Exsikkiert: Bedeutung, Ursachen & Behandlung
Exsikkiert bedeutet, dass der Körper stark ausgetrocknet ist. Ein Mangel an Flüssigkeit stört lebenswichtige Körperfunktionen und kann ohne Behandlung gefährlich werden.
Wissenswertes über "Exsikkiert"
Exsikkiert bedeutet, dass der Körper stark ausgetrocknet ist. Ein Mangel an Flüssigkeit stört lebenswichtige Körperfunktionen und kann ohne Behandlung gefährlich werden.
Was bedeutet exsikkiert?
Der Begriff exsikkiert stammt aus dem Lateinischen (exsiccare = austrocknen) und beschreibt einen Zustand ausgeprägter Dehydratation (Austrocknungszustand) des menschlichen Körpers. Wenn dem Körper dauerhaft mehr Flüssigkeit entzogen wird, als er aufnimmt, kommt es zu einem Flüssigkeitsmangel, der alle Organe beeinträchtigen kann. In der medizinischen Fachsprache wird dieser Zustand auch als Exsikkose bezeichnet.
Ursachen
Ein exsikkierter Zustand kann viele verschiedene Ursachen haben. Zu den häufigsten gehören:
- Zu geringe Flüssigkeitsaufnahme: besonders bei älteren Menschen, Kleinkindern oder bei Bewusstseinstrübung
- Erbrechen und Durchfall: führen zu raschem Flüssigkeitsverlust
- Starkes Schwitzen: z. B. bei Fieber, körperlicher Belastung oder hohen Temperaturen
- Erhöhte Harnausscheidung: z. B. bei Diabetes mellitus oder Diabetes insipidus
- Medikamente: insbesondere Diuretika (harntreibende Mittel)
- Schwere Verbrennungen: große Mengen Flüssigkeit gehen über die geschädigte Haut verloren
Symptome
Je nach Schweregrad des Flüssigkeitsmangels können folgende Symptome auftreten:
- Trockene Schleimhäute (Mund, Zunge)
- Verminderter Hautturgor: die Haut steht nach dem Zusammendrücken als Falte stehen („Zeltbildung“)
- Dunkler, konzentrierter Urin oder seltenes Wasserlassen
- Schwindel, Kopfschmerzen, Verwirrtheit
- Herzrasen und niedriger Blutdruck
- Allgemeine Schwäche und Müdigkeit
- Im schweren Fall: Bewusstlosigkeit und Kreislaufversagen
Risikogruppen
Bestimmte Personengruppen sind besonders gefährdet, einen exsikkosierten Zustand zu entwickeln:
- ältere Menschen: vermindertes Durstgefühl und eingeschränkte Nierenfunktion
- Säuglinge und Kleinkinder: höherer prozentualer Wasseranteil im Körper und höhere Stoffwechselrate
- Schwer kranke oder bettlägerige Personen: können oft nicht selbstständig trinken
- Menschen mit Demenz: vergessen häufig, ausreichend zu trinken
Diagnose
Die Diagnose eines exsikkosierten Zustands erfolgt durch eine Kombination aus klinischer Untersuchung und Laboranalyse:
- Körperliche Untersuchung: Prüfung von Hautturgor, Schleimhäuten und Kreislaufparametern
- Blutbild und Elektrolyte: Bestimmung von Natrium, Kalium, Kreatinin und Harnstoff zur Beurteilung der Nierenfunktion und des Elektrolythaushalts
- Urinuntersuchung: erhöhtes spezifisches Gewicht und dunkle Färbung als Zeichen der Konzentration
- Hämatokrit: erhöhter Wert kann auf Eindicken des Blutes hinweisen
Behandlung
Die Behandlung eines exsikkosierten Zustands zielt darauf ab, den Flüssigkeits- und Elektrolythaushalt des Körpers wiederherzustellen:
- Orale Flüssigkeitszufuhr: bei leichten Fällen ist ausreichendes Trinken oft ausreichend
- Orale Rehydratationslösungen (ORS): speziell zusammengesetzte Elektrolytlösungen, empfohlen z. B. bei Durchfallerkrankungen
- Intravenöse Infusionen: bei schwerer Exsikkose oder wenn orale Aufnahme nicht möglich ist, werden Kochsalzlösungen oder balancierte Elektrolytlösungen über eine Vene verabreicht
- Behandlung der Grunderkrankung: z. B. Einstellen von Erbrechen, Fiebersenkung oder Anpassung von Medikamenten
Vorbeugung
Eine ausreichende tägliche Flüssigkeitszufuhr ist der wichtigste Schutz vor Exsikkose. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt Erwachsenen eine tägliche Trinkmenge von mindestens 1,5 Liter, vorzugsweise Wasser oder ungezuckerte Getränke. Bei Hitze, Sport oder Krankheit erhöht sich der Bedarf entsprechend. ältere Menschen und Pflegebedürftige sollten aktiv an das Trinken erinnert werden.
Quellen
- Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE): Referenzwerte für die Zufuhr von Wasser. URL: https://www.dge.de (abgerufen 2024)
- Herold, G. et al.: Innere Medizin. Eigenverlag, Köln, aktuelle Auflage.
- World Health Organization (WHO): The Treatment of Diarrhoea - A Manual for Physicians and Other Senior Health Workers. WHO Press, Genf, 2005.
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