Fundusstand – Bedeutung in der Schwangerschaft
Der Fundusstand bezeichnet die Lage des Gebärmutteroberandes in der Schwangerschaft. Er dient als wichtiger Messwert zur Kontrolle des Wachstums des Kindes und der Gebärmutter.
Wissenswertes über "Fundusstand"
Der Fundusstand bezeichnet die Lage des Gebärmutteroberandes in der Schwangerschaft. Er dient als wichtiger Messwert zur Kontrolle des Wachstums des Kindes und der Gebärmutter.
Was ist der Fundusstand?
Der Fundusstand (auch: Stand des Fundus uteri) bezeichnet die Höhe, auf der sich der obere Rand der Gebärmutter – der sogenannte Fundus uteri – während der Schwangerschaft befindet. Mit zunehmender Schwangerschaftsdauer wächst die Gebärmutter nach oben in Richtung Nabel und Rippenbogen. Die Position dieses oberen Randes wird regelmäßig bei Vorsorgeuntersuchungen gemessen und gibt Rückschlüsse auf das Wachstum des Kindes und die Entwicklung der Schwangerschaft.
Wie wird der Fundusstand gemessen?
Die Messung des Fundusstandes erfolgt durch die betreuende Hebamme oder den Frauenarzt bzw. die Frauenärztin. Mit einem weichen Maßband wird der Abstand vom oberen Rand der Schambeinfuge (Symphyse) bis zum höchsten Punkt der Gebärmutter gemessen. Dieser Wert wird in Zentimetern angegeben und in die Mutterschaftsvorsorgeuntersuchungen eingetragen.
Orientierungspunkte am Körper
- 12. Schwangerschaftswoche (SSW): Gebärmutteroberrand knapp oberhalb der Symphyse tastbar
- 20. SSW: Fundus auf Höhe des Nabels
- 28. SSW: Fundus etwa 3–4 Finger oberhalb des Nabels
- 36. SSW: Fundus erreicht den Rippenbogen
- 40. SSW (Geburtstermin): Fundus tritt leicht zurück, da das Kind sich ins Becken senkt (sog. Vorwärtssenkung)
Klinische Bedeutung
Der Fundusstand ist ein einfacher, kostengünstiger und nicht-invasiver Kontrollparameter in der Schwangerenvorsorge. Weicht der gemessene Wert deutlich von der Norm für die jeweilige Schwangerschaftswoche ab, kann das auf verschiedene klinisch relevante Zustände hinweisen:
- Zu hoher Fundusstand: mögliche Mehrlingsschwangerschaft, Polyhydramnie (zu viel Fruchtwasser), großes Kind (Makrosomie)
- Zu niedriger Fundusstand: mögliche Wachstumsverzögerung des Kindes (intrauterine Wachstumsrestriktion), Oligohydramnie (zu wenig Fruchtwasser)
In solchen Fällen wird in der Regel eine weiterführende Ultraschalluntersuchung veranlasst, um den Befund genauer abzuklären.
Fundusstand und Symphysen-Fundus-Abstand
In der modernen Schwangerenvorsorge wird häufig der sogenannte Symphysen-Fundus-Abstand (SFA) gemessen. Dieser entspricht in Zentimetern in etwa der Schwangerschaftswoche (z. B. 28 cm bei der 28. SSW) und gilt als grobe Orientierungsgröße. Eine Abweichung von mehr als 2–3 cm kann ein Zeichen für eine Auffälligkeit sein, die ärztlich abgeklärt werden sollte.
Quellen
- Stauber, M. & Weyerstahl, T. (2013). Gynäkologie und Geburtshilfe. 4. Auflage. Thieme Verlag.
- Gemeinsamer Bundesausschuss (G-BA): Mutterschafts-Richtlinien. Verfügbar unter: https://www.g-ba.de (zuletzt abgerufen 2024)
- WHO (2016). WHO recommendations on antenatal care for a positive pregnancy experience. World Health Organization, Genf.
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