Episkleritis: Ursachen, Symptome & Behandlung
Episkleritis ist eine Entzündung der Episklera, der dünnen Gewebeschicht zwischen Bindehaut und Lederhaut des Auges. Sie verursacht eine auffällige Rötung und ist meist harmlos.
Wissenswertes über "Episkleritis"
Episkleritis ist eine Entzündung der Episklera, der dünnen Gewebeschicht zwischen Bindehaut und Lederhaut des Auges. Sie verursacht eine auffällige Rötung und ist meist harmlos.
Was ist Episkleritis?
Episkleritis ist eine Entzündung der Episklera – einer dünnen, bindegewebigen Schicht, die zwischen der durchsichtigen Bindehaut (Konjunktiva) und der weißen Lederhaut (Sklera) des Auges liegt. Die Erkrankung äußert sich typischerweise durch eine auffällige, sektorförmige oder diffuse Rötung des Auges und verläuft in den meisten Fällen selbstlimitierend, das heißt, sie heilt ohne besondere Behandlung ab. Im Gegensatz zur tiefer gelegenen Skleritis ist die Episkleritis in der Regel nicht schmerzhaft und gefährdet das Sehvermögen üblicherweise nicht.
Formen der Episkleritis
Es werden zwei Hauptformen unterschieden:
- Einfache (simplex) Episkleritis: Die häufigere Form, bei der sich ein begrenzter, roter Bereich auf der Augenoberfläche zeigt. Die Entzündung klingt meist innerhalb von ein bis zwei Wochen ab.
- Noduläre Episkleritis: Hierbei bildet sich ein erhabener, entzündlicher Knoten (Nodulus) auf der Augenoberfläche. Diese Form dauert länger an und kann häufiger wiederkehren.
Ursachen
In vielen Fällen bleibt die genaue Ursache einer Episkleritis unklar (idiopathisch). Bei einem Teil der Betroffenen besteht jedoch ein Zusammenhang mit systemischen Grunderkrankungen, darunter:
- Rheumatoide Arthritis
- Systemischer Lupus erythematodes (SLE)
- Morbus Crohn und Colitis ulcerosa (entzündliche Darmerkrankungen)
- Gicht (Hyperurikämie)
- Infektionskrankheiten wie Herpes zoster oder Tuberkulose
- Sarkoidose
Bei wiederkehrenden oder beidseitigen Episoden sollte daher eine internistische Abklärung erfolgen, um eine zugrundeliegende Systemerkrankung auszuschließen.
Symptome
Die typischen Beschwerden bei Episkleritis umfassen:
- Sektorförmige oder diffuse Rötung eines oder beider Augen
- Leichtes Brennen oder Fremdkörpergefühl im Auge
- Leichte Lichtempfindlichkeit (Photophobie)
- Minimaler bis mäßiger Tränenfluss
- Kein oder nur geringer Druckschmerz bei Berührung des Augapfels
Starke Schmerzen, eine Sehverschlechterung oder ein tief borealroter, blauviolättlicher Farbton der Rötung sind Warnsignale, die auf eine schwerere Erkrankung – die Skleritis – hinweisen können und eine sofortige augenärztliche Untersuchung erfordern.
Diagnose
Die Diagnose erfolgt primär durch eine augenärztliche Untersuchung:
- Spaltlampenuntersuchung: Hierbei kann der Augenarzt die Lage und Tiefe der Entzündung beurteilen. Bei Episkleritis liegt die Entzündung oberflächlich und die entzündeten Gefäße lassen sich mit einem Tropfen Phenylephrin (einem gefäßverengenden Mittel) aufhellen – ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal zur Skleritis, bei der dies nicht gelingt.
- Blutuntersuchungen können angeordnet werden, wenn eine systemische Grunderkrankung vermutet wird (z.B. Reumaserologie, Harnsäurewerte, Entzündungsparameter).
Behandlung
Leichte Fälle von Episkleritis bedürfen oft keiner spezifischen Behandlung und heilen spontan ab. Bei stärkeren Beschwerden kommen folgende Maßnahmen in Betracht:
- Künstliche Tränen (Augentropfen): Zur Linderung von Brennen und Fremdkorpergefühl.
- Topische nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR): Entzündungshemmende Augentropfen, z.B. Diclofenac-Augentropfen, können die Beschwerden lindern.
- Topische Kortikosteroide: Bei schwereren oder nodulären Verläufen kann der Augenarzt kurzfristig kortikosteroidhaltige Augentropfen verordnen. Diese sollten nicht ohne ärztliche Aufsicht angewendet werden.
- Systemische Behandlung: Besteht eine zugrundeliegende Systemerkrankung, steht deren Behandlung im Vordergrund, da dies häufig auch die Augenentschündung bessert.
Verlauf und Prognose
Die Prognose der Episkleritis ist generell gut. Die meisten Episoden klingen innerhalb von ein bis vier Wochen vollständig ab. Rezidive sind jedoch möglich, insbesondere bei zugrundeliegenden Systemerkrankungen oder der nodulären Form. Komplikationen wie eine dauerhafte Schädigung des Sehvermögens sind bei der Episkleritis sehr selten und treten fast ausschließlich dann auf, wenn die Erkrankung fälschlicherweise als Episkleritis eingestuft wurde, aber in Wirklichkeit eine Skleritis vorliegt.
Quellen
- Pavesio C.E., Meier F.M.: Systemic disorders associated with episcleritis and scleritis. Current Opinion in Ophthalmology, 2001; 12(6): 471-478.
- Jabs D.A., Mudun A., Dunn J.P., Marsh M.J.: Episcleritis and scleritis: clinical features and treatment results. American Journal of Ophthalmology, 2000; 130(4): 469-476.
- Kanski J.J., Bowling B.: Klinische Ophthalmologie: Lehrbuch und Atlas. 8. Auflage. Elsevier Urban & Fischer, München, 2016.
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