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Enophthalmus: Ursachen, Symptome & Behandlung

Enophthalmus bezeichnet das Zurücksinken des Augapfels in die Augenhöhle. Ursachen sind Verletzungen, Erkrankungen oder Gewebsveränderungen der Orbita.

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Wissenswertes über "Enophthalmus"

Enophthalmus bezeichnet das Zurücksinken des Augapfels in die Augenhöhle. Ursachen sind Verletzungen, Erkrankungen oder Gewebsveränderungen der Orbita.

Was ist Enophthalmus?

Enophthalmus (auch: Enophthalmos) bezeichnet den Zustand, bei dem der Augapfel tiefer als normal in der Orbita (Augenhöhle) liegt. Im Gegensatz zum Exophthalmus, bei dem der Augapfel vorsteht, ist beim Enophthalmus der Augapfel nach hinten in die Augenhöhle zurückgesunken. Dies fällt oft durch ein eingefallen wirkendes Auge auf und kann mit weiteren Augensymptomen einhergehen.

Ursachen

Enophthalmus kann durch verschiedene Ursachen ausgelöst werden:

  • Orbitabodenfraktur: Ein Bruch des Knochenbodens der Augenhöhle, häufig nach stumpfen Gesichtsverletzungen (sogenannte „Blow-out-Fraktur”), führt zum Einsinken des Augapfels.
  • Fettgewebsatrophie der Orbita: Ein Schwund des orbitalen Fettgewebes, z.B. im Alter oder nach Strahlentherapie, vermindert die Stützung des Augapfels.
  • Metastatische Tumoren: Bestimmte Tumoren (z.B. Brustkrebsmetastasen) können durch narbige Schrumpfprozesse in der Orbita einen Enophthalmus verursachen.
  • Horner-Syndrom: Eine Störung des sympathischen Nervensystems, die neben Ptosis (Hängelid) und Miosis (enge Pupille) auch einen scheinbaren Enophthalmus verursachen kann.
  • Chronische Entzündungen oder Vernarbungen: Narbige Veränderungen nach Infektionen oder Operationen in der Augenhöhle.
  • Angeborene Ursachen: Selten kann ein Enophthalmus bereits bei der Geburt vorhanden sein (kongenital).

Symptome

Die typischen Zeichen eines Enophthalmus umfassen:

  • Sichtbar nach innen versenkter Augapfel (eingefallenes Auge)
  • Vertiefung der Oberlidfurche
  • Diplopie (Doppelbilder), besonders bei Orbitafrakturen durch Einschränkung der Augenmuskelbeweglichkeit
  • Einschränkung des Sehfeldes
  • Asymmetrie des Gesichts
  • Gelegentlich Schmerzen oder Druck in der Augenhöhle

Diagnose

Die Diagnose des Enophthalmus erfolgt klinisch und bildgebend:

  • Exophthalmometrie: Mit einem speziellen Gerät (Exophthalmometer nach Hertel) wird der genaue Abstand des Augapfels zur seitlichen Knochenkante der Augenhöhle gemessen und mit dem anderen Auge verglichen.
  • Computertomographie (CT) der Orbita: Standardmethode zur Darstellung von Knochenstrukturen, Frakturen und Weichteilveränderungen der Augenhöhle.
  • Magnetresonanztomographie (MRT): Ergänzend zur Beurteilung von Weichteilgewebe, Tumoren oder Entzündungen.
  • Ophthalmologische Untersuchung: Beurteilung der Augenmotilität, Sehschärfe und des Gesichtsfeldes.

Behandlung

Die Therapie richtet sich nach der zugrundeliegenden Ursache:

  • Chirurgische Versorgung: Bei Orbitabodenfrakturen wird häufig eine operative Rekonstruktion des Orbitabodens durchgeführt, um die Augenhöhle wiederherzustellen und Doppelbilder zu beseitigen.
  • Orbitale Augmentation: Bei Fettgewebsatrophie oder narbigem Enophthalmus können Implantate oder Eigengewebe zur Volumenwiederherstellung eingesetzt werden.
  • Behandlung der Grunderkrankung: Beim Horner-Syndrom oder bei Tumorerkrankungen steht die Therapie der Primärerkrankung im Vordergrund.
  • Beobachtung: Leichter Enophthalmus ohne funktionelle Beeinträchtigung erfordert nicht immer eine Behandlung.

Quellen

  1. Kaufman, P.L., Alm, A. (Hrsg.): Adler's Physiology of the Eye. 11. Auflage. Saunders Elsevier, 2011.
  2. Burnstine, M.A.: Clinical Recommendations for Repair of Isolated Orbital Floor Fractures. Ophthalmology, 109(7):1207-1210, 2002. PubMed PMID: 12093644.
  3. Rootman, J. (Hrsg.): Diseases of the Orbit. 2. Auflage. Lippincott Williams & Wilkins, 2003.

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