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Die Ferritin-Regulation steuert die Speicherung und Freisetzung von Eisen im Körper. Sie ist entscheidend für die Eisenhomöostase und die Vorbeugung von Eisenmangel oder Eisenüberladung.
Die Ferritin-Regulation steuert die Speicherung und Freisetzung von Eisen im Körper. Sie ist entscheidend für die Eisenhomöostase und die Vorbeugung von Eisenmangel oder Eisenüberladung.
Ferritin ist ein intrazelluläres Speicherprotein, das Eisen in einer nicht-toxischen, bioverfügbaren Form bindet und freisetzt. Die Ferritin-Regulation beschreibt alle molekularen und physiologischen Mechanismen, die die Synthese, den Abbau und die Aktivität von Ferritin kontrollieren. Eine intakte Regulierung ist essenziell, um sowohl Eisenmangel als auch eine schädliche Eisenüberladung zu verhindern.
Ferritin besteht aus einer Proteinhülle (Apoferritin), die bis zu 4.500 Eisenatome (als Fe³⁺) speichern kann. Es kommt in nahezu allen Zellen des Körpers vor, mit besonders hohen Konzentrationen in Leber, Milz und Knochenmark. Im Blutserum zirkuliert eine kleine Menge Ferritin, deren Konzentration als wichtiger Labormarker für die Eisenspeicher des Körpers gilt.
Der wichtigste Regulationsmechanismus auf zellulärer Ebene ist das IRE/IRP-System (Iron Responsive Element / Iron Regulatory Protein):
Hepcidin, ein in der Leber produziertes Hormon, ist der zentrale systemische Regulator des Eisenstoffwechsels. Es reguliert indirekt die Ferritinspiegel, indem es den Eisentransporter Ferroportin hemmt und so die Eisenabgabe aus Zellen ins Blut reduziert. Ein hoher Ferritinspiegel stimuliert die Hepcidinproduktion, was zu einer reduzierten Eisenaufnahme aus dem Darm und einer verminderten Freisetzung aus Speicherzellen führt.
Entzündungssignale wie Interleukin-6 (IL-6) und andere Zytokine können die Ferritinsynthese stark erhöhen – unabhängig vom tatsächlichen Eisenstatus. Dies erklärt, warum bei entzündlichen Erkrankungen (z. B. rheumatoider Arthritis, Infektionen) häufig erhöhte Ferritinwerte im Blut gemessen werden, obwohl keine Eisenüberladung vorliegt. Dieses Phänomen wird als Akute-Phase-Reaktion bezeichnet.
Ein niedriger Ferritinwert (unter 30 µg/l) ist der sensitivste Marker für erschöpfte Eisenspeicher und kann auf einen drohenden oder manifesten Eisenmangel hinweisen. Symptome umfassen Erschöpfung, Blässe, Konzentrationsstörungen und im fortgeschrittenen Stadium eine Eisenmangelanämie.
Erhöhte Ferritinwerte können auf folgende Zustände hinweisen:
Der Serum-Ferritin-Wert ist ein Standardparameter in der klinischen Diagnostik. Referenzbereiche variieren je nach Labor und Geschlecht:
Da Ferritin ein Akute-Phase-Protein ist, muss bei der Interpretation stets der klinische Kontext berücksichtigt werden. Ein normaler oder erhöhter Ferritinwert schließt einen funktionellen Eisenmangel nicht aus.
Zur Beurteilung der Ferritin-Regulation werden neben dem Serum-Ferritin auch weitere Parameter herangezogen, darunter Transferrin-Sättigung, löslicher Transferrinrezeptor (sTfR) und das große Blutbild. Bei Eisenmangel erfolgt die Therapie durch diätetische Anpassung oder orale bzw. intravenöse Eisensubstitution. Bei Eisenüberladung (z. B. Hämochromatose) kommen regelmäßige Aderlässe oder Chelattherapie zum Einsatz.
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