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Endokannabinoide sind körpereigene Botenstoffe, die das Endokannabinoid-System regulieren und viele Körperfunktionen wie Schmerzempfinden, Stimmung und Schlaf beeinflussen.
Endokannabinoide sind körpereigene Botenstoffe, die das Endokannabinoid-System regulieren und viele Körperfunktionen wie Schmerzempfinden, Stimmung und Schlaf beeinflussen.
Endokannabinoide sind körpereigene, lipidbasierte Signalmoleküle, die vom menschlichen Organismus selbst produziert werden. Sie binden an sogenannte Cannabinoid-Rezeptoren und regulieren eine Vielzahl physiologischer Prozesse. Der Begriff setzt sich zusammen aus endo (griechisch für "innen") und Kannabinoid, also körpereigener Stoff mit kannabinoider Wirkung. Die bekanntesten Endokannabinoide sind Anandamid (AEA) und 2-Arachidonoylglycerol (2-AG).
Das Endokannabinoid-System (ECS) ist ein komplexes Signalsystem im menschlichen Körper, das aus drei Hauptkomponenten besteht:
CB1-Rezeptoren sind vor allem im zentralen Nervensystem verbreitet, während CB2-Rezeptoren hauptsächlich im Immunsystem und in peripheren Geweben vorkommen.
Endokannabinoide wirken als sogenannte retrograde Botenstoffe: Sie werden bei Bedarf gebildet und wirken rückwärts über Synapsen, um die Ausschüttung anderer Neurotransmitter zu modulieren. Sie sind an zahlreichen Körperfunktionen beteiligt, darunter:
Anandamid wird aus dem Sanskrit-Wort Ananda (Glückseligkeit) abgeleitet und gilt als das sogenannte Glücksmolekül. Es bindet bevorzugt an CB1-Rezeptoren und beeinflusst Stimmung, Schmerzempfinden und das Angsterleben. Anandamid wird schnell durch das Enzym FAAH (Fettsäureamidhydrolase) abgebaut.
2-AG ist das am häufigsten vorkommende Endokannabinoid im Gehirn und bindet sowohl an CB1- als auch an CB2-Rezeptoren. Es spielt eine bedeutende Rolle bei der Regulation von Entzündungen, Immunantworten und der neuronalen Erregbarkeit. Der Abbau erfolgt hauptsächlich durch das Enzym MAGL (Monoacylglycerol-Lipase).
Eine Dysregulation des Endokannabinoid-Systems wird mit verschiedenen Erkrankungen in Verbindung gebracht, darunter chronische Schmerzsyndrome, Angststörungen, Reizdarmsyndrom, Fibromyalgie und Migräne. Das Konzept des klinischen Endokannabinoid-Mangels (engl. Clinical Endocannabinoid Deficiency, CECD) beschreibt Zustände, bei denen die körpereigene Produktion von Endokannabinoiden unzureichend ist.
Pflanzliche Cannabinoide wie Cannabidiol (CBD) und Tetrahydrocannabinol (THC) aus der Cannabispflanze wirken ebenfalls auf dieses System ein und werden in der modernen Medizin zunehmend therapeutisch eingesetzt, etwa bei neuropathischen Schmerzen, Übelkeit durch Chemotherapie oder bestimmten Epilepsieformen.
Verschiedene Lebensstilfaktoren können die Aktivität des Endokannabinoid-Systems beeinflussen:
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