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Fibrinogenerhöhung: Ursachen, Risiken und Therapie

Eine Fibrinogenerhöhung bezeichnet erhöhte Fibrinogenwerte im Blut. Sie kann auf Entzündungen, Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder andere Erkrankungen hinweisen.

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Wissenswertes über "Fibrinogenerhöhung"

Eine Fibrinogenerhöhung bezeichnet erhöhte Fibrinogenwerte im Blut. Sie kann auf Entzündungen, Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder andere Erkrankungen hinweisen.

Was ist eine Fibrinogenerhöhung?

Fibrinogen ist ein Glykoprotein, das in der Leber produziert wird und eine zentrale Rolle bei der Blutgerinnung spielt. Es wird durch das Enzym Thrombin in Fibrin umgewandelt, das als Grundgerüst eines Blutgerinnsels dient. Der Normalwert von Fibrinogen im Blut liegt bei Erwachsenen in der Regel zwischen 200 und 400 mg/dl. Liegt der Wert dauerhaft über diesem Bereich, spricht man von einer Fibrinogenerhöhung oder Hyperfibrinogenämie.

Fibrinogen gilt zudem als Akute-Phase-Protein: Bei Entzündungen, Verletzungen oder Infektionen steigt seine Konzentration im Blut rasch an. Erhöhte Fibrinogenwerte gelten daher nicht nur als Zeichen einer gesteigerten Gerinnungsbereitschaft, sondern auch als Marker für systemische Entzündungsprozesse.

Ursachen einer Fibrinogenerhöhung

Erhöhte Fibrinogenwerte können durch eine Vielzahl von Erkrankungen und physiologischen Zuständen ausgelöst werden:

  • Akute und chronische Entzündungen: z. B. rheumatoide Arthritis, Morbus Crohn, Lupus erythematodes
  • Infektionen: bakterielle oder virale Infektionen mit systemischer Entzündungsreaktion
  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen: koronare Herzkrankheit, Arteriosklerose, Herzinfarktrisiko
  • Tumorerkrankungen: viele Krebsarten führen zu einem Anstieg der Akute-Phase-Proteine
  • Diabetes mellitus: insbesondere bei schlechter Blutzuckereinstellung
  • Adipositas: Übergewicht ist mit erhöhten Entzündungsmarkern assoziiert
  • Rauchen: chronische Reizung der Gefäße und Entzündungsförderung
  • Schwangerschaft: physiologisch bedingte Erhöhung der Gerinnungsfaktoren
  • Hormontherapie: z. B. orale Kontrazeptiva oder Hormonersatztherapie
  • Operationen und Traumata: postoperativer Anstieg als Akute-Phase-Reaktion

Symptome und Risiken

Eine Fibrinogenerhöhung verursacht in der Regel keine direkten Symptome und wird meist zufällig bei einer Blutuntersuchung festgestellt. Sie ist jedoch mit einem erhöhten Risiko für folgende Erkrankungen und Ereignisse verbunden:

  • Thrombosen: Bildung von Blutgerinnseln in Venen oder Arterien
  • Herzinfarkt: erhöhtes Risiko durch gesteigerte Gerinnungsneigung und Plaqueinstabilität
  • Schlaganfall: arterielle Verschlüsse durch Fibringerinnsel im Gehirn
  • Lungenembolie: Verschluss von Lungenarterien durch verschleppte Gerinnsel
  • Mikrozirkulationsstörungen: Beeinträchtigung der Durchblutung kleiner Gefäße

Besonders bei Patienten mit bereits bestehenden Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder einem metabolischen Syndrom ist ein erhöhter Fibrinogenwert ein ernst zu nehmender Risikofaktor.

Diagnose

Die Diagnose einer Fibrinogenerhöhung erfolgt durch eine einfache Blutuntersuchung. Dabei wird die Konzentration von Fibrinogen im Plasma gemessen. Folgende Aspekte sind bei der Interpretation zu beachten:

  • Der Normalbereich liegt üblicherweise bei 200–400 mg/dl (je nach Labor können die Referenzwerte leicht variieren).
  • Werte über 400–450 mg/dl gelten als erhöht und sollten weiter abgeklärt werden.
  • Die Messung erfolgt häufig im Rahmen eines Gerinnungsstatus oder eines allgemeinen Entzündungsscreenings (z. B. zusammen mit CRP, BSG, Blutbild).
  • Ein einzelner erhöhter Wert muss im klinischen Kontext bewertet werden, da akute Erkrankungen den Wert vorübergehend stark anheben können.

Behandlung und Therapieansätze

Die Behandlung einer Fibrinogenerhöhung richtet sich in erster Linie nach der zugrunde liegenden Ursache. Es gibt keine spezifische Therapie, die allein den Fibrinogenspiegel senkt, ohne die Grunderkrankung zu behandeln.

Behandlung der Grunderkrankung

Wird die auslösende Erkrankung (z. B. Infektion, rheumatische Erkrankung oder Diabetes) erfolgreich behandelt, normalisieren sich die Fibrinogenwerte häufig wieder. Eine konsequente Therapie chronisch-entzündlicher Erkrankungen ist daher entscheidend.

Lebensstilanpassungen

Verschiedene Maßnahmen können helfen, den Fibrinogenspiegel zu senken und das Herz-Kreislauf-Risiko zu reduzieren:

  • Rauchstopp: Raucher haben signifikant höhere Fibrinogenwerte als Nichtraucher.
  • Regelmäßige körperliche Aktivität: Sport kann den Fibrinogenspiegel senken.
  • Gewichtsreduktion: Abbau von Übergewicht verringert das allgemeine Entzündungsniveau.
  • Ausgewogene Ernährung: Mediterrane Kost mit viel Gemüse, Fisch und gesunden Fetten wirkt entzündungshemmend.
  • Alkoholreduktion: Moderater Alkoholkonsum hat weniger Einfluss als übermäßiger Konsum.

Medikamentöse Therapie

In bestimmten Hochrisikosituationen kann eine medikamentöse Therapie erwogen werden:

  • Statine: Diese Cholesterinsenker haben nachweislich auch entzündungshemmende Wirkungen und können den Fibrinogenspiegel leicht senken.
  • Fibrate: Eine Klasse von Lipidsenkern, die ebenfalls fibrinogensenkende Eigenschaften besitzen.
  • Antikoagulanzien: Bei konkretem Thromboserisiko kann eine Blutverdünnungstherapie indiziert sein, um das Gerinnungsrisiko zu reduzieren.

Quellen

  1. Lowe, G. D. O. et al. (2004): Fibrinogen and cardiovascular risk. In: Journal of Internal Medicine, 255(4), 424–431. PubMed PMID: 15049879.
  2. World Health Organization (WHO): Cardiovascular diseases – Risk factors and prevention. Verfügbar unter: https://www.who.int/health-topics/cardiovascular-diseases
  3. Pschyrembel Klinisches Wörterbuch (2023). 268. Auflage. De Gruyter Verlag, Berlin.

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