Fumarat – Funktion, Wirkung & medizinische Anwendung
Fumarat ist das Salz der Fumarsäure und spielt eine zentrale Rolle im Citratzyklus des menschlichen Stoffwechsels. Es wird auch medizinisch genutzt.
Wissenswertes über "Fumarat"
Fumarat ist das Salz der Fumarsäure und spielt eine zentrale Rolle im Citratzyklus des menschlichen Stoffwechsels. Es wird auch medizinisch genutzt.
Was ist Fumarat?
Fumarat ist die ionisierte Form der Fumarsäure (englisch: fumaric acid), einer organischen Dicarbonsäure. Im Körper kommt Fumarat als natürliches Zwischenprodukt des Citratzyklus (auch Krebszyklus genannt) vor – einem zentralen Stoffwechselweg, der in den Mitochondrien jeder körpereigenen Zelle abläuft. Darüber hinaus findet Fumarat Anwendung als Nahrungsmittelzusatzstoff sowie als Wirkstoff in verschiedenen Arzneimitteln.
Biologische Funktion im Stoffwechsel
Im Citratzyklus entsteht Fumarat aus Succinat durch das Enzym Succinat-Dehydrogenase. Anschließend wird es durch das Enzym Fumarase zu Malat umgewandelt. Diese Reaktionskette ist essenziell für die Energiegewinnung der Zellen, da sie zur Produktion von ATP (Adenosintriphosphat) beiträgt – dem universellen Energieträger des Organismus.
Fumarat ist außerdem an der Harnstoffproduktion im Harnstoffzyklus beteiligt und spielt eine Rolle bei der Synthese verschiedener Aminosäuren.
Medizinische Anwendung
Psoriasis-Behandlung
Fumarsäureester (z. B. Dimethylfumarat) werden seit Jahrzehnten erfolgreich zur Behandlung der mittelschweren bis schweren Schuppenflechte (Psoriasis) eingesetzt. Sie wirken immunmodulierend, indem sie entzündungsfördernde Immunzellen hemmen und entzündungshemmende Prozesse fördern.
Multiple Sklerose
Dimethylfumarat ist auch als Wirkstoff zur Behandlung der Multiplen Sklerose (MS) zugelassen. Es aktiviert den sogenannten Nrf2-Signalweg, der oxidativen Stress reduziert und Nervenzellen schützt.
Eisen-Supplementierung
Eisenfumarat (Eisen(II)-fumarat) ist eine gängige Form von Eisen in Nahrungsergänzungsmitteln und Arzneimitteln zur Behandlung von Eisenmangelzuständen. Fumarat dient hier als organisches Trägermolekül und verbessert die Bioverfügbarkeit des Eisens im Vergleich zu einigen anorganischen Eisenverbindungen.
Fumarat als Lebensmittelzusatzstoff
Fumarsäure und ihre Salze (Fumarate) werden in der Lebensmittelindustrie als Säuerungsmittel und Konservierungsstoffe eingesetzt, zum Beispiel in Backmischungen, Getränkepulvern und Desserts. In der EU sind sie unter der Bezeichnung E297 (Fumarsäure) zugelassen und gelten als sicher für den Verzehr.
Nebenwirkungen und Sicherheit
Fumarat-basierte Arzneimittel können Nebenwirkungen verursachen, darunter:
- Magendarßbeschwerden wie Bauchschmerzen, Durchfall und Übelkeit
- Hautrötungen (Flush) – häufig zu Beginn der Behandlung
- Veränderungen im Blutbild, insbesondere Verminderung der Lymphozyten
- Selten: Nierenfunktionsstörungen bei Langzeitanwendung
Die Einnahme von Fumarat-haltigen Präparaten sollte stets unter ärztlicher Aufsicht erfolgen.
Quellen
- Berg, J.M., Tymoczko, J.L., Stryer, L. (2018). Biochemistry, 9. Auflage. W.H. Freeman and Company.
- Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA): Tecfidera (Dimethylfumarat) – Produktinformation. Verfügbar unter: https://www.ema.europa.eu
- Deutsche Dermatologische Gesellschaft (DDG): Leitlinie zur Therapie der Psoriasis vulgaris. AWMF-Register Nr. 013-001. Stand 2021.
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