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Flibanserin ist ein Arzneimittel zur Behandlung von hypoaktiver sexueller Luststörung bei prämenopausalen Frauen. Es wirkt auf Neurotransmitter im Gehirn und ist das erste zugelassene Medikament dieser Art.
Flibanserin ist ein Arzneimittel zur Behandlung von hypoaktiver sexueller Luststörung bei prämenopausalen Frauen. Es wirkt auf Neurotransmitter im Gehirn und ist das erste zugelassene Medikament dieser Art.
Flibanserin ist ein verschreibungspflichtiges Arzneimittel, das zur Behandlung der hypoaktiven sexuellen Luststörung (HSDD, englisch: Hypoactive Sexual Desire Disorder) bei prämenopausalen Frauen zugelassen ist. Es handelt sich dabei um einen anhaltenden Mangel an sexuellem Verlangen, der erhebliche persönliche Belastung verursacht. Flibanserin war das erste von der US-amerikanischen Arzneimittelbehörde FDA (im Jahr 2015) zugelassene Medikament für diese Indikation und wird unter dem Handelsnamen Addyi vermarktet. In Europa ist Flibanserin derzeit nicht zugelassen.
Im Gegensatz zu Medikamenten, die auf den Blutfluss wirken (wie Sildenafil bei Männern), greift Flibanserin direkt in die Neurochemie des Gehirns ein. Es wirkt als:
Durch dieses komplexe Wirkprofil soll die Balance zwischen hemmenden und aktivierenden Neurotransmittern im Bereich des sexuellen Verlangens beeinflusst werden. Konkret wird angenommen, dass Flibanserin den Dopamin- und Noradrenalinspiegel erhöht (förderlich für sexuelles Verlangen) und gleichzeitig den Serotoninspiegel senkt (da überhöhtes Serotonin sexuelles Verlangen hemmen kann).
Flibanserin ist ausschließlich für prämenopausale Frauen mit erworbener, generalisierter HSDD zugelassen. Die Diagnose setzt voraus, dass:
Die empfohlene Dosis beträgt 100 mg einmal täglich zur Schlafenszeit. Die Einnahme am Abend ist wichtig, um das Risiko von Schwindel und Blutdruckabfall zu reduzieren. Ein messbarer Behandlungserfolg sollte nach etwa 8 Wochen beurteilt werden. Bleibt eine Verbesserung aus, sollte die Therapie beendet werden.
Flibanserin kann verschiedene unerwünschte Wirkungen verursachen. Zu den häufigsten gehören:
Eine besonders ernst zu nehmende Wechselwirkung besteht mit Alkohol: Die gleichzeitige Einnahme kann zu einem starken Blutdruckabfall und Bewusstlosigkeit führen. Daher wird Alkohol während der Behandlung strikt abgeraten. Außerdem können bestimmte Medikamente (insbesondere CYP3A4-Inhibitoren wie Fluconazol oder bestimmte Antibiotika) den Flibanserin-Spiegel im Blut gefährlich erhöhen.
Flibanserin darf nicht eingenommen werden bei:
Die klinische Wirksamkeit von Flibanserin wird von der medizinischen Gemeinschaft kontrovers diskutiert. Klinische Studien zeigten eine statistisch signifikante, aber in der Praxis bescheidene Verbesserung des sexuellen Verlangens und der zufriedenstellenden sexuellen Ereignisse im Vergleich zu Placebo. Kritiker weisen darauf hin, dass das Nutzen-Risiko-Verhältnis angesichts der Nebenwirkungen sorgfältig abgewogen werden muss. Eine ganzheitliche Betrachtung, die auch psychologische und partnerschaftliche Faktoren einschließt, wird empfohlen.
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