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Die Fäkaltransplantation überträgt Stuhl eines gesunden Spenders in den Darm eines Patienten, um die Darmflora wiederherzustellen und Erkrankungen wie C.-difficile-Infektionen zu behandeln.
Die Fäkaltransplantation überträgt Stuhl eines gesunden Spenders in den Darm eines Patienten, um die Darmflora wiederherzustellen und Erkrankungen wie C.-difficile-Infektionen zu behandeln.
Die Fäkaltransplantation – auch bekannt als fäkale Mikrobiota-Transplantation (FMT) oder Stuhltransplantation – ist ein medizinisches Verfahren, bei dem aufbereiteter Stuhl eines gesunden Spenders in den Magen-Darm-Trakt eines Patienten übertragen wird. Ziel ist es, das gestörte Darmmikrobiom (die Gesamtheit der Darmbakterien) des Empfängers wiederherzustellen und die natürliche Balance der Mikroorganismen im Darm zu fördern.
Das Darmmikrobiom spielt eine zentrale Rolle für die Verdauung, das Immunsystem und die allgemeine Gesundheit. Ist es durch Krankheiten oder den Einsatz von Antibiotika aus dem Gleichgewicht geraten, kann eine Fäkaltransplantation helfen, dieses Gleichgewicht wiederherzustellen.
Das häufigste und am besten belegte Einsatzgebiet der Fäkaltransplantation ist die Behandlung von rezidivierenden (wiederkehrenden) Clostridioides-difficile-Infektionen (früher: Clostridium difficile), die auf Antibiotika nicht mehr ausreichend ansprechen. Darüber hinaus wird die FMT in klinischen Studien für folgende Erkrankungen untersucht:
Vor der Transplantation wird der Spender sorgfältig untersucht. Dazu gehören umfangreiche Blut- und Stuhltests, um Infektionskrankheiten und pathogene Keime auszuschließen. Der gespendete Stuhl wird anschließend mit einer sterilen Kochsalzlösung verdünnt und gefiltert, um eine homogene Suspension herzustellen. Es können auch gefriergetrocknete Kapseln verwendet werden.
Die aufbereitete Spendersuspension kann auf verschiedene Wege verabreicht werden:
Bei rezidivierenden Clostridioides-difficile-Infektionen zeigt die Fäkaltransplantation Erfolgsraten von über 85–90 %, was sie deutlich wirksamer macht als eine erneute Antibiotikatherapie. Bei anderen Erkrankungen wie Colitis ulcerosa werden in Studien Remissionsraten von etwa 24–32 % berichtet, wobei die Forschung hier noch andauert.
Die Fäkaltransplantation gilt im Allgemeinen als sicher, wenn sie von erfahrenen medizinischen Fachkräften durchgeführt wird. Mögliche Risiken und Nebenwirkungen umfassen:
In Deutschland und der Europäischen Union wird die Fäkaltransplantation regulatorisch als Arzneimittel oder als Gewebetransplantation eingestuft, je nach nationalem Recht. Sie wird in spezialisierten Zentren durchgeführt und ist für die Behandlung von Clostridioides-difficile-Infektionen in den meisten europäischen Ländern anerkannt. Für andere Indikationen erfolgt die Anwendung überwiegend im Rahmen klinischer Studien.
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