FSME Symptome: Anzeichen & Verlauf der Zeckenkrankheit
FSME-Symptome umfassen Fieber, Kopfschmerzen und neurologische Beschwerden. Die durch Zecken übertragene Erkrankung verläuft oft zweiphasig. Erfahren Sie mehr über Anzeichen und Verlauf.
Wissenswertes über "FSME Symptome"
FSME-Symptome umfassen Fieber, Kopfschmerzen und neurologische Beschwerden. Die durch Zecken übertragene Erkrankung verläuft oft zweiphasig. Erfahren Sie mehr über Anzeichen und Verlauf.
Was ist FSME?
Die Frühsommermeningoenzephalitis (FSME) ist eine durch Viren verursachte Entzündung des Gehirns und der Hirnhaut. Sie wird durch den Biss infizierter Zecken übertragen, vor allem durch den Gemeinen Holzbock (Ixodes ricinus). Das FSME-Virus gehört zur Familie der Flaviviren. Besonders gefährdet sind Menschen in süddeutschen, österreichischen und schweizer Risikogebieten sowie in Teilen Osteuropas.
Typische FSME-Symptome und Krankheitsverlauf
FSME verläuft häufig in zwei Phasen, die durch eine symptomfreie Phase getrennt sind. Nicht alle Infizierten erkranken: Nur etwa 10–30 % der Infizierten entwickeln überhaupt Symptome.
Erste Phase: Grippeartiger Verlauf
Die erste Phase beginnt typischerweise 7–14 Tage nach dem Zeckenstich und ähnelt einer grippeartigen Erkrankung:
- Fieber (meist 38–39 °C)
- Allgemeines Krankheitsgefühl und Abgeschlagenheit
- Kopfschmerzen
- Muskel- und Gliederschmerzen
- Übelkeit und Appetitlosigkeit
Diese Phase dauert in der Regel 2–7 Tage und klingt dann ab. Bei etwa zwei Dritteln der symptomatischen Patienten endet die Erkrankung in dieser Phase.
Zweite Phase: Neurologische Symptome
Bei etwa einem Drittel der Erkrankten folgt nach einer symptomfreien Phase von 1–20 Tagen eine zweite, schwerere Phase, in der das Nervensystem betroffen ist:
- Meningitis (Hirnhautentzündung): starke Kopfschmerzen, Nackensteifigkeit, Licht- und Lärmempfindlichkeit
- Enzephalitis (Gehirnentzündung): Verwirrtheit, Bewusstseinsstörungen, Schlafstörungen, Koordinationsstörungen
- Myelitis (Rückenmarksentzündung): Lähmungserscheinungen, Schluckstörungen, Atemstörungen (in schweren Fällen)
- Persönlichkeitsveränderungen und Konzentrationsprobleme
- Krampfanfälle (selten)
Besondere Risikogruppen
Schwere Verläufe treten häufiger bei älteren Personen auf. Kinder erkranken seltener und in der Regel milder. Immungeschwächte Personen haben ebenfalls ein erhöhtes Risiko für schwere Verläufe.
Diagnose
Die Diagnose wird über eine Blutuntersuchung gestellt, bei der spezifische Antikörper (IgM und IgG) gegen das FSME-Virus nachgewiesen werden. Bei neurologischen Symptomen wird zusätzlich eine Liquorpunktion (Entnahme von Gehirn-Rückenmark-Flüssigkeit) durchgeführt. Bildgebende Verfahren wie MRT können Entzündungen im Gehirn sichtbar machen.
Behandlung
Eine spezifische antivirale Therapie gegen FSME existiert nicht. Die Behandlung ist symptomatisch und unterstützend:
- Fiebersenkende und schmerzlindernde Medikamente
- Körperliche Schonung und Bettruhe
- Bei schweren Verläufen: stationäre Behandlung auf einer Intensivstation, gegebenenfalls Beatmung
- Rehabilitationsmaßnahmen nach überstandener Erkrankung
Prävention: Impfung und Zeckenschutz
Die effektivste Vorbeugung gegen FSME ist die Schutzimpfung, die von der Ständigen Impfkommission (STIKO) für alle Personen in Risikogebieten empfohlen wird. Zusätzlich sollten folgende Schutzmaßnahmen beachtet werden:
- Tragen von langer Kleidung bei Aufehalten im Freien
- Verwendung von Insektenschutzmitteln (Repellents)
- Regelmäßiges Absuchen des Körpers nach Zecken
- Schnelles und korrektes Entfernen von Zecken
Wann zum Arzt?
Nach einem Zeckenstich in einem FSME-Risikogebiet sollte bei Auftreten von Fieber, starken Kopfschmerzen oder neurologischen Beschwerden umgehend ein Arzt aufgesucht werden. Nackensteifigkeit, Verwirrtheit oder Lähmungserscheinungen erfordern sofortige ärztliche Hilfe.
Quellen
- Robert Koch-Institut (RKI): Frühsommermeningoenzephalitis (FSME). RKI-Ratgeber, 2023. Verfügbar unter: www.rki.de
- Bogovic, P. & Strle, F. (2015): Tick-borne encephalitis: A review of epidemiology, clinical characteristics, and management. World Journal of Clinical Cases, 3(5), 430–441. PubMed PMID: 25984518.
- Deutsche Gesellschaft für Neurologie (DGN): Leitlinie Frühsommermeningoenzephalitis (FSME), 2020. Verfügbar unter: www.dgn.org
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