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Die Endokarditisprophylaxe ist eine vorbeugende Antibiotikagabe zum Schutz vor einer bakteriellen Herzinnenhautentzündung bei Risikopatienten vor bestimmten medizinischen Eingriffen.
Die Endokarditisprophylaxe ist eine vorbeugende Antibiotikagabe zum Schutz vor einer bakteriellen Herzinnenhautentzündung bei Risikopatienten vor bestimmten medizinischen Eingriffen.
Die Endokarditisprophylaxe bezeichnet die vorbeugende Gabe von Antibiotika, um bei gefährdeten Patientinnen und Patienten eine infektiöse Endokarditis zu verhindern. Bei der infektiösen Endokarditis handelt es sich um eine bakterielle Entzündung der Herzinnenhaut (Endokard), die vor allem die Herzklappen befällt und lebensbedrohlich verlaufen kann. Die Prophylaxe wird gezielt vor medizinischen Eingriffen eingesetzt, bei denen Bakterien in die Blutbahn gelangen und sich an vorgeschädigten Herzstrukturen festsetzen könnten.
Nicht alle Patientinnen und Patienten benötigen eine Endokarditisprophylaxe. Gemäß den aktuellen Leitlinien der Europäischen Gesellschaft für Kardiologie (ESC) wird sie nur für Personen mit dem höchsten Endokarditisrisiko empfohlen. Dazu gehören:
Die Endokarditisprophylaxe wird vor bestimmten Eingriffen empfohlen, bei denen ein erhöhtes Risiko für eine Bakteriämie (Eindringen von Bakterien ins Blut) besteht. Besonders relevant sind:
Routinemäßige Eingriffe ohne Infektionsrisiko sowie Magenspiegelungen oder Koloskopien erfordern in der Regel keine Prophylaxe.
Das Mittel der ersten Wahl ist Amoxicillin, ein Penicillin-Antibiotikum, das etwa 30 bis 60 Minuten vor dem Eingriff oral eingenommen wird. Bei Patientinnen und Patienten mit einer Penicillinallergie kommen alternative Antibiotika wie Clindamycin, Azithromycin oder Clarithromycin zum Einsatz. Die Dosierung richtet sich nach dem Körpergewicht und dem Alter der Patientin bzw. des Patienten.
Während medizinischer Eingriffe können Bakterien, insbesondere Streptococcus-Spezies aus der Mundflora, in die Blutbahn gelangen. Bei vorgeschädigten oder künstlichen Herzklappen können sich diese Bakterien ansiedeln und eine Endokarditis auslösen. Die prophylaktisch gegebenen Antibiotika wirken, indem sie die Vermehrung der Bakterien hemmen oder diese abtöten, bevor sie sich an den Herzstrukturen festsetzen können.
Neben der gezielten Antibiotikaprophylaxe spielt eine dauerhaft gute Mundhygiene eine entscheidende Rolle. Regelmäßiges Zähneputzen, die Verwendung von Zahnseide und regelmäßige Zahnarztbesuche reduzieren das tägliche Risiko einer Bakteriämie durch alltägliche Aktivitäten wie Kauen erheblich. Risikopatientinnen und -patienten werden ausdrücklich zu einer konsequenten Mundpflege angehalten.
Die Endokarditisprophylaxe ist im Allgemeinen gut verträglich. Mögliche Nebenwirkungen der verwendeten Antibiotika umfassen:
Die Risiken einer unkontrollierten Endokarditis überwiegen deutlich die möglichen Nebenwirkungen der kurzfristigen Antibiotikagabe bei Hochrisikopatientinnen und -patienten.
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