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Funktioneller Eisenmangel bezeichnet einen Zustand, bei dem genügend Eisen im Körper vorhanden ist, aber nicht ausreichend für die Blutbildung genutzt werden kann. Er tritt häufig bei chronischen Erkrankungen auf.
Funktioneller Eisenmangel bezeichnet einen Zustand, bei dem genügend Eisen im Körper vorhanden ist, aber nicht ausreichend für die Blutbildung genutzt werden kann. Er tritt häufig bei chronischen Erkrankungen auf.
Beim funktionellen Eisenmangel sind die Eisenspeicher des Körpers zwar gefüllt oder sogar erhöht, dennoch steht das Eisen den Zellen – insbesondere den roten Blutkörperchen (Erythrozyten) – nicht in ausreichender Menge zur Verfügung. Dies unterscheidet ihn vom absoluten Eisenmangel, bei dem die Gesamtmenge an Eisen im Körper tatsächlich vermindert ist. Der funktionelle Eisenmangel ist eine häufige Ursache der sogenannten Anämie chronischer Erkrankungen (ACD, Anemia of Chronic Disease).
Der funktionelle Eisenmangel entsteht vor allem durch eine gestörte Eisenverwertung und -freisetzung im Körper. Zentrale Rolle spielt dabei das Hormon Hepcidin, das in der Leber gebildet wird und den Eisentransport reguliert. Bei folgenden Erkrankungen und Zuständen ist der Hepcidin-Spiegel häufig erhöht:
Durch die erhöhte Hepcidin-Aktivität wird das Eisen in den Speicherzellen (Makrophagen, Hepatozyten) festgehalten und kann nicht in den Blutkreislauf abgegeben werden.
Die Symptome des funktionellen Eisenmangels ähneln denen einer Blutarmut (Anämie) und können sein:
Da der funktionelle Eisenmangel oft im Rahmen einer Grunderkrankung auftritt, können die Symptome dieser Grunderkrankung im Vordergrund stehen und den Eisenmangel überdecken.
Die Diagnose des funktionellen Eisenmangels erfordert eine differenzierte Blutuntersuchung, da einfache Eisenwerte im Blut nicht ausreichen. Folgende Laborparameter werden typischerweise bestimmt:
Die Therapie des funktionellen Eisenmangels ist komplex und richtet sich in erster Linie nach der zugrunde liegenden Erkrankung. Die bloße Zufuhr von Eisen ist oft nicht ausreichend oder sogar kontraindiziert, da die Eisenspeicher bereits gefüllt sein können.
Die effektivste Maßnahme ist die Behandlung der Ursache, zum Beispiel die Kontrolle einer chronischen Entzündung oder Infektion, was den Hepcidin-Spiegel senken und die Eisenverwertung verbessern kann.
In bestimmten klinischen Situationen – z. B. bei Dialysepatienten, Tumorpatienten oder Herzinsuffizienz – kann die Gabe von intravenösem Eisen sinnvoll sein, da es die Speicher direkt auffüllt und die enterale Resorptionsbarriere umgeht.
Bei chronischer Nierenerkrankung oder tumorassoziierter Anämie werden häufig Erythropoetin-Präparate eingesetzt, um die Blutbildung zu stimulieren. Diese erhöhen jedoch den Eisenbedarf und können einen bestehenden funktionellen Eisenmangel verstärken, weshalb sie oft mit Eisen kombiniert werden.
Orale Eisenpräparate spielen beim funktionellen Eisenmangel eine untergeordnete Rolle, da das aufgenommene Eisen durch den erhöhten Hepcidin-Spiegel blockiert und nicht in die Blutbahn übertragen werden kann. Sie kommen allenfalls unterstützend in Betracht, wenn zusätzlich ein absoluter Eisenmangel vorliegt.
Es ist klinisch wichtig, den funktionellen Eisenmangel vom absoluten Eisenmangel zu unterscheiden:
Diese Unterscheidung ist entscheidend für die richtige Therapiewahl.
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