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Der Enantiomerenüberschuss (ee) ist ein Maß für die Reinheit eines chiralen Stoffes. Er gibt an, wie stark ein Enantiomer gegenüber seinem Spiegelbild-Molekül überwiegt.
Der Enantiomerenüberschuss (ee) ist ein Maß für die Reinheit eines chiralen Stoffes. Er gibt an, wie stark ein Enantiomer gegenüber seinem Spiegelbild-Molekül überwiegt.
Der Enantiomerenüberschuss (englisch: enantiomeric excess, Abkürzung: ee) ist eine Messgröße aus der Stereochemie und Pharmazeutischen Chemie. Er beschreibt, in welchem Verhältnis zwei spiegelbildliche Moleküle – sogenannte Enantiomere – in einer Substanz vorliegen. Ein ee-Wert von 100 % bedeutet, dass ausschließlich ein einziges Enantiomer vorhanden ist, während ein Wert von 0 % einem racemischen Gemisch entspricht, also einem gleichen Anteil beider Spiegelbildformen.
Für die Medizin und Pharmakologie ist dieser Begriff besonders bedeutsam, da die beiden Enantiomere eines Wirkstoffes trotz identischer chemischer Zusammensetzung völlig unterschiedliche biologische Wirkungen haben können. Eines kann therapeutisch wirksam sein, während das andere unwirksam oder sogar schädlich ist.
Chirale Moleküle sind Moleküle, die sich wie Bild und Spiegelbild verhalten und nicht zur Deckung gebracht werden können – ähnlich wie linke und rechte Hand. Diese beiden Spiegelbildformen nennt man Enantiomere. Sie besitzen dieselbe Summenformel und dieselben physikalischen Eigenschaften, unterscheiden sich jedoch in ihrer räumlichen Anordnung der Atome (Konfiguration).
Im menschlichen Körper spielen chirale Strukturen eine zentrale Rolle: Enzyme, Rezeptoren und Transportproteine reagieren oft hochspezifisch auf nur eine der beiden Spiegelbildformen. Deshalb kann es medizinisch entscheidend sein, welches Enantiomer in einem Arzneimittel vorliegt.
Der Enantiomerenüberschuss wird wie folgt berechnet:
Dabei stehen R und S für die prozentualen Anteile der beiden Enantiomere (bezeichnet nach der CIP-Nomenklatur: R für rectus, S für sinister). Ein ee-Wert von 98 % gilt in der pharmazeutischen Synthese als sehr hohe enantiomere Reinheit.
In der Arzneimittelentwicklung ist die Kontrolle des Enantiomerenüberschusses von großer Bedeutung. Viele Wirkstoffe werden als Racemat (50:50-Gemisch beider Enantiomere) oder als enantiomerenreines Präparat hergestellt. Regulatorische Behörden wie die EMA (Europäische Arzneimittel-Agentur) und die FDA (US-amerikanische Lebens- und Arzneimittelbehörde) verlangen für neue Wirkstoffe detaillierte Angaben zum ee und zur stereochemischen Reinheit.
Der Enantiomerenüberschuss kann mit verschiedenen analytischen Methoden bestimmt werden:
Das Konzept des Enantiomerenüberschusses ist klinisch relevant, weil:
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