Eklampsie ist ein medizinischer Notfall und muss sofort im Krankenhaus behandelt werden. Das primäre Ziel ist die Stabilisierung der Mutter und die Verhinderung weiterer Krampfanfälle.

Medikamentöse Behandlung

  • Magnesiumsulfat: Mittel der Wahl zur Krampfprophylaxe und -behandlung. Es wird inträvenös verabreicht und schützt das Gehirn der Mutter vor weiteren Anfällen.
  • Antihypertensiva: Medikamente zur Blutdrucksenkung (z.B. Labetalol, Nifedipin, Hydralazin), um schwere Bluthochdruckkomplikationen wie Schlaganfall zu verhindern.
  • Kortikosteroide: Bei Frühgeburtsbestrebungen zur Förderung der Lungenreife des Kindes.

Entbindung

Die einzige endgültige Behandlung der Eklampsie ist die Entbindung des Kindes. Der Zeitpunkt und die Art der Entbindung (vaginal oder per Kaiserschnitt) hängen vom Schwangerschaftsalter und dem Zustand von Mutter und Kind ab. Nach der 34. Schwangerschaftswoche wird in der Regel eine sofortige Entbindung angestrebt.

Intensivmedizinische Überwachung

Mutter und Kind benötigen nach der Entbindung eine engmaschige Überwachung. Komplikationen wie HELLP-Syndrom (eine besonders schwere Form mit Schäden an Leber und Blutplättchen), Nierenversagen oder Hirnblutungen müssen frühzeitig erkannt und behandelt werden.

Prognose und Langzeitfolgen

Bei rechtzeitiger Behandlung erholen sich die meisten Frauen vollständig von einer Eklampsie. Langfristig haben Frauen, die eine Eklampsie erlebt haben, ein erhöhtes Risiko für Bluthochdruck, Herzerkrankungen und Schlaganfall im späteren Leben. In zukünftigen Schwangerschaften besteht ein erhöhtes Risiko für das Wiederauftreten einer Präeklampsie. Eine frühzeitige Vorsorge, unter anderem mit niedrig dosierter Acetylsalicæure (Aspirin) ab dem ersten Trimester, kann das Risiko reduzieren.

Quellen

  1. World Health Organization (WHO): WHO Recommendations for Prevention and Treatment of Pre-eclampsia and Eclampsia. Geneva, 2011. Verfügbar unter: https://www.who.int
  2. Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG): S2k-Leitlinie Hypertensive Erkrankungen in der Schwangerschaft. AWMF-Registernummer 015-018, 2019.
  3. Magee LA, Nicolaides KH, von Dadelszen P: Preeclampsia. New England Journal of Medicine, 2022;386(19):1817–1832.
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