Fatty Liver Index – Was ist der FLI?
Der Fatty Liver Index (FLI) ist ein Berechnungswert zur Einschätzung des Risikos einer Fettleber. Er wird aus Blut- und Körpermesswerten ermittelt.
Wissenswertes über "Fatty Liver Index"
Der Fatty Liver Index (FLI) ist ein Berechnungswert zur Einschätzung des Risikos einer Fettleber. Er wird aus Blut- und Körpermesswerten ermittelt.
Was ist der Fatty Liver Index?
Der Fatty Liver Index (FLI) ist ein mathematisch berechneter Score, der das Vorliegen einer Fettleber (Steatosis hepatis) einschätzt, ohne dass dafür eine Leberbiopsie oder eine Bildgebung notwendig ist. Er wurde 2006 von Bedogni und Kollegen entwickelt und hat sich als praktisches Screening-Instrument in der klinischen Praxis etabliert.
Ein hoher FLI-Wert weist auf ein erhöhtes Risiko für eine Fettlebererkrankung hin und kann Ärzten helfen, gefährdete Patientinnen und Patienten frühzeitig zu identifizieren.
Berechnung des Fatty Liver Index
Der FLI wird aus vier Messwerten berechnet:
- Triglyzeride (Blutfettwerte)
- Body-Mass-Index (BMI)
- Gamma-Glutamyltransferase (GGT) (ein Leberwert im Blut)
- Hüftumfang
Die Formel verwendet eine logistische Funktion, um einen Wert zwischen 0 und 100 zu berechnen. Dabei gilt:
- FLI < 30: Fettleber unwahrscheinlich
- FLI 30–59: Unbestimmter Bereich
- FLI ≥ 60: Fettleber wahrscheinlich
Klinische Bedeutung
Der FLI ist ein anerkanntes Instrument zur Früherkennung der nicht-alkoholischen Fettlebererkrankung (NAFLD) sowie der alkoholischen Fettleber. Da beide Erkrankungen häufig lange Zeit ohne Symptome verlaufen, ist ein verlässlicher, nicht-invasiver Screening-Test besonders wertvoll.
Ein erhöhter FLI ist zudem mit einem höheren Risiko für Typ-2-Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und das Metabolische Syndrom assoziiert. Studien zeigen, dass der FLI unabhängig von anderen Faktoren ein Prädiktor für diese Erkrankungen sein kann.
Vorteile und Grenzen des FLI
Vorteile
- Einfach aus Routinelaborwerten und Körpermessungen berechenbar
- Keine invasiven Eingriffe oder teure Bildgebung notwendig
- Gut validiert in verschiedenen Bevölkerungsgruppen
- Geeignet für große epidemiologische Studien und die Praxis
Grenzen
- Der FLI kann Fettleber nicht mit Sicherheit diagnostizieren oder ausschließen
- Er ersetzt keine Ultraschalluntersuchung oder Leberbiopsie bei Verdacht auf fortgeschrittene Lebererkrankung
- Die Genauigkeit kann bei bestimmten Bevölkerungsgruppen variieren
Was tun bei erhöhtem FLI?
Bei einem FLI-Wert von 60 oder höher sollte eine weiterführende ärztliche Abklärung erfolgen. Diese umfasst in der Regel:
- Ultraschall der Leber
- Ausführliche Blutuntersuchung (Leberwerte, Blutzucker, Blutfette)
- Einschätzung des Lebensstils (Ernährung, Alkohol, körperliche Aktivität)
Die wichtigsten Behandlungsansätze bei einer Fettleber sind Gewichtsreduktion, Ernährungsumstellung und regelmäßige körperliche Aktivität. In vielen Fällen lässt sich eine Fettleber durch diese Maßnahmen deutlich verbessern oder sogar vollständig rückbilden.
Quellen
- Bedogni G, Bellentani S, Miglioli L, et al. - The Fatty Liver Index: a simple and accurate predictor of hepatic steatosis in the general population. BMC Gastroenterology, 2006;6:33.
- European Association for the Study of the Liver (EASL) - EASL Clinical Practice Guidelines on non-invasive tests for evaluation of liver disease severity and prognosis. Journal of Hepatology, 2021;75(3):659–689.
- Stefan N, Kantartzis K, Häring HU - Causes and metabolic consequences of Fatty Liver. Endocrine Reviews, 2008;29(7):939–960.
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