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Ferroptose ist eine Form des regulierten Zelltods, die durch Eisen-abhängige Lipidperoxidation ausgelöst wird und eine wichtige Rolle bei Krebs, neurodegenerativen Erkrankungen und Gewebsschäden spielt.
Ferroptose ist eine Form des regulierten Zelltods, die durch Eisen-abhängige Lipidperoxidation ausgelöst wird und eine wichtige Rolle bei Krebs, neurodegenerativen Erkrankungen und Gewebsschäden spielt.
Ferroptose ist eine besondere Form des programmierten Zelltods, die sich grundlegend von anderen bekannten Zelltodmechanismen wie Apoptose, Nekrose oder Autophagie unterscheidet. Der Begriff setzt sich aus dem lateinischen Wort ferrum (Eisen) und dem griechischen Wort ptosis (Fall, Untergang) zusammen. Erstmals wissenschaftlich beschrieben wurde die Ferroptose im Jahr 2012 von den Forschern Scott Dixon und Brent Stockwell.
Der zentrale Mechanismus der Ferroptose beruht auf einer unkontrollierten Anhäufung von reaktiven Sauerstoffspezies (ROS) in Zellmembranen, die durch Eisen-Ionen katalysiert wird. Dies führt zur sogenannten Lipidperoxidation – einer Oxidation von ungesättigten Fettsäuren in der Zellmembran, die schließlich zur Zerstörung der Zelle führt.
Der Ablauf der Ferroptose lässt sich in mehrere Schritte unterteilen:
Ferroptose unterscheidet sich morphologisch und biochemisch deutlich von anderen Zelltodmechanismen:
In der Krebsforschung ist die Ferroptose von großem Interesse, da viele Tumorzellen gegen klassische Apoptose resistent sind. Die gezielte Induktion von Ferroptose in Tumorzellen gilt als vielversprechender therapeutischer Ansatz. Bestimmte Krebszellen, insbesondere solche mit erhöhter RAS-Mutation oder mesenchymalen Eigenschaften, sind besonders empfindlich gegenüber Ferroptose.
Ferroptose wird mit der Entstehung und dem Fortschreiten verschiedener neurodegenerativer Erkrankungen in Verbindung gebracht, darunter:
In Nervenzellen führt unkontrollierte Eisenakkumulation und Lipidperoxidation zum Zelluntergang, was die Symptome dieser Erkrankungen verstärken kann.
Bei ischämischen Ereignissen wie Herzinfarkt oder Schlaganfall sowie bei Reperfusionsschäden (Wiederdurchblutung nach Sauerstoffmangel) spielt Ferroptose eine wichtige Rolle bei der Gewebsschädigung. Auch bei akutem Nierenversagen und Leberschäden durch Paracetamol-Überdosierung ist ferroptotischer Zelltod nachgewiesen worden.
Die Erforschung von Ferroptose eröffnet neue Möglichkeiten für die Medizin:
Ferroptose ist ein sehr aktives Forschungsfeld. Klinische Studien untersuchen derzeit, inwieweit Ferroptose-basierte Strategien bei der Behandlung von therapieresistentem Krebs eingesetzt werden können. Ebenso wird intensiv an Inhibitoren geforscht, die neurodegeneration-assoziierte Schäden durch Ferroptose begrenzen sollen. Das Verständnis der genauen Regulationsmechanismen wird als Schlüssel für zukünftige Therapieentwicklungen angesehen.
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