Erosive Arthrose: Ursachen, Symptome & Therapie
Die erosive Arthrose ist eine entzündliche Sonderform der Arthrose, die vor allem die Fingergelenke betrifft und mit Knochenerosionen sowie starken Schmerzen einhergeht.
Wissenswertes über "Erosive Arthrose"
Die erosive Arthrose ist eine entzündliche Sonderform der Arthrose, die vor allem die Fingergelenke betrifft und mit Knochenerosionen sowie starken Schmerzen einhergeht.
Was ist erosive Arthrose?
Die erosive Arthrose (auch erosive Osteoarthrose genannt) ist eine aggressive, entzündliche Verlaufsform der Arthrose. Im Gegensatz zur klassischen Arthrose ist sie nicht nur durch den Abbau von Knorpelgewebe gekennzeichnet, sondern auch durch ausgepägte Entzündungsreaktionen und den Abbau (Erosion) des angrenzenden Knochengewebes. Betroffen sind vor allem die kleinen Gelenke der Hände, insbesondere die Fingerend- und Fingermittelgelenke. Die Erkrankung tritt häufiger bei Frauen im mittleren bis höheren Lebensalter auf.
Ursachen
Die genaue Ursache der erosiven Arthrose ist noch nicht vollständig geklärt. Als begünstigende Faktoren gelten:
- Genetische Veranlagung: Eine familiäre Häufung ist bekannt.
- Hormonelle Veränderungen: Das vermehrte Auftreten bei Frauen nach den Wechseljahren deutet auf einen Östrogeneinfluss hin.
- Immunologische Prozesse: Entzündliche Reaktionen des Immunsystems spielen eine wesentliche Rolle bei der Gelenk- und Knochenzersörung.
- Mechanische Überlastung: Anhaltende Belastung der Fingergelenke kann das Fortschreiten der Erkrankung begünstigen.
Symptome
Die erosive Arthrose äußert sich durch eine Reihe typischer Beschwerden:
- Schmerzen: Starke Gelenksschmerzen, häufig auch in Ruhe und nachts.
- Schwellung und Rötung: Sichtbare Entzündungszeichen an den betroffenen Fingergelenken.
- Steifigkeit: Morgendliche Gelenksteifheit, die länger als 30 Minuten anhalten kann.
- Knotenbildung: Entstehung von sogenannten Heberden-Knoten (Endgelenke) oder Bouchard-Knoten (Mittelgelenke).
- Bewegungseinschränkung: Zunehmende Einschränkung der Handfunktion im Verlauf der Erkrankung.
Diagnose
Die Diagnose der erosiven Arthrose wird durch eine Kombination aus klinischer Untersuchung und bildgebenden Verfahren gestellt:
- Röntgenaufnahme: Zeigt typische Veränderungen wie Gelenkspaltverschmälerung, subchondrale Sklerose, osteophytäre Anbauten sowie charakteristische Erosionen in der Gelenkfläche (sogenanntes "Möwenflügel-Zeichen").
- Ultraschall: Dient dem Nachweis von Entzündungszeichen im Gelenk (Synovitis).
- MRT (Magnetresonanztomographie): Ermöglicht eine frühzeitige Erkennung von Knochenmarksveränderungen und Erosionen.
- Laboruntersuchungen: Zum Ausschluss einer rheumatoiden Arthritis werden Blutparameter wie Rheumafaktor, CCP-Antikörper und Entzündungswerte (CRP, BSG) bestimmt.
Behandlung
Eine ursächliche Therapie der erosiven Arthrose existiert bislang nicht. Die Behandlung zielt auf die Linderung der Beschwerden und den Erhalt der Gelenkfunktion ab.
Medikamentöse Therapie
- NSAR (Nicht-steroidale Antirheumatika): Schmerz- und entzündungshemmende Medikamente wie Ibuprofen oder Diclofenac werden häufig eingesetzt.
- Kortikosteroide: Kurzfristige lokale oder systemische Kortisongaben können bei starken Entzündungsschüben helfen.
- Hydroxychloroquin: Ein ursprünglich gegen Malaria eingesetztes Medikament, das auch antirheumatische Wirkungen zeigt und bei der erosiven Arthrose eingesetzt werden kann.
- Biologika: In schweren Fällen können biologische Substanzen (z. B. TNF-Inhibitoren) in Erwägung gezogen werden.
Nicht-medikamentöse Therapie
- Physiotherapie und Ergotherapie: Gezielte Übungen zur Mobilitätserhaltung und zur Steigerung der Muskelkraft.
- Orthesen und Schienen: Entlastung der betroffenen Gelenke durch Hilfsmittel.
- Wärme- oder Kältetherapie: Linderung von Schmerzen und Entzündungen durch thermische Maßnahmen.
- Operative Eingriffe: In schweren Fällen kann eine Gelenkversteifung (Arthrodese) oder ein Gelenkersatz in Betracht gezogen werden.
Quellen
- Punzi L, Ramonda R, Sfriso P. Erosive osteoarthritis. Best Practice & Research Clinical Rheumatology. 2004;18(5):739-758.
- Deutsches Institut für Medizinische Dokumentation und Information (DIMDI). Internationale Klassifikation der Krankheiten (ICD-10-GM). Version 2023.
- Kloppenburg M, Kwok WY. Hand osteoarthritis -- a heterogeneous disorder. Nature Reviews Rheumatology. 2012;8(1):22-31.
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