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ESR1 ist ein Gen, das den Östrogenrezeptor Alpha kodiert und eine zentrale Rolle bei der hormonellen Signalgebung, insbesondere bei Östrogenabhängigen Erkrankungen wie Brustkrebs, spielt.
ESR1 ist ein Gen, das den Östrogenrezeptor Alpha kodiert und eine zentrale Rolle bei der hormonellen Signalgebung, insbesondere bei Östrogenabhängigen Erkrankungen wie Brustkrebs, spielt.
ESR1 (Estrogen Receptor 1) ist ein menschliches Gen, das den Östrogenrezeptor Alpha (ERα) kodiert. Dieser Rezeptor ist ein Transkriptionsfaktor, der durch das weibliche Geschlechtshormon Östrogen aktiviert wird und die Expression zahlreicher Zielgene reguliert. ESR1 spielt eine fundamentale Rolle in der Physiologie des weiblichen Reproduktionssystems sowie in der Knochen- und Herzgesundheit. Gleichzeitig ist es eng mit der Entstehung und dem Verlauf von hormonrezeptorpositivem Brustkrebs verbunden.
Der durch ESR1 kodierte Östrogenrezeptor Alpha wirkt als ligandaktivierter Transkriptionsfaktor. Wenn Östrogen an den Rezeptor bindet, bildet er Dimere, wandert in den Zellkern und bindet an spezifische DNA-Abschnitte, sogenannte Estrogen Response Elements (ERE). Dadurch werden Gene aktiviert oder gehemmt, die Zellwachstum, Differenzierung, Metabolismus und Reproduktionsfunktionen steuern.
ESR1 ist das klinisch wichtigste Gen im Kontext des Mammakarzinoms (Brustkrebs). Etwa 70–80 % aller Brustkrebsfälle sind östrogenrezeptorpositiv (ER+), d. h. die Tumorzellen exprimieren den Östrogenrezeptor Alpha und sind auf Östrogenreize angewiesen, um zu wachsen. Die Bestimmung des ESR1-Status ist daher ein Standardbestandteil der pathologischen Diagnostik bei Brustkrebs.
Besonders relevant für die Onkologie sind erworbene Mutationen im ESR1-Gen. Diese treten häufig bei Patientinnen auf, die zuvor eine Aromatasehemmer-Therapie erhalten haben, und führen zu einer ligandenunabhängigen Aktivierung des Rezeptors. Das bedeutet, der Rezeptor ist dauerhaft aktiv, auch ohne Östrogenbindung. Häufige Mutationsstellen sind D538G, Y537S und Y537N im Ligandenbindungsdomänenbereich des Rezeptors.
Der ESR1-Status kann auf verschiedenen Ebenen analysiert werden:
Das Wissen um den ESR1-Status beeinflusst die Wahl der endokrinen Therapie maßgeblich:
Neben der Krebsmedizin ist ESR1 auch in anderen medizinischen Bereichen bedeutsam. Genetische Varianten (Polymorphismen) im ESR1-Gen werden mit einem veränderten Risiko für folgende Erkrankungen in Verbindung gebracht:
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