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Galaktolipide sind pflanzliche Fettverbindungen mit Galaktosezucker, die vor allem in Chloroplasten vorkommen und zunehmend für ihre gesundheitlichen Wirkungen erforscht werden.
Galaktolipide sind pflanzliche Fettverbindungen mit Galaktosezucker, die vor allem in Chloroplasten vorkommen und zunehmend für ihre gesundheitlichen Wirkungen erforscht werden.
Galaktolipide sind eine Untergruppe der Glykolipide – also Fettmoleküle, die mit einem oder mehreren Zuckerbausteinen (hier: Galaktose) verknüpft sind. Sie gehören zur Klasse der Membranlipide und kommen in der Natur vor allem in pflanzlichen Organismen vor. Chemisch unterscheidet man zwei Hauptvertreter: Monogalaktosyldiacylglycerin (MGDG) und Digalaktosyldiacylglycerin (DGDG), je nachdem, ob ein oder zwei Galaktosemoleküle gebunden sind.
Galaktolipide sind die häufigsten Membranlipide in der Pflanzenwelt und machen den Großteil der Lipide in Chloroplasten aus – den Zellorganellen, in denen die Photosynthese stattfindet. Besonders reich an Galaktolipiden sind:
Im menschlichen Körper kommen Galaktolipide in geringen Mengen im Nervengewebe vor, wo sie eine strukturelle Rolle spielen.
In Pflanzen übernehmen Galaktolipide essenzielle strukturelle und funktionelle Aufgaben:
In der medizinischen Forschung gewinnen Galaktolipide zunehmend an Bedeutung. Verschiedene Studien weisen auf folgende Wirkmechanismen hin:
Beim Verzehr galaktolipidhaltiger Lebensmittel werden diese im Verdauungstrakt durch spezifische Lipasen (z. B. pankreatische Galaktolipasen) abgebaut. Die freigesetzten Fettsäuren – häufig mehrfach ungesättigte Fettsäuren wie Alpha-Linolensäure – werden dann vom Körper aufgenommen und weiterverwertet. Galaktolipide aus Spinat und anderen grünen Gemüsesorten haben in Studien gezeigt, dass sie die Fettaufnahme verlangsamen und so zur Sättigung beitragen können.
In der Naturheilkunde und Nahrungsergänzungsmittelindustrie werden Galaktolipid-reiche Extrakte – vor allem aus Grünpflanzen und Algen – eingesetzt. Ein bekanntes Beispiel ist das aus Weizenkeimen gewonnene MGDG-reiche Extrakt, das in einigen Produkten zur Unterstützung von Gelenken und zur entzündungshemmenden Ernährung eingesetzt wird. Auch Extrakte aus Galium aparine (Klettenlabkraut) und bestimmten Meeresalgen enthalten relevante Mengen an Galaktolipiden.
Galaktolipide aus natürlichen Nahrungsquellen gelten als gut verträglich. Da sie ubiquitär in pflanzlichen Lebensmitteln vorkommen, nimmt der Mensch täglich geringe Mengen über die normale Ernährung auf. Für hochkonzentrierte Extrakte liegen noch keine ausreichenden Langzeitstudien zur Sicherheit beim Menschen vor. Wechselwirkungen mit Medikamenten sind bisher nicht umfassend dokumentiert, jedoch sollten Personen mit bekannten Fettstoffwechselstörungen oder Galaktoseintoleranz ärztlichen Rat einholen, bevor sie Nahrungsergänzungsmittel mit hohen Galaktolipidkonzentrationen einnehmen.
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