Fraktur (Knochenbruch) – Ursachen, Symptome & Therapie
Eine Fraktur ist ein Knochenbruch, bei dem die Kontinuität eines Knochens unterbrochen wird. Sie entsteht meist durch äußere Gewalteinwirkung und erfordert ärztliche Behandlung.
Wissenswertes über "Fraktur"
Eine Fraktur ist ein Knochenbruch, bei dem die Kontinuität eines Knochens unterbrochen wird. Sie entsteht meist durch äußere Gewalteinwirkung und erfordert ärztliche Behandlung.
Was ist eine Fraktur?
Eine Fraktur (lateinisch: fractura) bezeichnet einen Knochenbruch, bei dem die Struktur eines Knochens vollständig oder teilweise unterbrochen wird. Frakturen gehören zu den häufigsten Verletzungen in der Medizin und betreffen Menschen aller Altersgruppen. Je nach Schweregrad, Lokalisation und Ursache werden verschiedene Frakturtypen unterschieden.
Ursachen
Frakturen entstehen in den meisten Fällen durch eine äußere Krafteinwirkung, die die Belastungsgrenze des Knochens überschreitet. Die wichtigsten Ursachen sind:
- Traumatische Frakturen: Durch Stürze, Verkehrsunfälle, Sportunfälle oder direkte Schläge verursacht.
- Stressfrakturen (Ermüdungsfrakturen): Entstehen durch wiederholte, übermäßige Belastung, z.B. bei Leistungssportlern.
- Pathologische Frakturen: Treten bei vorgeschädigtem Knochen auf, etwa bei Osteoporose, Knochenmetastasen oder Knochenerkrankungen, oft bereits bei minimaler Krafteinwirkung.
Einteilung und Typen
Frakturen werden nach verschiedenen Kriterien klassifiziert:
- Geschlossene Fraktur: Die Haut über dem Bruch ist intakt.
- Offene Fraktur: Der Knochen durchbricht die Haut, was das Infektionsrisiko erhöht.
- Vollständige Fraktur: Der Knochen ist vollständig durchtrennt.
- Unvollständige Fraktur (Greenstick-Fraktur): Häufig bei Kindern, der Knochen ist nur angebrochen, nicht vollständig getrennt.
- Trümmerfraktur: Der Knochen ist in mehrere Fragmente zerbrochen.
- Kompressionsfraktur: Typisch für Wirbelkörper bei Osteoporose.
Symptome
Die typischen Zeichen einer Fraktur umfassen:
- Starke, lokale Schmerzen, die sich bei Bewegung verstärken
- Schwellung und Hämatom (Bluterguss) im betroffenen Bereich
- Fehlstellung oder sichtbare Verformung des betroffenen Körperteils
- Eingeschränkte oder aufgehobene Bewegungsfähigkeit
- Knöchernes Reiben (Krepitation) bei Bewegung des Bruchbereichs
- Bei offenen Frakturen: sichtbare Knochenfragmente durch die Haut
Diagnose
Die Diagnose einer Fraktur erfolgt durch eine Kombination aus:
- Klinische Untersuchung: Der Arzt bewertet Schmerz, Schwellung, Fehlstellung und Beweglichkeit.
- Röntgenaufnahme: Die wichtigste bildgebende Methode zur Darstellung von Knochenbruchlinien; in der Regel werden zwei Ebenen gebildet (a.p. und seitlich).
- Computertomographie (CT): Bei komplexen oder unklaren Frakturen, besonders an Wirbelkörper, Schädel oder Gelenken.
- Magnetresonanztomographie (MRT): Zur Beurteilung von Weichteilbeteiligung oder Stressfrakturen, die im Röntgen nicht sichtbar sind.
Behandlung
Die Behandlung einer Fraktur hängt von Typ, Lokalisation und Schwere des Bruches ab. Grundsätzlich wird zwischen konservativer und operativer Therapie unterschieden:
Konservative Behandlung
Bei stabilen, nicht verschobenen Frakturen reicht häufig eine konservative Therapie aus:
- Ruhigstellung durch Gipsverband, Schiene oder funktionelle Orthese
- Schmerztherapie mit Schmerzmitteln (z.B. Ibuprofen, Paracetamol)
- Hochlagerung des betroffenen Gliedes zur Schwellungsreduktion
Operative Behandlung
Verschobene, instabile oder gelenknahe Frakturen erfordern oft eine Operation:
- Osteosynthese: Stabilisierung des Knochens mit Schrauben, Platten, Nägeln oder Drähten
- Endoprothese: Bei schweren Gelenk- oder Hüftfrakturen (z.B. Hüftgelenkersatz)
- Externe Fixierung: Bei offenen oder stark zertrümmerten Frakturen
Rehabilitation
Nach der Akutversorgung ist eine gezielte Physiotherapie essenziell, um Muskulatur, Beweglichkeit und Stabilität wiederherzustellen. Die Heilungsdauer variiert je nach Alter, Knochen und Bruchtyp und kann von einigen Wochen bis zu mehreren Monaten betragen.
Komplikationen
Unbehandelte oder schlecht versorgte Frakturen können zu Komplikationen führen:
- Fehlheilung (Malunion) oder ausbleibende Knochenheilung (Pseudarthrose)
- Infektionen, insbesondere bei offenen Frakturen
- Nervenschaden oder Gefäßverletzungen
- Kompartmentsyndrom: Druckerhöhung im Muskelkompartiment
- Langfristige Gelenksteife oder chronische Schmerzen
Quellen
- Buckwalter, J.A., Einhorn, T.A., Simon, S.R. (Hrsg.) - Orthopaedic Basic Science: Biology and Biomechanics of the Musculoskeletal System. American Academy of Orthopaedic Surgeons, 2000.
- Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU) - S3-Leitlinie Polytrauma / Schwerverletzten-Behandlung, AWMF-Register Nr. 012-019, 2022.
- World Health Organization (WHO) - Global status report on road safety 2023. Verfügbar unter: https://www.who.int
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