Folgenahrung: Definition, Nährstoffe & Empfehlungen
Folgenahrung ist eine speziell entwickelte Säuglingsnahrung für Babys ab dem 6. Lebensmonat als Ergänzung zur Beikost. Sie enthält wichtige Nährstoffe für das Wachstum.
Wissenswertes über "Folgenahrung"
Folgenahrung ist eine speziell entwickelte Säuglingsnahrung für Babys ab dem 6. Lebensmonat als Ergänzung zur Beikost. Sie enthält wichtige Nährstoffe für das Wachstum.
Was ist Folgenahrung?
Folgenahrung (auch Folgemilch genannt) ist eine industriell hergestellte Säuglingsnahrung, die speziell für Babys ab dem vollendeten 6. Lebensmonat konzipiert wurde. Sie wird als Ergänzung zur Beikost eingesetzt und tritt nach der Phase der anfänglichen Säuglingsnahrung (Pre- oder 1er-Nahrung) in den Speiseplan des Babys ein. Folgenahrung ist in der Europäischen Union durch die Richtlinie 2006/52/EG sowie die Delegierte Verordnung (EU) 2016/127 reguliert und muss bestimmten Nährstoffvorgaben entsprechen.
Zusammensetzung und Nährstoffprofil
Folgenahrung basiert häufig auf Kuhmilchproteinen, die teilweise hydrolysiert sein können. Sie enthält eine angepasste Kombination aus Kohlenhydraten, Fetten, Proteinen sowie Vitaminen und Mineralstoffen, die auf den Bedarf von Babys ab dem 6. Monat abgestimmt ist. Typische Inhaltsstoffe sind:
- Eisen: Folgenahrung enthält in der Regel mehr Eisen als anfängliche Säuglingsnahrung, da der Eisenbedarf ab dem 6. Monat steigt und die körpereigenen Eisenreserven des Babys zurückgehen.
- Vitamin D und Kalzium: Fördern den Knochenaufbau und die gesunde Entwicklung des Skelettsystems.
- Langkettige, mehrfach ungesättigte Fettsäuren (LC-PUFAs): Wie DHA (Docosahexaensäure), wichtig für die Gehirn- und Sehentwicklung.
- Prebiotika und Probiotika: Manche Produkte enthalten diese zur Unterstützung der Darmgesundheit.
Wann wird Folgenahrung eingesetzt?
Folgenahrung ist ab dem vollendeten 6. Lebensmonat geeignet und wird parallel zur Einführung von Beikost verwendet. Sie ersetzt in dieser Phase nicht vollständig die Muttermilch oder anfängliche Säuglingsnahrung, sondern ergänzt den Speiseplan des Babys. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt ausschließliches Stillen für die ersten 6 Lebensmonate und betont, dass Folgenahrung kein notwendiger Bestandteil der Säuglingsernährung ist, wenn gestillt wird.
Folgenahrung im Vergleich zu Muttermilch und anfänglicher Säuglingsnahrung
Muttermilch bleibt die optimale Ernährungsquelle für Säuglinge und Kleinkinder und sollte, wenn möglich, weiterhin gegeben werden. Anfängliche Säuglingsnahrung (Pre- oder 1er-Nahrung) ist für Neugeborene bis zum 6. Monat konzipiert und kann auch darüber hinaus weiterverwendet werden. Folgenahrung hingegen ist speziell für ältere Säuglinge ab 6 Monaten formuliert und enthält höhere Mengen bestimmter Nährstoffe wie Eisen. Sie darf nicht für Neugeborene oder Säuglinge unter 6 Monaten verwendet werden.
Sicherheit und Empfehlungen
Folgenahrung muss strenge europäische Lebensmittelsicherheitsstandards erfüllen. Die Zubereitung sollte stets nach den Herstelleranweisungen erfolgen, da eine falsche Zubereitung (zu konzentriert oder zu verdünnt) gesundheitsschädlich sein kann. Eltern sollten außerdem auf Folgendes achten:
- Folgenahrung stets frisch zubereiten und nicht aufbewähren.
- Fläschchen und Zubehör regelmäßig sterilisieren.
- Bei Unverträglichkeiten oder Allergien (z. B. Kuhmilchprotein-Allergie) spezielle hypoallergene (HA) Produkte oder ärztlich empfohlene Alternativen verwenden.
Kritische Betrachtung und ärztlicher Rat
Ernährungsexperten und Kinderpädiater weisen darauf hin, dass Folgenahrung aus medizinischer Sicht nicht zwingend notwendig ist, wenn das Baby weiterhin gestillt wird oder anfängliche Säuglingsnahrung erhält. Der wichtigste Nährstoffbedarf ab dem 6. Monat, insbesondere Eisen, kann auch durch geeignete Beikost gedeckt werden. Eltern wird empfohlen, bei Fragen zur Säuglingsernährung stets eine Kinderarztpraxis oder Stillberatung aufzusuchen.
Quellen
- Europäische Kommission: Delegierte Verordnung (EU) 2016/127 – Anforderungen an Säuglingsnahrung und Folgenahrung. Brüssel, 2016.
- World Health Organization (WHO): Infant and young child feeding. Fact Sheet, 2023. Verfügbar unter: https://www.who.int/news-room/fact-sheets/detail/infant-and-young-child-feeding
- Koletzko B. et al.: Global Standard for the Composition of Infant Formula. Annals of Nutrition and Metabolism, 2005; 49(Suppl 1):1–11.
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