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Erythrozytensenkungsreaktion (ESR) – Definition & Bedeutung

Die Erythrozytensenkungsreaktion (ESR) ist ein Bluttest, der misst, wie schnell rote Blutkörperchen absinken. Ein erhöhter Wert kann auf Entzündungen oder Erkrankungen hinweisen.

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Wissenswertes über "Erythrozytensenkungsreaktion"

Die Erythrozytensenkungsreaktion (ESR) ist ein Bluttest, der misst, wie schnell rote Blutkörperchen absinken. Ein erhöhter Wert kann auf Entzündungen oder Erkrankungen hinweisen.

Was ist die Erythrozytensenkungsreaktion?

Die Erythrozytensenkungsreaktion (ESR), auch als Blutsenkung oder Blutkörperchensenkungsgeschwindigkeit (BKS) bezeichnet, ist ein einfacher labordiagnostischer Test. Dabei wird gemessen, wie schnell sich die roten Blutkörperchen (Erythrozyten) in einer senkrecht aufgestellten, mit ungeronnenem Blut gefüllten Röhre innerhalb einer Stunde absetzen. Das Ergebnis wird in Millimeter pro Stunde (mm/h) angegeben.

Der Test gilt als unspezifischer Entzündungsmarker: Er zeigt an, ob im Körper ein entzündlicher oder krankhafter Prozess vorliegt, ohne dessen genaue Ursache zu benennen.

Wie funktioniert der Test?

Wenn Entzündungseiweiße (sogenannte Akute-Phase-Proteine) im Blut erhöht sind, verklumpen die Erythrozyten stärker und sinken schneller ab. Je ausgeprägter die Entzündungsreaktion, desto höher ist in der Regel der gemessene ESR-Wert.

Die Messung erfolgt nach der standardisierten Westergren-Methode: Blut wird mit einem Gerinnungshemmer versetzt und in eine schmale Glasröhre gefüllt. Nach 60 Minuten wird abgelesen, wie viele Millimeter die Erythrozyten abgesunken sind.

Referenzwerte

Die Normalwerte der Erythrozytensenkungsreaktion sind alters- und geschlechtsabhängig:

  • Männer unter 50 Jahren: bis 15 mm/h
  • Männer über 50 Jahren: bis 20 mm/h
  • Frauen unter 50 Jahren: bis 20 mm/h
  • Frauen über 50 Jahren: bis 30 mm/h

Leicht erhöhte Werte können auch ohne ernste Erkrankung auftreten, etwa in der Schwangerschaft oder bei älteren Menschen.

Ursachen für erhöhte Werte

Ein erhöhter ESR-Wert kann auf eine Vielzahl von Erkrankungen und Zuständen hinweisen:

  • Bakterielle oder virale Infektionen
  • Autoimmunerkrankungen (z. B. rheumatoide Arthritis, Lupus erythematodes)
  • Entzündliche Darmerkrankungen (z. B. Morbus Crohn, Colitis ulcerosa)
  • Krebserkrankungen (z. B. Lymphome, Myelom)
  • Nierenerkrankungen
  • Anämie (Blutarmut)
  • Schwangerschaft

Ursachen für erniedrigte Werte

Sehr niedrige ESR-Werte sind seltener klinisch relevant, können aber bei folgenden Zuständen auftreten:

  • Polyzythämie (erhöhte Anzahl roter Blutkörperchen)
  • Sichelzellanämie
  • Herzinsuffizienz
  • Einnahme bestimmter Medikamente (z. B. ASS, Kortison)

Diagnose und klinische Bedeutung

Die Erythrozytensenkungsreaktion wird häufig als Teil eines Blutbildes oder einer allgemeinen Laboruntersuchung angeordnet. Da sie unspezifisch ist, wird sie meist in Kombination mit anderen Laborwerten interpretiert, beispielsweise mit dem C-reaktiven Protein (CRP), dem Blutbild und weiteren Entzündungsmarkern.

Besonders bei der Überwachung chronischer Erkrankungen wie der rheumatoiden Arthritis oder der Arteriitis temporalis (Riesenzellarteriitis) spielt die ESR eine wichtige diagnostische Rolle. Sie eignet sich auch zur Verlaufskontrolle: Sinkt der Wert unter Therapie, ist dies ein Zeichen für ein Ansprechen auf die Behandlung.

Wann sollte man einen Arzt aufsuchen?

Wenn bei einer Routineuntersuchung erhöhte ESR-Werte festgestellt werden, ist eine ärztliche Abklärung empfehlenswert. Besonders dann, wenn zusätzliche Beschwerden wie anhaltende Müdigkeit, Fieber, Gelenkschmerzen oder unerklärlicher Gewichtsverlust vorliegen, sollte zeitnah ein Arzt aufgesucht werden.

Quellen

  1. Reinauer, H. et al. (Hrsg.) - Qualitätssicherung in der Laboratoriumsmedizin. Bundesärztekammer, 2014.
  2. Westergren, A. - Die Senkungsreaktion. Ergebnisse der inneren Medizin und Kinderheilkunde, 1924.
  3. Sox, H. C., Liang, M. H. - The erythrocyte sedimentation rate: guidelines for rational use. Annals of Internal Medicine, 1986; 104(4): 515-523.

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