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Eine Escape Mutation ist eine genetische Veränderung in einem Krankheitserreger, die es ihm ermöglicht, der Immunabwehr oder Medikamentenwirkung zu entgehen.
Eine Escape Mutation ist eine genetische Veränderung in einem Krankheitserreger, die es ihm ermöglicht, der Immunabwehr oder Medikamentenwirkung zu entgehen.
Eine Escape Mutation (auch Escape-Mutation genannt) bezeichnet eine genetische Veränderung im Erbgut eines Krankheitserregers – etwa eines Virus, Bakteriums oder Tumors – die dazu führt, dass dieser der Erkennung oder Bekämpfung durch das Immunsystem oder durch Medikamente entgeht. Der Begriff „Escape“ (englisch für „Flucht“ oder „Entkommen“) beschreibt treffend, wie der Veränderung es dem Erreger ermöglicht, sich der Kontrolle des Körpers oder einer Therapie zu entziehen.
Escape Mutationen spielen eine zentrale Rolle in der Infektionsbiologie, der Onkologie (Krebsforschung) sowie bei der Entwicklung von Impfstoffen und antiviralen Medikamenten. Sie sind ein wichtiger Grund, warum bestimmte Erreger über Zeit schwieriger zu behandeln oder durch Impfungen schwieriger zu kontrollieren werden.
Krankheitserreger wie Viren vermehren sich sehr schnell und mit relativ hoher Fehlerrate. Bei jeder Replikation (Verdopplung des Erbguts) können zufällige Veränderungen im genetischen Code entstehen – sogenannte Mutationen. Die meisten dieser Mutationen sind neutral oder für den Erreger schädlich. Einige wenige jedoch verschaffen ihm einen Selektionsvorteil:
Escape Mutationen entstehen also nicht gezielt, sondern sind das Ergebnis natürlicher Evolution unter einem bestimmten Selektionsdruck.
Hierbei verändert der Erreger jene Oberflächenstrukturen (sogenannte Antigene), die normalerweise vom Immunsystem erkannt werden. Antikörper, die zuvor gegen den Erreger gerichtet waren, können ihn nun nicht mehr binden und neutralisieren. Bekannte Beispiele sind:
In diesem Fall verändert sich der molekulare Angriffspunkt eines Medikaments so, dass der Wirkstoff nicht mehr effektiv binden kann. Dies ist ein häufiges Problem bei:
Krebszellen können durch Mutationen Mechanismen entwickeln, um der Erkennung durch das körpereigene Immunsystem zu entgehen. Dies wird als Tumor-Immune-Escape bezeichnet und ist ein wichtiges Forschungsfeld in der Immunonkologie. Beispiele sind die Hochregulierung von hemmenden Immun-Checkpoints wie PD-L1 oder der Verlust von MHC-I-Molekülen, die normalerweise Tumorzellen für Immunzellen sichtbar machen.
Escape Mutationen haben weitreichende Konsequenzen für die medizinische Praxis:
Escape Mutationen werden in der Regel durch molekularbiologische Methoden nachgewiesen:
Die Entstehung von Escape Mutationen lässt sich nicht vollständig verhindern, aber durch folgende Maßnahmen eingrenzen:
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