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Die Friedreich-Ataxie ist eine seltene, erbliche Erkrankung des Nervensystems, die fortschreitende Gleichgewichts- und Koordinationsstörungen verursacht.
Die Friedreich-Ataxie ist eine seltene, erbliche Erkrankung des Nervensystems, die fortschreitende Gleichgewichts- und Koordinationsstörungen verursacht.
Die Friedreich-Ataxie ist die häufigste hereditäre (erblich bedingte) Ataxie weltweit. Sie zählt zu den neurodegenerativen Erkrankungen und betrifft vor allem das Kleinhirn, das Rückenmark sowie periphere Nerven. Erstmals beschrieben wurde sie 1863 vom deutschen Arzt Nikolaus Friedreich. Die Erkrankung verläuft fortschreitend und führt mit der Zeit zu erheblichen körperlichen Einschränkungen. In Europa ist etwa 1 von 50.000 Menschen betroffen.
Die Friedreich-Ataxie wird durch Mutationen im FXN-Gen auf Chromosom 9 verursacht, das für das Protein Frataxin kodiert. In den meisten Fällen liegt eine pathologische Verlängerung einer sogenannten GAA-Trinukleotid-Wiederholungssequenz in diesem Gen vor. Diese Mutation führt dazu, dass zu wenig Frataxin produziert wird.
Frataxin spielt eine wichtige Rolle im Eisenstoffwechsel der Mitochondrien (die Energiekraftwerke der Zellen). Ein Mangel an Frataxin führt zu einer Ansammlung von freiem Eisen in den Mitochondrien, was oxidativen Stress und schließlich den Zelltod von Nervenzellen und Herzmuskelzellen auslöst.
Die Erkrankung wird autosomal-rezessiv vererbt. Das bedeutet, dass beide Elternteile je eine fehlerhafte Kopie des Gens weitergeben müssen, damit das Kind erkrankt.
Die ersten Symptome zeigen sich typischerweise zwischen dem 5. und 15. Lebensjahr, selten auch später. Der Krankheitsverlauf ist individuell verschieden, aber stets fortschreitend.
Die Diagnose der Friedreich-Ataxie basiert auf einer Kombination aus klinischer Untersuchung, neurologischen Tests und molekulargenetischen Analysen.
Bislang gibt es keine ursächliche Therapie, die den Verlauf der Friedreich-Ataxie vollständig aufhält. Seit 2023 ist jedoch in den USA und danach auch in Europa der erste zugelassene Wirkstoff Omaveloxolon (Handelsname: Skyclarys) erhältlich, der den oxidativen Stress in den Mitochondrien reduziert und die Krankheitsprogression verlangsamt.
Die Forschung konzentriert sich intensiv auf Gentherapieansätze, die darauf abzielen, die FXN-Genexpression wiederherzustellen. Ebenso werden Wirkstoffe untersucht, die die Frataxin-Produktion auf epigenetischer Ebene steigern. Klinische Studien laufen weltweit, und die Hoffnung auf weitere wirksame Behandlungsoptionen ist begründet.
Die meisten Betroffenen sind innerhalb von 10–15 Jahren nach Erkrankungsbeginn auf einen Rollstuhl angewiesen. Die Lebenserwartung ist vor allem durch die kardialen Komplikationen eingeschränkt; viele Patienten erreichen das mittlere Erwachsenenalter, einige auch ein höheres Alter. Eine frühzeitige und umfassende Betreuung durch ein multidisziplinäres Team verbessert die Lebensqualität erheblich.
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