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Erythropoetinmangel beschreibt einen zu niedrigen Spiegel des Hormons Erythropoetin, das die Bildung roter Blutkoerper steuert und haeufig bei chronischer Nierenerkrankung auftritt.
Erythropoetinmangel beschreibt einen zu niedrigen Spiegel des Hormons Erythropoetin, das die Bildung roter Blutkoerper steuert und haeufig bei chronischer Nierenerkrankung auftritt.
Erythropoetin (EPO) ist ein Hormon, das vorwiegend in der Niere gebildet wird und die Produktion roter Blutkoerperchen (Erythrozyten) im Knochenmark anregt. Ein Erythropoetinmangel liegt vor, wenn die Nieren nicht ausreichend EPO produzieren, wodurch zu wenige rote Blutkoerperchen gebildet werden. Die Folge ist eine sogenannte renale Anaemie – eine Blutarmut, die unmittelbar mit einer eingeschraenkten Nierenfunktion zusammenhaengt.
Der haeufigste Grund fuer einen Erythropoetinmangel ist eine chronische Nierenerkrankung (CKD). Weitere Ursachen koennen sein:
Da ein Erythropoetinmangel zu einer Anaemie fuehrt, sind die typischen Beschwerden jene einer Blutarmut:
Bei fortgeschrittener Anaemie kann es zu einer erhoehten Belastung des Herzens kommen, was langfristig das Risiko fuer Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhoehen kann.
Die Diagnose eines Erythropoetinmangels erfolgt durch eine Kombination aus klinischer Untersuchung und Labordiagnostik:
Die wichtigste Behandlungsoption ist die Gabe von Erythropoese-stimulierenden Agenzien (ESA), also synthetisch hergestellten EPO-Praeparaten. Diese werden in der Regel als Injektion unter die Haut (subkutan) oder in die Vene (intravenoese) verabreicht. Haeufig eingesetzte Wirkstoffe sind Epoetin alfa, Epoetin beta und Darbepoetin alfa sowie neuere Substanzen wie Methoxy-Polyethylenglykol-Epoetin beta.
Da fuer die Blutbildung ausreichend Eisen benoetigt wird, erhalten viele Patienten ergaenzend eine Eisentherapie, haeufig intravenoese, um die Wirksamkeit der ESA-Therapie zu optimieren.
Neuere orale Wirkstoffe, sogenannte HIF-Prolyl-Hydroxylase-Inhibitoren (z. B. Roxadustat, Daprodustat), steigern die koerpereigene EPO-Produktion und stellen eine ergaenzende Therapieoption dar.
Wann immer moeglich, sollte die zugrundeliegende Nierenerkrankung oder andere Ursachen behandelt werden, um die EPO-Produktion zu foerdern oder zumindest die Progression zu verlangsamen.
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