Frühgeborenes – Ursachen, Symptome & Behandlung
Ein Frühgeborenes ist ein Baby, das vor der vollendeten 37. Schwangerschaftswoche geboren wird. Frühgeburten erfordern oft intensivmedizinische Betreuung.
Wissenswertes über "Frühgeborenes"
Ein Frühgeborenes ist ein Baby, das vor der vollendeten 37. Schwangerschaftswoche geboren wird. Frühgeburten erfordern oft intensivmedizinische Betreuung.
Was ist ein Frühgeborenes?
Als Frühgeborenes (auch: Frühgeburt) bezeichnet man ein Neugeborenes, das vor Vollendung der 37. Schwangerschaftswoche (SSW) zur Welt kommt. Eine normale Schwangerschaft dauert etwa 40 Wochen. Je früher ein Kind geboren wird, desto unreifer sind seine Körperorgane und desto größer ist in der Regel der medizinische Betreuungsbedarf.
Frühgeburten werden nach dem Zeitpunkt der Geburt in folgende Gruppen eingeteilt:
- Späte Frühgeburt: 34. bis 36. SSW
- Mäßig frühe Geburt: 32. bis 33. SSW
- Sehr frühe Geburt: 28. bis 31. SSW
- Extremely frühe Geburt: vor der 28. SSW
Ursachen einer Frühgeburt
Eine Frühgeburt kann verschiedene Ursachen haben, die sowohl die Mutter als auch das Kind betreffen können:
- Infektionen: Bakterielle Infektionen der Geburtswege (z. B. bakterielle Vaginose) zählen zu den häufigsten auslösenden Faktoren.
- Mehrlingsschwangerschaft: Zwillinge, Drillinge oder mehr erhöhen das Risiko deutlich.
- Zervixinsuffizienz: Vorzeitige Öffnung oder Verkürzung des Gebärmutterhalses.
- Plazentaprobleme: Vorzeitige Plazentalösung oder Placenta praevia.
- Mütterliche Erkrankungen: Präeklampsie, Diabetes, Bluthochdruck oder Schilddrüsenerkrankungen.
- Lebensstil- und soziale Faktoren: Rauchen, Alkohol, Stress, mangelnde Schwangerschaftsvorsorge, niedriger sozioökonomischer Status.
- Frühere Frühgeburten: Eine vorangegangene Frühgeburt erhöht das Risiko für spätere Schwangerschaften erheblich.
Symptome und klinisches Bild
Frühgeborene weisen typische körperliche Merkmale auf, die auf ihre Unreife zurückzuführen sind:
- Geringes Körpergewicht (oft unter 2.500 g)
- Dünne, rötliche Haut mit sichtbaren Blutgefäßen
- Wenig Unterhautfettgewebe
- Unvollständige Lungenreifung (Atemnotsyndrom)
- Schluck- und Saugschwäche
- Regulierungsstörungen von Körpertemperatur, Blutzucker und Herzrhythmus
Diagnose
Die Diagnose einer Frühgeburt erfolgt über den Geburtstermin bzw. die Schwangerschaftswoche, die durch die letzte Regelblutung oder einen Frühultraschall bestimmt wird. Zusätzlich werden nach der Geburt folgende Untersuchungen durchgeführt:
- Bestimmung des Reifegrades nach dem Ballard-Score oder ähnlichen Skalen
- Blutuntersuchungen (Blutzucker, Blutbild, Entzündungsparameter)
- Ultraschall des Schädels (Hirnultraschall) zur Erkennung von Hirnblutungen
- Überwachung der Lungenfunktion und des Sauerstoffgehalts im Blut
Behandlung und Versorgung
Frühgeborene werden je nach Unreifegrad auf einer Neugeborenen-Intensivstation (NICU) oder einer Frühgeborenenstation betreut. Die Behandlung umfasst:
- Wärmeversorgung: Inkubatoren halten eine stabile Körpertemperatur aufrecht.
- Atemunterstützung: Von Sauerstoffzufuhr über CPAP bis hin zur maschinellen Beatmung, abhängig vom Reifegrad.
- Ernährung: Zunächst über Infusionen (parenterale Ernährung), später über Magensonde oder Stillen.
- Surfactanttherapie: Bei Lungenunreife wird ein Surfactant-Präparat direkt in die Lunge gegeben, um deren Funktion zu verbessern.
- Medikamentöse Behandlung: Je nach Komplikationen z. B. Antibiotika, Koffein zur Atemanregung oder Ibuprofen bei offenem Ductus arteriosus.
- Känguru-Methode: Haut-zu-Haut-Kontakt der Eltern mit dem Kind fördert Stabilisierung, Bindung und Stillerfolg.
Mögliche Komplikationen
Frühgeburten können mit einer Reihe von kurzfristigen und langfristigen Komplikationen verbunden sein:
- Atemnotsyndrom (RDS): Durch mangelnden Surfactant kollabieren die Lungenälveolen.
- Hirnblutung (intraventrikuläre Hämorrhagie): Vor allem bei sehr früh Geborenen möglich.
- Nekrotisierende Enterokolitis (NEC): Schwere Darmentzündung, die eine Notoperation erfordern kann.
- Retinopathie: Schädigung der Netzhaut durch Sauerstofftherapie.
- Entwicklungsverzögerungen: Sprachliche, motorische oder kognitive Auffälligkeiten im Kindesalter.
Prognose und Nachsorge
Die Prognose eines Frühgeborenen hängt stark vom Gestationsalter und dem Geburtsgewicht ab. Späte Frühgeborene (ab der 34. SSW) haben in den meisten Fällen eine sehr gute Prognose. Sehr früh geborene Kinder (unter 28. SSW) benötigen eine intensive, langjährige Nachsorge durch pädiatrische Spezialisten. Regelmäßige Entwicklungsuntersuchungen, Frühförderung und Unterstützung der Familie sind wichtige Bestandteile der Nachsorge.
Quellen
- World Health Organization (WHO): Born Too Soon: The Global Action Report on Preterm Birth. WHO Press, Geneva, 2012.
- Stoll BJ et al.: Neonatal Outcomes of Extremely Preterm Infants from the NICHD Neonatal Research Network. Pediatrics, 2010; 126(3): 443-456.
- Deutsche Gesellschaft für Perinatale Medizin (DGPM): Leitlinie zur Versorgung von Frühgeborenen. AWMF-Registernummer 024-019, 2023.
Meistgekaufte Produkte
Der universelle Immunschutz
Als eines der wertvollsten körpereigenen Immunproteine ist Lactoferrin ein natürlicher Bestandteil des Immunsystems
Für eine gesunde Mundflora & Zahnpflege
Formulierte Lutschtabletten mit AB-Dentalac, Milchsäurebakterien und Lactoferrin CLN®Die neusten Einträge
3 Beiträge in dieser Lexikon KategorieHand-Fuß-Mund-Krankheit
Exotropie
Gelenkprothese
Die meistgelesenen Einträge
3 Beiträge in dieser Lexikon KategorieMagnesiumcarbonat
Kaloriengehalt
Kölner Liste
Verwandte Suchbegriffe: Frühgeborenes