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Ergotismus ist eine Vergiftung durch Mutterkornalkaloide, die durch den Pilz Claviceps purpurea gebildet werden. Er kann schwere Durchblutungsstörungen oder neurologische Symptome verursachen.
Ergotismus ist eine Vergiftung durch Mutterkornalkaloide, die durch den Pilz Claviceps purpurea gebildet werden. Er kann schwere Durchblutungsstörungen oder neurologische Symptome verursachen.
Ergotismus ist eine durch Mutterkornalkaloide ausgelöste Vergiftungserkrankung. Diese Alkaloide werden vom Schlauchpilz Claviceps purpurea gebildet, der vor allem Roggen und andere Getreidearten befällt. Das befallene Getreidekorn wird als Mutterkorn (lat. Secale cornutum) bezeichnet. Historisch trat Ergotismus häufig als Massenvergiftung auf, wenn kontaminiertes Mehl verzehrt wurde. Bekannt war die Krankheit im Mittelalter unter den Namen Antoniusfeuer oder Ignis sacer. Heute ist Ergotismus in Industrieländern selten geworden, kann aber bei unsachgemäßem Einsatz ergothaltiger Medikamente auftreten.
Die Hauptursache des Ergotismus ist die Aufnahme von Mutterkornalkaloiden, insbesondere Ergotamin, Ergometrin und verwandten Verbindungen. Dies kann auf zwei Wegen geschehen:
Risikofaktoren für einen medikamentösen Ergotismus sind gleichzeitige Einnahme von CYP3A4-Inhibitoren (z. B. bestimmte Antibiotika wie Erythromycin oder Azolantimykotika), die den Abbau von Ergotamin in der Leber hemmen und damit die Wirkstoffkonzentration im Blut erhöhen.
Diese Form ist gekennzeichnet durch eine starke Vasokonstriktion (Gefäßverengung), die zu einer chronischen Minderdurchblutung der Extremitäten führt. In schweren Fällen kann es zu Gangrän (Gewebeabsterben) kommen, insbesondere an Fingern, Zehen, Händen und Füßen. Historisch war dies die häufigste Form bei Massenvergiftungen.
Diese Form betrifft das Zentralnervensystem und äußert sich in Krämpfen, Halluzinationen, Kribbeln und anderen neurologischen Symptomen. Sie wurde historisch besonders in bestimmten Regionen Europas beobachtet.
Die Symptome des Ergotismus variieren je nach Form und Schwere der Vergiftung:
Die Diagnose des Ergotismus basiert auf einer Kombination aus Krankengeschichte, klinischer Untersuchung und ergänzenden Untersuchungen:
Die Behandlung des Ergotismus richtet sich nach der Schwere der Vergiftung und umfasst:
In modernen Industrieländern wird Ergotismus durch strenge Qualitätskontrollen bei der Getreideproduktion und -verarbeitung weitgehend verhindert. Grenzwerte für Mutterkornalkaloide in Lebensmitteln sind gesetzlich geregelt (z. B. durch die EU-Verordnung). Bei der medikamentösen Anwendung von Ergotaminpräparaten sollten Höchstdosen und Kontraindikationen strikt beachtet werden.
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