Fremanezumab – Migräneprophylaxe mit CGRP-Antikörper
Fremanezumab ist ein monoklonaler Antikörper zur vorbeugenden Behandlung von Migräne bei Erwachsenen. Er hemmt gezielt das Calcitonin Gene-Related Peptide (CGRP) und reduziert Häufigkeit und Schwere von Migräneanfällen.
Wissenswertes über "Fremanezumab"
Fremanezumab ist ein monoklonaler Antikörper zur vorbeugenden Behandlung von Migräne bei Erwachsenen. Er hemmt gezielt das Calcitonin Gene-Related Peptide (CGRP) und reduziert Häufigkeit und Schwere von Migräneanfällen.
Was ist Fremanezumab?
Fremanezumab ist ein humanisierter monoklonaler Antikörper, der zur Vorbeugung (Prophylaxe) von Migräne bei Erwachsenen eingesetzt wird. Das Medikament ist unter dem Handelsnamen Ajovy bekannt und wurde in der Europäischen Union sowie in den USA zugelassen. Es richtet sich speziell gegen den Botenstoff CGRP (Calcitonin Gene-Related Peptide), der eine zentrale Rolle bei der Entstehung von Migräneattacken spielt. Fremanezumab wird subkutan (unter die Haut) injiziert und ist sowohl für episodische als auch für chronische Migräne zugelassen.
Wirkmechanismus
CGRP ist ein Neuropeptid, das bei Migräneanfällen in erhöhter Konzentration im Blut nachweisbar ist. Es wirkt gefäßerweiternd und fördert die Übertragung von Schmerzsignalen im Nervensystem. Fremanezumab bindet selektiv an CGRP selbst (nicht an dessen Rezeptor) und blockiert dadurch dessen Wirkung. Durch diese Hemmung werden:
- die Weiterleitung von Schmerzsignalen reduziert,
- die Gefäßerweiterung im Bereich der Hirnbasisgefäße vermindert,
- Entzündungsreaktionen im Trigeminussystem abgeschwächt.
Dadurch sinken Häufigkeit, Dauer und Intensität von Migräneanfällen.
Anwendungsgebiete
Fremanezumab ist indiziert bei Erwachsenen, die an episodischer Migräne (weniger als 15 Migränetage pro Monat) oder chronischer Migräne (15 oder mehr Kopfschmerztage pro Monat, davon mindestens 8 mit Migränecharakter) leiden. Es wird eingesetzt, wenn mindestens zwei vorherige Migräneprophylaktika nicht ausreichend wirksam waren oder nicht vertragen wurden.
Dosierung und Anwendung
Fremanezumab wird als subkutane Injektion verabreicht. Es stehen zwei Dosierungsschemata zur Verfügung:
- Monatliche Dosierung: 225 mg einmal monatlich
- Quartalsdosierung: 675 mg (drei Injektionen zu je 225 mg) alle drei Monate
Die Injektion erfolgt in den Bauch, den Oberschenkel oder den Oberarm. Patienten können nach entsprechender Schulung die Injektion selbst durchführen. Eine besondere Überwachung durch einen Arzt ist nicht bei jeder Injektion erforderlich, jedoch werden regelmäßige Kontrollen empfohlen.
Nebenwirkungen
Fremanezumab wird im Allgemeinen gut vertragen. Die häufigsten Nebenwirkungen sind lokale Reaktionen an der Injektionsstelle, wie:
- Rötung (Erythem)
- Schwellung (Ödem)
- Schmerzen oder Brennen
- Verhartung des Gewebes (Induration)
Systemische Nebenwirkungen wie allergische Reaktionen sind selten, können aber auftreten. Bei bekannter Überempfindlichkeit gegen Fremanezumab oder einen der Hilfsstoffe darf das Präparat nicht angewendet werden.
Gegenanzeigen und Vorsichtsmaßnahmen
Fremanezumab sollte nicht angewendet werden bei:
- bekannter Hypersensitivität gegenüber dem Wirkstoff oder Hilfsstoffen
- Schwangerschaft und Stillzeit (Anwendung nur nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung)
Bei Patienten mit schwerer Nieren- oder Leberinsuffizienz liegen begrenzte Daten vor. Eine Ärztliche Rücksprache ist in diesen Fällen unbedingt erforderlich.
Klinische Wirksamkeit
In klinischen Studien (HALO-Studienprogramm) konnte Fremanezumab bei Patienten mit episodischer und chronischer Migräne die monatliche Anzahl der Migränetage signifikant reduzieren. Bei vielen Patienten wurde eine Reduktion der Migränetage um mindestens 50 Prozent erreicht, was als klinisch bedeutsames Ansprechen gilt. Die Wirkung setzt in der Regel bereits im ersten Behandlungsmonat ein.
Quellen
- Silberstein SD et al. - Fremanezumab for the Preventive Treatment of Chronic Migraine. New England Journal of Medicine, 2017; 377: 2113-2122.
- Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) - Produktinformation Ajovy (Fremanezumab), zuletzt aktualisiert 2023. Verfügbar unter: https://www.ema.europa.eu
- Deutsche Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft (DMKG) - Leitlinie zur Migräneprophylaxe, 2022.
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