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FRα (Folatrezeptor alpha) ist ein zellständiges Protein, das Folat (Vitamin B9) bindet und in viele Krebsarten überexprimiert wird. Es dient als wichtiger Biomarker und therapeutisches Ziel in der Onkologie.
FRα (Folatrezeptor alpha) ist ein zellständiges Protein, das Folat (Vitamin B9) bindet und in viele Krebsarten überexprimiert wird. Es dient als wichtiger Biomarker und therapeutisches Ziel in der Onkologie.
FRα steht für Folatrezeptor alpha (englisch: Folate Receptor alpha). Es handelt sich um ein glykoproteinisches Zelloberflächenprotein, das mit hoher Affinität die biologisch aktive Form von Folat (Vitamin B9) bindet und in die Zelle transportiert. FRα ist im normalen Gewebe nur begrenzt exprimiert, wird jedoch in zahlreichen malignen Tumoren – insbesondere in Eierstock-, Lungen-, Gebärmutter- und Brustkrebs – stark überexprimiert. Diese Eigenschaft macht FRα zu einem bedeutenden Biomarker und therapeutischen Zielstruktur in der modernen Krebsmedizin.
Folatrezeptoren gehören zu einer Familie von vier verwandten Proteinen (FRα, FRβ, FRγ und FRδ). FRα ist das am besten untersuchte Mitglied dieser Familie. Seine primäre physiologische Aufgabe besteht darin, Folat aus dem Blut aufzunehmen und in Zellen zu transportieren. Folat ist essenziell für die DNA-Synthese, die Zellteilung und die Aufrechterhaltung des Einkohlenstoff-Stoffwechsels. Im gesunden Körper wird FRα hauptsächlich in der Niere, der Plazenta und einigen Epithelgeweben exprimiert, jedoch in geringem Maße.
In vielen soliden Tumoren ist FRα auf der Zelloberfläche deutlich erhöht. Besonders hohe Expressionsraten wurden nachgewiesen bei:
Die Expression von FRα kann mittels immunhistochemischer Färbung (IHC) an Tumorgewebe nachgewiesen werden. Patientinnen und Patienten mit hoher FRα-Expression gelten als geeignete Kandidaten für zielgerichtete Therapien, die diesen Rezeptor nutzen. Die Bestimmung des FRα-Status ist daher ein wichtiger Schritt in der prätherapeutischen Diagnostik.
Der bekannteste therapeutische Ansatz, der FRα nutzt, sind sogenannte Antikörper-Wirkstoff-Konjugate (ADC, Antibody-Drug Conjugates). Dabei wird ein gegen FRα gerichteter monoklonaler Antikörper mit einem zytotoxischen Wirkstoff verbunden. Nach Bindung an FRα auf der Tumorzelloberfläche wird das Konjugat in die Zelle aufgenommen, wo der Wirkstoff die Tumorzelle abtötet.
Ein klinisch zugelassenes Beispiel ist Mirvetuximab Soravtansin (Handelsname: Elahere), das von der US-amerikanischen Arzneimittelbehörde FDA für die Behandlung von platinresistentem FRα-positivem Ovarialkarzinom zugelassen wurde.
Der Nachweis von FRα erfolgt in der Regel durch:
Die hohe und selektive Expression von FRα in bestimmten Tumoren bei gleichzeitig niedrigem Vorkommen in gesundem Gewebe macht diesen Rezeptor zu einem idealen Angriffspunkt für die zielgerichtete Krebstherapie. Die Identifikation des FRα-Status ermöglicht eine präzisionsmedizinische Behandlungsplanung und kann die Therapieergebnisse bei bestimmten Krebspatientinnen und -patienten deutlich verbessern. Die Forschung auf diesem Gebiet ist äußerst aktiv, mit zahlreichen laufenden klinischen Studien.
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