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Fampyra ist ein verschreibungspflichtiges Medikament zur Verbesserung der Gehfähigkeit bei Erwachsenen mit Multipler Sklerose. Es enthält den Wirkstoff Fampridin.
Fampyra ist ein verschreibungspflichtiges Medikament zur Verbesserung der Gehfähigkeit bei Erwachsenen mit Multipler Sklerose. Es enthält den Wirkstoff Fampridin.
Fampyra ist ein verschreibungspflichtiges Arzneimittel, das zur Verbesserung der Gehfähigkeit bei Erwachsenen mit Multipler Sklerose (MS) eingesetzt wird. Der enthaltene Wirkstoff heißt Fampridin (auch als Dalfampridin bekannt) und gehört zur Gruppe der Kaliumkanalblocker. Fampyra ist als Retardtablette erhältlich, was bedeutet, dass der Wirkstoff über einen längeren Zeitraum gleichmäßig freigesetzt wird.
Fampyra ist zugelassen für erwachsene Patienten mit Multipler Sklerose, bei denen die Gehfähigkeit eingeschränkt ist. Die Einschränkung der Mobilität ist eines der häufigsten und belastendsten Symptome der MS. Fampyra kann unabhängig von der MS-Verlaufsform eingesetzt werden, also sowohl bei schubförmig remittierender MS (RRMS), primär progredienter MS (PPMS) als auch sekundär progredienter MS (SPMS).
Bei der Multiplen Sklerose werden die Myelinscheiden der Nerven geschädigt – die schützenden Hüllen, die für eine schnelle elektrische Signalweiterleitung notwendig sind. Infolgedessen kommt es zu einem unkontrollierten Ausströmen von Kaliumionen aus den Nervenfasern, was die Weiterleitung von Nervenimpulsen beeinträchtigt.
Fampridin, der Wirkstoff in Fampyra, blockiert diese Kaliumkanäle. Dadurch wird die elektrische Leitfähigkeit der geschädigten Nervenfasern verbessert, was zu einer besseren Muskelkontrolle und einer erhöhten Gehgeschwindigkeit führen kann. Es handelt sich um eine symptomatische Behandlung, die die zugrundeliegende Erkrankung nicht aufhält, aber die Lebensqualität der Betroffenen spezifisch verbessern kann.
Die empfohlene Dosierung von Fampyra beträgt 10 mg zweimal täglich, also alle 12 Stunden. Die Tabletten sollten im Ganzen mit Wasser geschluckt werden und können unabhängig von den Mahlzeiten eingenommen werden. Eine Veränderung der Tablettenform (z. B. Zerteilen oder Zörstoern) ist nicht erlaubt, da dies die kontrollierte Wirkstofffreisetzung beeinträchtigt.
Nach etwa 2 Wochen Therapie sollte der behandelnde Arzt beurteilen, ob eine Verbesserung der Gehfähigkeit eingetreten ist. Wenn keine Verbesserung festgestellt wird, sollte die Behandlung abgebrochen werden, da nicht alle Patienten auf den Wirkstoff ansprechen.
Wie alle Arzneimittel kann auch Fampyra Nebenwirkungen verursachen. Zu den häufigen Nebenwirkungen gehören:
Eine wichtige und seltene, aber ernste Nebenwirkung ist das Auftreten von epileptischen Anfällen (Krampfanfällen). Das Risiko steigt bei höheren Blutspiegeln des Wirkstoffs. Daher ist die Einhaltung der empfohlenen Dosierung besonders wichtig.
Fampyra darf nicht angewendet werden bei:
Wechselwirkungen können mit anderen Arzneimitteln auftreten, die ebenfalls über den gleichen Transportmechanismus in der Niere ausgeschieden werden, zum Beispiel Cimetidin. Eine gleichzeitige Anwendung mit anderen Kaliumkanalblockern sollte ebenfalls vermieden werden.
Fampyra wurde in der Europäischen Union im Jahr 2011 von der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA) zugelassen. Die Zulassung basiert auf klinischen Studien, in denen ein signifikanter Anteil der behandelten MS-Patienten eine messbare Verbesserung der Gehgeschwindigkeit zeigte, gemessen durch den Timed 25-Foot Walk (T25FW).
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