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Der Freie Androgenindex (FAI) ist ein Laborwert, der den Anteil biologisch aktiver Androgene im Blut beschreibt. Er hilft, Hormonstörungen bei Frauen und Männern zu erkennen.
Der Freie Androgenindex (FAI) ist ein Laborwert, der den Anteil biologisch aktiver Androgene im Blut beschreibt. Er hilft, Hormonstörungen bei Frauen und Männern zu erkennen.
Der Freie Androgenindex (FAI) ist ein berechneter Laborwert, der Auskunft über die Menge an biologisch aktivem Testosteron im Blut gibt. Testosteron – das wichtigste männliche Geschlechtshormon (Androgen) – zirkuliert im Blut größtenteils gebunden an Transportproteine, insbesondere an das Sexualhormon-bindende Globulin (SHBG). Nur ein kleiner Teil liegt frei, also ungebunden, vor und ist biologisch wirksam.
Da die direkte Messung von freiem Testosteron technisch aufwändig und fehleranfällig ist, wird der FAI als indirektes Maß verwendet. Er wird aus dem Gesamttestosteron und dem SHBG-Wert berechnet:
FAI (%) = (Gesamttestosteron ÷ SHBG) × 100
Der FAI ist besonders in der gynäkologischen und endokrinologischen Diagnostik relevant, unter anderem bei der Abklärung von Hormonstörungen bei Frauen.
Der Freie Androgenindex wird häufig bei folgenden Beschwerden oder Erkrankungen eingesetzt:
Die Referenzwerte des FAI unterscheiden sich je nach Geschlecht und Labor. Als Orientierung gelten folgende Richtwerte:
Ein erhöhter FAI bei Frauen ist ein wichtiges diagnostisches Kriterium für das Polyzystische Ovarsyndrom (PCOS) und andere Zustände mit übermäßiger Androgenproduktion. Ein niedriger FAI kann bei Männern auf einen Hypogonadismus oder bei Frauen auf eine niedrige Androgenaktivität hinweisen.
Verschiedene Faktoren können den FAI beeinflussen, da sowohl das Gesamttestosteron als auch der SHBG-Spiegel von mehreren Variablen abhängen:
Der FAI ist ein praktisches Instrument in der Hormondiagnostik, hat aber auch Grenzen. Er ist eine Schätzgröße und ersetzt nicht die direkte Messung von freiem Testosteron mittels Gleichgewichtsdialyse, die als Goldstandard gilt. In wissenschaftlichen Studien wird der FAI jedoch häufig eingesetzt, da er einfach zu berechnen und in der klinischen Praxis gut etabliert ist.
Die Interpretation des FAI sollte stets im Zusammenhang mit klinischen Befunden, weiteren Hormonen (z. B. LH, FSH, DHEA-S) und dem individuellen Beschwerdebild erfolgen. Ein erhöhter oder erniedrigter Wert allein erlaubt keine abschließende Diagnose.
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