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Die Epigenomik untersucht die Gesamtheit epigenetischer Veränderungen im Erbgut. Sie erklärt, wie Gene an- oder abgeschaltet werden, ohne die DNA-Sequenz zu verändern.
Die Epigenomik untersucht die Gesamtheit epigenetischer Veränderungen im Erbgut. Sie erklärt, wie Gene an- oder abgeschaltet werden, ohne die DNA-Sequenz zu verändern.
Die Epigenomik ist ein Teilgebiet der Molekularbiologie und Genomforschung, das die Gesamtheit aller epigenetischen Veränderungen eines Organismus untersucht. Der Begriff setzt sich aus den griechischen Wörtern epi (über, auf) und Genomik (Lehre vom Erbgut) zusammen. Im Gegensatz zur klassischen Genetik, die sich mit der DNA-Sequenz selbst befasst, analysiert die Epigenomik, wie chemische Markierungen und strukturelle Veränderungen an der DNA oder den dazugehörigen Histonproteinen die Aktivität von Genen regulieren, ohne die eigentliche Abfolge der Basenpaare zu verändern.
Das Epigenom umfasst dabei alle epigenetischen Informationen einer Zelle, also sämtliche chemischen Modifikationen, die bestimmen, welche Gene in einer bestimmten Zelle zu einem bestimmten Zeitpunkt aktiv oder inaktiv sind. Da jede Zelle des menschlichen Körpers dieselbe DNA trägt, erklärt das Epigenom, warum sich eine Leberzelle grundlegend von einer Nervenzelle oder einer Muskelzelle unterscheidet.
Die Epigenomik befasst sich mit mehreren zentralen molekularen Mechanismen, über die die Genexpression reguliert wird:
Das Epigenom ist nicht statisch, sondern wird durch Umweltfaktoren, Lebensstil, Ernährung, Stress, Toxine und Alterungsprozesse beeinflusst. Diese Dynamik macht die Epigenomik zu einem zentralen Forschungsgebiet in der modernen Medizin.
Bei vielen Krebserkrankungen sind epigenetische Veränderungen nachweisbar. So können Tumor-Suppressorgene durch übermäßige DNA-Methylierung stillgelegt werden, was unkontrolliertes Zellwachstum begünstigt. Epigenetische Medikamente, sogenannte Epigenetik-Inhibitoren, wie DNA-Methyltransferase-Inhibitoren oder Histondeacetylase-Inhibitoren, werden bereits in der Krebstherapie eingesetzt.
Erkrankungen wie Schizophrenie, Depression oder Autismus-Spektrum-Störungen sind mit spezifischen epigenetischen Mustern assoziiert. Frühkindliche Erfahrungen und chronischer Stress können das Epigenom dauerhaft verändern und das spätere Krankheitsrisiko beeinflussen.
Auch Typ-2-Diabetes und Adipositas stehen in Zusammenhang mit epigenetischen Veränderungen. Epigenetische Muster können zudem über Generationen weitergegeben werden, ein Phänomen, das als transgenerationale Epigenetik bezeichnet wird.
Mit dem Alter akkumulieren sich epigenetische Veränderungen. Bestimmte Methylierungsmuster gelten sogar als biologische Uhr des Alterns, bekannt als epigenetische Uhr oder Horvath-Uhr, mit der das biologische Alter eines Menschen bestimmt werden kann.
Die Epigenomik eröffnet neue Möglichkeiten in der Diagnostik und Therapie:
Zur Analyse des Epigenoms stehen moderne molekularbiologische Techniken zur Verfügung:
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