Eröffnungsphase – Ablauf, Dauer & Tipps
Die Eröffnungsphase ist der erste Abschnitt der Geburt, in dem sich der Muttermund durch regelmäßige Wehen vollständig öffnet. Sie dauert bei Erstgebärenden bis zu 12 Stunden.
Wissenswertes über "Eröffnungsphase"
Die Eröffnungsphase ist der erste Abschnitt der Geburt, in dem sich der Muttermund durch regelmäßige Wehen vollständig öffnet. Sie dauert bei Erstgebärenden bis zu 12 Stunden.
Was ist die Eröffnungsphase?
Die Eröffnungsphase ist der erste und längste Abschnitt des Geburtsvorgangs. Sie beginnt mit dem Einsetzen regelmäßiger, zunehmend kräftiger Wehen und endet, wenn der Muttermund vollständig auf etwa 10 Zentimeter geöffnet ist. Erst dann kann das Kind durch den Geburtskanal geboren werden.
In der Medizin wird die Geburt klassischerweise in drei Phasen unterteilt: die Eröffnungsphase, die Austreibungsphase und die Nachgeburtsphase. Die Eröffnungsphase ist dabei die zeitlich längste Phase.
Ablauf und Dauer
Die Eröffnungsphase verläuft in zwei Abschnitte:
- Latenzphase (frühe Eröffnungsphase): Der Muttermund öffnet sich langsam von 0 auf etwa 6 Zentimeter. Die Wehen sind noch unregelmäßig und weniger intensiv. Diese Phase kann bei Erstgebärenden viele Stunden dauern.
- Aktivphase (aktive Eröffnungsphase): Der Muttermund öffnet sich rasch von 6 auf 10 Zentimeter. Die Wehen werden stärker, länger und regelmäßiger – in der Regel alle 2–3 Minuten für 45–60 Sekunden.
Die Gesamtdauer der Eröffnungsphase variiert stark:
- Bei Erstgebärenden (Primipara) dauert sie durchschnittlich 8–12 Stunden.
- Bei Mehrfachgebärenden (Multipara) verläuft sie oft deutlich schneller, häufig 4–8 Stunden.
Körperliche Veränderungen während der Eröffnungsphase
Während der Eröffnungsphase laufen im Körper der Gebärenden mehrere wichtige Prozesse gleichzeitig ab:
- Zervixreifung und -eröffnung: Der Gebärmutterhals (Zervix) wird weicher, kürzer (verstreicht) und öffnet sich zunehmend.
- Einstellung des Kindes: Der Kopf des Kindes tritt tiefer in das Becken ein.
- Blasensprung: Die Fruchtblase kann sich während der Eröffnungsphase spontan öffnen (vorzeitiger oder rechtzeitiger Blasensprung).
- Zunahme der Wehentätigkeit: Durch die Ausschüttung von Oxytocin und Prostaglandinen werden die Wehen stärker koordiniert.
Betreuung und Schmerzmanagement
Während der Eröffnungsphase wird die Gebärende engmaschig von Hebamme und ärztlichem Personal begleitet. Folgende Maßnahmen können zur Unterstützung und Schmerzlinderung eingesetzt werden:
- Nicht-medikamentöse Methoden: Bewegung, Entspannungstechniken, Atemtechniken, Wärmeapplikation, Wassergeburt oder Hydrotherapie.
- Medikamentöse Schmerztherapie: Opioid-Analgetika (z. B. Meptazinol) oder die Periduralanästhesie (PDA), die als effektivste Methode zur Schmerzreduktion unter der Geburt gilt.
- Kontinuierliche Unterstützung: Die Anwesenheit einer vertrauten Begleitperson oder Doula kann den Geburtsverlauf positiv beeinflussen.
Komplikationen und ärztliche Intervention
In manchen Fällen kann die Eröffnungsphase von Komplikationen begleitet sein, die eine medizinische Intervention erforderlich machen:
- Geburtsstillstand: Wenn der Muttermund trotz regelmäßiger Wehen über einen längeren Zeitraum nicht weiter fortschreitet, kann eine Geburtseinleitung oder Oxytocin-Gabe notwendig werden.
- Veränderungen der kindlichen Herzfrequenz: Das CTG (Kardiotokogramm) überwacht kontinuierlich die Herzfrequenz des Kindes und die Wehentätigkeit.
- Vorzeitiger Blasensprung: Erhöhtes Infektionsrisiko (Amnioninfektionssyndrom), das engmaschige Kontrollen erfordert.
- Nabelschnurvorfall: Ein seltener, aber ernster Notfall, der sofortiges ärztliches Handeln erfordert.
Quellen
- Schneider, H., Husslein, P., Schneider, K.T.M. (Hrsg.): Die Geburtshilfe. 5. Auflage. Springer, Berlin 2016.
- World Health Organization (WHO): WHO recommendations: intrapartum care for a positive childbirth experience. WHO, Genf 2018. Verfügbar unter: https://www.who.int/publications/i/item/9789241550215
- Zhang, J. et al.: Contemporary Patterns of Spontaneous Labor With Normal Neonatal Outcomes. Obstetrics & Gynecology, 116(6), 2010, S. 1281–1287.
Meistgekaufte Produkte
Der universelle Immunschutz
Als eines der wertvollsten körpereigenen Immunproteine ist Lactoferrin ein natürlicher Bestandteil des Immunsystems
Für eine gesunde Mundflora & Zahnpflege
Formulierte Lutschtabletten mit AB-Dentalac, Milchsäurebakterien und Lactoferrin CLN®Die neusten Einträge
3 Beiträge in dieser Lexikon KategorieFemoropatellares Schmerzsyndrom
Antiphospholipid-Syndrom
Trinklernbecher
Die meistgelesenen Einträge
3 Beiträge in dieser Lexikon KategorieMagnesiumcarbonat
Kaloriengehalt
Kölner Liste
Verwandte Suchbegriffe: Eröffnungsphase