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Fibrinolytisch bezeichnet die Eigenschaft, Blutgerinnsel aufzulösen. Fibrinolytische Substanzen werden in der Medizin gezielt zur Behandlung von Thrombosen und Schlaganfällen eingesetzt.
Fibrinolytisch bezeichnet die Eigenschaft, Blutgerinnsel aufzulösen. Fibrinolytische Substanzen werden in der Medizin gezielt zur Behandlung von Thrombosen und Schlaganfällen eingesetzt.
Fibrinolytisch beschreibt die Fähigkeit eines Stoffes oder eines biologischen Prozesses, Fibrin – den Hauptbestandteil von Blutgerinnseln – aufzulösen. Der Begriff setzt sich aus dem lateinischen Wort fibrin (Faserstoff des Blutes) und dem griechischen Wort lysis (Auflösung) zusammen. Fibrinolytische Vorgänge spielen eine zentrale Rolle im natürlichen Gleichgewicht zwischen Blutgerinnung und Gerinnselauflösung im menschlichen Körper.
Im Körper wird die Fibrinolyse durch das Enzym Plasmin vermittelt. Plasmin entsteht aus seiner inaktiven Vorstufe Plasminogen, wenn sogenannte Plasminogenaktivatoren – zum Beispiel der körpereigene t-PA (Gewebe-Plasminogenaktivator) – diesen aktivieren. Plasmin spaltet dann die Fibrin-Fäden des Blutgerinnsels in kleinere Bruchstücke (sogenannte Fibrinspaltprodukte), wodurch das Gerinnsel aufgelöst wird.
Fibrinolytisch wirkende Medikamente ahmen diesen Prozess nach oder verstärken ihn gezielt, indem sie Plasminogen aktivieren und so die Auflösung von krankhaften Blutgerinnseln beschleunigen.
Fibrinolytische Substanzen – auch Thrombolytika genannt – werden in der Notfallmedizin und der klinischen Praxis zur Behandlung lebensbedrohlicher thrombotischer Erkrankungen eingesetzt. Zu den wichtigsten Anwendungsgebieten zählen:
Zu den am häufigsten verwendeten fibrinolytischen Medikamenten gehören:
Die größte Gefahr fibrinolytischer Therapien ist das erhöhte Blutungsrisiko. Da das Medikament nicht nur krankhaft, sondern auch physiologisch wichtige Gerinnsel auflösen kann, besteht das Risiko von:
Daher ist die Anwendung fibrinolytischer Substanzen an strenge Kontraindikationen geknüpft, zum Beispiel bei kürzlich erfolgten Operationen, bekannten Hirnblutungen oder unkontrolliertem Bluthochdruck.
Neben der medikamentösen Therapie ist die körpereigene Fibrinolyse ein entscheidender Mechanismus zur Aufrechterhaltung der Hämostase (Blutstillung und Gefäßdurchgängigkeit). Ein gestörtes Gleichgewicht – entweder zu viel oder zu wenig Fibrinolyse – kann zu ernsthaften Erkrankungen führen, darunter Thrombosen, Embolien oder pathologische Blutungsneigungen.
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