Erenumab – Wirkung, Dosierung & Nebenwirkungen
Erenumab ist ein monoklonaler Antikörper zur vorbeugenden Behandlung von Migräne bei Erwachsenen. Er blockiert den CGRP-Rezeptor und reduziert Häufigkeit und Stärke von Migräneattacken.
Wissenswertes über "Erenumab"
Erenumab ist ein monoklonaler Antikörper zur vorbeugenden Behandlung von Migräne bei Erwachsenen. Er blockiert den CGRP-Rezeptor und reduziert Häufigkeit und Stärke von Migräneattacken.
Was ist Erenumab?
Erenumab ist ein monoklonaler Antikörper, der zur vorbeugenden (prophylaktischen) Behandlung von Migräne bei Erwachsenen eingesetzt wird. Es handelt sich um einen biologischen Wirkstoff, der gezielt in den Mechanismus eingreift, der Migräneattacken auslösen kann. Erenumab wird unter dem Handelsnamen Aimovig vermarktet und ist in der Europäischen Union sowie in den USA zugelassen.
Wirkmechanismus
Erenumab bindet spezifisch an den CGRP-Rezeptor (Calcitonin Gene-Related Peptide-Rezeptor). Das Peptid CGRP spielt eine zentrale Rolle bei der Entstehung von Migräneattacken: Es wird während einer Attacke in erhöhter Konzentration freigesetzt und führt zu einer Erweiterung der Blutgefäße sowie zu einer Entzündungsreaktion im Bereich der Hirnhaut, was Schmerzen auslöst. Indem Erenumab den CGRP-Rezeptor blockiert, verhindert er, dass CGRP andocken und seine schmerzauslösende Wirkung entfalten kann. Dadurch wird die Häufigkeit und die Intensität von Migräneattacken deutlich reduziert.
Anwendungsgebiete
Erenumab ist zugelassen für die Prophylaxe der Migräne bei Erwachsenen, die mindestens 4 Migränetage pro Monat haben. Es wird angewendet bei:
- Episodischer Migräne (bis zu 14 Migränetage pro Monat)
- Chronischer Migräne (15 oder mehr Kopfschmerztage pro Monat, davon mindestens 8 mit Migränecharakter)
Es ist kein Akutmittel zur Behandlung eines akuten Migräneanfalls, sondern dient ausschließlich der Vorbeugung.
Dosierung und Anwendung
Erenumab wird als subkutane Injektion (unter die Haut) einmal monatlich verabreicht. Die empfohlene Startdosis beträgt 70 mg pro Monat. Bei Patienten, die auf diese Dosis nicht ausreichend ansprechen, kann die Dosis auf 140 mg pro Monat erhöht werden. Die Injektion kann vom Patienten selbst oder von einer Begleitperson nach entsprechender Einweisung durch medizinisches Fachpersonal durchgeführt werden.
Nebenwirkungen
Erenumab wird im Allgemeinen gut vertragen. Zu den häufigsten Nebenwirkungen gehören:
- Reaktionen an der Injektionsstelle (Rötung, Schwellung, Schmerz)
- Verstopfung (Obstipation), gelegentlich auch schwerere Fälle
- Muskelkrämpfe
- Übelkeit
- Juckreiz
In seltenen Fällen können allergische Reaktionen auftreten. Patienten mit bekannter Überempfindlichkeit gegenüber dem Wirkstoff oder einem der Hilfsstoffe sollten Erenumab nicht verwenden.
Gegenanzeigen und besondere Hinweise
Erenumab ist nicht empfohlen während der Schwangerschaft und Stillzeit, da keine ausreichenden Daten zur Sicherheit beim Menschen vorliegen. Patientinnen im gebarfähigen Alter sollten eine zuverlässige Verhütungsmethode anwenden. Bei Patienten mit schwerer Nieren- oder Leberinsuffizienz ist Vorsicht geboten. Die gleichzeitige Einnahme anderer Medikamente sollte mit dem behandelnden Arzt besprochen werden, um Wechselwirkungen auszuschließen.
Klinische Wirksamkeit
In mehreren großen klinischen Studien (Phase-III-Studien) konnte gezeigt werden, dass Erenumab die Anzahl der monatlichen Migränetage im Vergleich zu Placebo signifikant reduziert. Bei episodischer Migräne wurde eine Reduktion um durchschnittlich 3–4 Tage pro Monat beobachtet, bei chronischer Migräne um bis zu 6 Tage. Etwa 40–50% der Patienten erreichten eine Halbierung der Migränetage.
Quellen
- European Medicines Agency (EMA): Aimovig (Erenumab) – Produktinformation und Beurteilungsbericht. EMA, 2018. https://www.ema.europa.eu/en/medicines/human/EPAR/aimovig
- Goadsby PJ, Reuter U, Hallström Y et al.: A Controlled Trial of Erenumab for Episodic Migraine. New England Journal of Medicine, 2017; 377(22): 2123–2132.
- Deutsche Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft (DMKG): Leitlinien zur Migränephrophylaxe. DMKG, 2022. https://www.dmkg.de
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