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Frühkindliche Reflexe sind angeborene, unwillkürliche Bewegungsmuster bei Neugeborenen und Säuglingen, die auf neurologische Reife hinweisen und sich im Laufe der Entwicklung zurückbilden.
Frühkindliche Reflexe sind angeborene, unwillkürliche Bewegungsmuster bei Neugeborenen und Säuglingen, die auf neurologische Reife hinweisen und sich im Laufe der Entwicklung zurückbilden.
Frühkindliche Reflexe – auch als Primitivreflexe oder Primärreflexe bezeichnet – sind angeborene, unwillkürliche Bewegungsreaktionen, die bereits im Mutterleib entstehen und bei Neugeborenen sowie Säuglingen vorhanden sind. Sie werden vom Hirnstamm gesteuert und gelten als wichtige Indikatoren für die neurologische Reife und Gesundheit eines Kindes. Im Verlauf der normalen Gehirnentwicklung werden diese Reflexe durch höhere Hirnzentren gehemmt und bilden sich in den ersten Lebensmonaten schrittweise zurück.
Frühkindliche Reflexe erfüllen im frühen Leben wichtige Schutz- und Überlebensfunktionen. Sie unterstützen beispielsweise das Saugen, das Atmen und die Nahrungsaufnahme. Bleiben diese Reflexe über die normale Entwicklungszeit hinaus bestehen (sogenannte persistierende Primitivreflexe), kann dies auf neurologische Reifungsverzögerungen oder andere Entwicklungsstörungen hinweisen.
Berührt man die Wange eines Neugeborenen, dreht es den Kopf in Richtung des Reizes und öffnet den Mund. Dieser Reflex hilft beim Finden der Brustwarze für das Stillen. Er verschwindet in der Regel nach etwa 3 bis 4 Monaten.
Wird etwas in den Mund des Neugeborenen eingeführt, beginnt es automatisch zu saugen. Dieser Reflex ist entscheidend für die Nahrungsaufnahme und bildet sich nach etwa 2 bis 4 Monaten zurück, wenn das Saugen zunehmend bewusst gesteuert wird.
Bei einem plötzlichen Reiz – beispielsweise einem lauten Geräusch oder einer schnellen Lageveränderung – breitet das Neugeborene die Arme aus, spreizt die Finger und zieht sie anschließend wieder an den Körper. Dieser Schreckreflex dient als ursprünglicher Schutzreflex und verschwindet normalerweise bis zum 4. bis 6. Lebensmonat.
Berührt man die Handfläche eines Säuglings, schließt sich die Hand unwillkürlich um den Finger. Dieser Reflex bildet sich bis etwa zum 5. bis 6. Monat zurück und wird durch das willentliche Greifen abgelöst.
Streicht man über die Fußsohle eines Neugeborenen, spreizen sich die Zehen fächerartig auf. Bei Erwachsenen gilt dieser Reflex als pathologisches Zeichen, bei Säuglingen ist er normal und verschwindet im zweiten Lebensjahr.
Hält man ein Neugeborenes aufrecht und lässt die Fußsohlen eine Unterlage berühren, führt es automatisch schreitende Bewegungen aus. Dieser Reflex ist ein Vorläufer des späteren Gehens und verschwindet nach etwa 2 Monaten.
Wird der Kopf des Säuglings zur Seite gedreht, streckt sich der Arm auf der Blickseite aus, während der gegenüberliegende Arm gebeugt wird (sogenannte Fechterstellung). Dieser Reflex ist bis etwa zum 6. Monat normal und wichtig für die Entwicklung der Hand-Auge-Koordination.
Wird der Kopf nach vorne gebeugt, strecken sich die Beine und die Arme beugen sich. Bei Rückwärtsneigung des Kopfes ist es umgekehrt. Dieser Reflex spielt eine Rolle bei der Entwicklung des Kriechens und bildet sich im ersten Lebensjahr zurück.
Dieser Reflex beeinflusst den Muskeltonus in Abhängigkeit von der Kopfposition im Raum. Er ist wichtig für die Entwicklung von Gleichgewicht und Koordination und sollte sich in den ersten Lebensmonaten abschwächen.
Wenn frühkindliche Reflexe über das normale Entwicklungsalter hinaus bestehen bleiben, spricht man von persistierenden Primitivreflexen. Dies kann die motorische, sensorische und kognitive Entwicklung beeinflussen und wird mit verschiedenen Entwicklungsauffälligkeiten in Verbindung gebracht, darunter:
Die Überprüfung frühkindlicher Reflexe ist fester Bestandteil der kinderärztlichen Vorsorgeuntersuchungen (U-Untersuchungen). Der Kinderarzt oder die Kinderärztin prüft das Vorhandensein und die altersentsprechende Rückbildung der Reflexe durch gezielte Berührungs- und Bewegungsreize. Bleiben Reflexe zu lange bestehen oder fehlen sie zu früh, können weitere neurologische Untersuchungen notwendig sein.
Bei Verdacht auf persistierende Primitivreflexe stehen verschiedene therapeutische Ansätze zur Verfügung:
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