Elvanse – Wirkung, Dosierung & Nebenwirkungen
Elvanse ist ein verschreibungspflichtiges Medikament zur Behandlung von ADHS bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen. Es enthält den Wirkstoff Lisdexamfetamin und gehört zur Gruppe der Stimulanzien.
Wissenswertes über "Elvanse"
Elvanse ist ein verschreibungspflichtiges Medikament zur Behandlung von ADHS bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen. Es enthält den Wirkstoff Lisdexamfetamin und gehört zur Gruppe der Stimulanzien.
Was ist Elvanse?
Elvanse ist ein verschreibungspflichtiges Arzneimittel, das zur Behandlung der Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS) eingesetzt wird. Der enthaltene Wirkstoff heißt Lisdexamfetamin (auch Lisdexamphetamin). Es gehört zur Wirkstoffklasse der Zentralnervensystem-Stimulanzien und ist in Deutschland unter dem Handelsnamen Elvanse sowie Elvanse Erwachsene erhältlich. Das Medikament ist in der Europäischen Union zugelassen und unterliegt als Betubungsmittel der besonderen ärztlichen Kontroll- und Verschreibungspflicht.
Indikation – Wann wird Elvanse eingesetzt?
Elvanse ist zugelassen für:
- Kinder ab 6 Jahren mit ADHS, wenn nicht-medikamentöse Maßnahmen allein nicht ausreichen
- Jugendliche mit ADHS als Teil eines umfassenden Behandlungsplans
- Erwachsene, bei denen ADHS bereits im Kindesalter diagnostiziert wurde und weiterhin behandlungsbedürftig ist
Die Anwendung erfolgt immer im Rahmen eines multimodalen Therapiekonzepts, das neben der Medikation auch Verhaltenstherapie, psychosoziale Unterstützung und pädagogische Maßnahmen umfasst.
Wirkmechanismus
Lisdexamfetamin ist eine sogenannte Prodrug: Es ist selbst pharmakologisch inaktiv und wird erst nach der Einnahme im Körper durch Enzyme in den eigentlich aktiven Wirkstoff Dexamphetamin umgewandelt. Dieser Mechanismus sorgt für eine verzögerte und gleichmäßigere Freisetzung des Wirkstoffs und reduziert das Missbrauchspotenzial im Vergleich zu direkt wirkenden Amphetaminen.
Dexamphetamin erhöht im Gehirn die verfügbaren Mengen der Neurotransmitter Dopamin und Noradrenalin, insbesondere im präfrontalen Kortex. Diese Bereiche sind für Aufmerksamkeit, Impulskontrolle und Verhaltenssteuerung zuständig. Durch die erhöhte Neurotransmitteraktivität verbessern sich Konzentration, Impulskontrolle und die Fähigkeit zur Selbstregulation.
Dosierung
Elvanse ist in verschiedenen Stärken erhältlich: 20 mg, 30 mg, 40 mg, 50 mg, 60 mg und 70 mg als Hartkapseln. Die Dosierung wird individuell vom behandelnden Arzt festgelegt und eingeschlichen, das heißt, sie beginnt niedrig und wird schrittweise angepasst.
- Die Einnahme erfolgt einmal täglich, vorzugsweise am Morgen
- Die Kapsel kann im Ganzen geschluckt oder geöffnet und der Inhalt in Wasser aufgelöst werden
- Die Einnahme mit oder ohne Mahlzeit ist möglich
- Eine späte Einnahme am Tag sollte vermieden werden, da es sonst zu Schlafstörungen kommen kann
Nebenwirkungen
Wie alle Medikamente kann Elvanse Nebenwirkungen verursachen. Häufige Nebenwirkungen umfassen:
- Appetitlosigkeit und Gewichtsverlust
- Schlafstörungen (Insomnie)
- Erhöhter Blutdruck und Herzfrequenz
- Kopfschmerzen
- Mundtrockenheit
- Reizbarkeit oder emotionale Veränderungen
- Übelkeit und Bauchschmerzen
Seltene, aber schwerwiegende Nebenwirkungen können Herzprobleme, psychiatrische Symptome (z. B. Angstzustände, Psychosen) oder Wachstumsverzögerungen bei Kindern umfassen. Ein regelmäßiges ärztliches Monitoring ist daher notwendig.
Gegenanzeigen
Elvanse sollte nicht eingenommen werden bei:
- Bekannter Überempfindlichkeit gegenüber Lisdexamfetamin oder Amphetaminen
- Gleichzeitiger Einnahme von MAO-Hemmern oder innerhalb von 14 Tagen nach deren Absetzen
- Bestehenden Herzerkrankungen, unkontrolliertem Bluthochdruck oder schwerer Angstststörung
- Hyperthyreose (Schilddrüsenüberfunktion)
- Vorgeschichte von Substanzmissbrauch
Wichtige Hinweise
Elvanse ist ein Betäubungsmittel und unterliegt dem Betäubungsmittelgesetz (BtMG). Es darf nur auf einem speziellen Betäubungsmittelrezept verschrieben werden. Das Medikament darf nicht weitergegeben werden und ist ausschließlich für die verschriebene Person bestimmt. Eine plötzliche Absetzung sollte ohne ärztliche Rücksprache vermieden werden.
Quellen
- Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA): Fachinformation Elvanse. Verfügbar unter: https://www.ema.europa.eu
- Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendpsychiatrie (DGKJP): Leitlinie ADHS im Kindes- und Jugendalter. 2018.
- Banaschewski T et al.: Lisdexamfetamine dimesylate in the treatment of ADHD. Expert Review of Neurotherapeutics, 2010; 10(7): 1037–1049.
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