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Fossa inguinalis medialis – Anatomie und klinische Bedeutung

Die Fossa inguinalis medialis ist eine anatomische Vertiefung an der inneren Bauchwand im Leistenbereich. Sie ist klinisch relevant als Austrittsstelle direkter Leistenhernien.

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Wissenswertes über "Fossa inguinalis medialis"

Die Fossa inguinalis medialis ist eine anatomische Vertiefung an der inneren Bauchwand im Leistenbereich. Sie ist klinisch relevant als Austrittsstelle direkter Leistenhernien.

Definition und Anatomie

Die Fossa inguinalis medialis (lateinisch: mediale Leistengrube) ist eine flache, grubenartige Vertiefung an der Innenseite der vorderen Bauchwand im Bereich der Leiste. Sie liegt zwischen zwei Bindegewebsstrukturen: medial wird sie durch das Ligamentum umbilicale mediale (der obliterierte Nabelschnurarterie) und lateral durch die Vasa epigastrica inferiora (untere Bauchdeckenarterien) begrenzt. Nach kaudal (unten) wird sie vom Leistenband (Ligamentum inguinale) abgeschlossen.

Die mediale Leistengrube entspricht in ihrer Lage dem Anulus inguinalis superficialis, dem oberflächlichen Leistenring, also dem äußeren Ausgang des Leistenkanals. Sie ist damit eine der drei Gruben, die an der Innenseite der Bauchwand unterschieden werden: die Fossa inguinalis lateralis, die Fossa inguinalis medialis und die Fossa supravesicalis.

Klinische Bedeutung

Die Fossa inguinalis medialis hat eine herausragende Bedeutung in der klinischen Medizin, insbesondere in der Chirurgie. Sie stellt den bevorzugten Durchtrittspunkt der direkten Leistenhernie (Hernia inguinalis directa) dar.

Direkte Leistenhernie

Bei einer direkten Leistenhernie tritt Bauchinhalt (z. B. Dünndarmschlingen oder Fettgewebe) direkt durch die geschwächte Bauchwand im Bereich der medialen Leistengrube nach außen, ohne den Leistenkanal in seiner gesamten Länge zu durchlaufen. Dies geschieht medial der unteren Bauchdeckenarterien (Vasa epigastrica inferiora), was sie von der indirekten Leistenhernie unterscheidet, die lateral dieser Gefäße durch den inneren Leistenring tritt.

Direkte Leistenhernien entstehen meist durch eine Schwäche oder Degeneration der Bauchwandmuskulatur und des Bindegewebes, häufig im höheren Lebensalter oder bei chronisch erhöhtem Bauchdruck (z. B. durch Husten, Verstopfung oder schwere körperliche Arbeit). Sie sind bei Männern deutlich häufiger als bei Frauen.

Abgrenzung zu benachbarten Strukturen

  • Fossa inguinalis lateralis: liegt lateral der Vasa epigastrica inferiora; hier tritt die indirekte Leistenhernie aus.
  • Fossa supravesicalis: liegt medial des Ligamentum umbilicale mediale, direkt über der Harnblase; hier können supravesikale Hernien entstehen.
  • Hesselbach-Dreieck: Das klinisch wichtige Hesselbach-Dreieck entspricht anatomisch im Wesentlichen dem Bereich der Fossa inguinalis medialis und wird begrenzt durch die Vasa epigastrica inferiora (lateral), das Leistenband (kaudal) und den lateralen Rand des M. rectus abdominis (medial).

Diagnostik

Die Beurteilung der Fossa inguinalis medialis erfolgt klinisch durch körperliche Untersuchung sowie bildgebend mittels Sonographie (Ultraschall) des Leistenbereiches. In unklaren Fällen oder bei der präoperativen Planung kann eine Computertomographie (CT) oder Magnetresonanztomographie (MRT) des Abdomens eingesetzt werden. Laparoskopisch ist die mediale Leistengrube von innen gut einsehbar, was besonders bei minimalinvasiven Hernienreparaturen genutzt wird.

Therapie bei Hernien der Fossa inguinalis medialis

Die Behandlung einer direkten Leistenhernie ist in der Regel operativ. Ziel ist die Rückverlagerung des vorgefallenen Gewebes und die Verstärkung der Bauchwand. Gängige Verfahren sind:

  • Offene Verfahren: z. B. Operation nach Shouldice oder Lichtenstein (spannungsfreie Netzreparatur)
  • Laparoskopische Verfahren: z. B. TAPP (transabdominelle präperitoneale Patchplastik) oder TEP (total extraperitoneale Patchplastik)

Bei allen Verfahren wird die geschwächte Region der Fossa inguinalis medialis durch Naht oder Einlage eines Kunststoffnetzes verstärkt, um einen Rückfall (Rezidiv) zu verhindern.

Quellen

  1. Schünke M, Schulte E, Schumacher U. Prometheus – Lernatlas der Anatomie: Innere Organe. 5. Auflage. Stuttgart: Thieme; 2018.
  2. Miserez M et al. The European Hernia Society groin hernia classification: simple and easy to remember. Hernia. 2007;11(2):113-116.
  3. Simons MP et al. European Hernia Society guidelines on the treatment of inguinal hernia in adult patients. Hernia. 2009;13(4):343-403.

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