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Gallenflussförderung – Ursachen, Mittel & Tipps

Gallenflussförderung beschreibt Maßnahmen zur Anregung des Gallenflusses aus Leber und Gallenblase, um die Fettverdauung und Entgiftung zu unterstützen.

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Wissenswertes über "Gallenflussförderung"

Gallenflussförderung beschreibt Maßnahmen zur Anregung des Gallenflusses aus Leber und Gallenblase, um die Fettverdauung und Entgiftung zu unterstützen.

Was ist Gallenflussförderung?

Unter Gallenflussförderung versteht man alle Maßnahmen, Substanzen und Therapien, die dazu beitragen, die Produktion und den Abfluss von Galle aus der Leber und Gallenblase zu steigern. Galle ist eine vom Körper produzierte Flüssigkeit, die essenziell für die Fettverdauung und die Ausscheidung von Stoffwechselabfallprodukten ist. Eine gestörte Galleproduktion oder ein eingeschränkter Gallefluss kann zu Verdauungsbeschwerden, Blähungen und einer verminderten Aufnahme fettlöslicher Vitamine führen.

Wie funktioniert die Galleproduktion?

Die Galle wird in der Leber produziert und in der Gallenblase gespeichert. Beim Verzehr von Nahrung, insbesondere fettreicher Speisen, wird die Gallenblase angeregt, Galle in den Zwölffingerdarm (Duodenum) abzugeben. Dort emulgiert die Galle Fette und ermöglicht deren Aufspaltung durch Verdauungsenzyme sowie die anschließende Aufnahme im Dünndarm.

Substanzen, die die Galleproduktion fördern, werden als Choleretika bezeichnet. Mittel, die den Galleabfluss aus der Gallenblase anregen, heißen Cholekinetika. Beide Gruppen werden unter dem Begriff gallefördernd zusammengefasst.

Wann wird Gallenflussförderung eingesetzt?

Die Förderung des Gallenflusses ist bei verschiedenen Beschwerden und Erkrankungen relevant:

  • Dyspepsie: Verdauungsbeschwerden wie Völlegefühl, Blähungen und Übelkeit nach fetthaltigen Mahlzeiten
  • Gallendyskinesie: Funktionsstörung der Gallenblase mit verzögerter oder unvollständiger Entleerung
  • Cholestase: Eingeschränkter Gallefluss durch Leber- oder Gallenwegserkrankungen
  • Verdauungsschwäche: Allgemeine Unterstützung der Fettverdauung und Nährstoffaufnahme
  • Lebererkrankungen: Begleitende Unterstützung bei Leberinsuffizienz oder nach Lebererkrankungen

Natürliche Substanzen zur Gallenflussförderung

Zahlreiche pflanzliche Wirkstoffe sind für ihre galleförderden Eigenschaften bekannt und werden in der Phytotherapie sowie als Nahrungsergänzungsmittel eingesetzt:

Artischocke (Cynara scolymus)

Der Artischockenextrakt enthält Cynarin und Chlorogensäure, die die Galleproduktion in der Leber nachweislich steigern. Klinische Studien belegen eine Verbesserung von Verdauungsbeschwerden und eine Unterstützung der Leberfunktion.

Mariendistel (Silybum marianum)

Silymarin, der aktive Wirkstoff der Mariendistel, schützt Leberzellen und fördert gleichzeitig die Gallensekretion. Es wird häufig bei Lebererkrankungen und zur Unterstützung der Leberfunktion eingesetzt.

Löwenzahn (Taraxacum officinale)

Löwenzahnwurzel und -blätter enthalten Bitterstoffe, die sowohl choleretisch als auch cholekinetisch wirken und damit Galleproduktion und -abfluss stimulieren.

Kurkuma (Curcuma longa)

Curcumin, der Hauptwirkstoff der Kurkumawurzel, fördert die Gallenausschüttung und besitzt entzündungshemmende Eigenschaften, die die Funktion der Gallenblase und Leber unterstützen.

Schöllkraut (Chelidonium majus)

Schöllkraut enthält Alkaloide, die den Gallefluss steigern und krampflösend auf die Gallenwege wirken. Es wird traditionell bei Gallenkoliken und Gallendyskinesien eingesetzt, sollte jedoch nur unter ärztlicher Aufsicht verwendet werden.

Diätetische Maßnahmen zur Gallenflussförderung

Neben pflanzlichen Wirkstoffen können auch bestimmte Ernährungsgewohnheiten den Gallefluss positiv beeinflussen:

  • Regelmäßige Mahlzeiten: Feste Essenszeiten stimulieren die regelmäßige Entleerung der Gallenblase.
  • Gesunde Fette: Olivenöl und andere ungesättigte Fettsäuren regen die Gallenblase zur Kontraktion an.
  • Bitterstoffe: Chicorée, Radicchio, Rucola und Endivien enthalten natürliche Bitterstoffe, die den Gallefluss anregen.
  • Ausreichend Wasser: Eine gute Flüssigkeitszufuhr unterstützt die Gallenverdünnung und den Galleabfluss.
  • Kaffee: Studien zeigen, dass moderater Kaffeekonsum die Gallenblasenfunktion unterstützen und das Risiko von Gallensteinen senken kann.

Medikamentöse Therapie

In der Medizin werden auch synthetische oder halbsynthetische Wirkstoffe zur Gallenflussförderung eingesetzt:

  • Ursodeoxycholsäure (UDCA): Eine sekundäre Gallensäure, die den Gallefluss verbessert, Gallensteine auflösen kann und bei primärer biliärer Cholangitis (PBC) eingesetzt wird.
  • Dehydrocholsäure: Ein synthetisches Choleretikum, das die Wassersekretion in die Galle erhöht.

Die Auswahl geeigneter Mittel sollte immer in Absprache mit einem Arzt oder einer Ärztin erfolgen, insbesondere bei bestehenden Gallensteinen, da eine gesteigerte Gallenblasenmotilität Koliken auslösen kann.

Mögliche Risiken und Kontraindikationen

Gallenflussförderung ist nicht für jeden geeignet. Folgende Situationen erfordern besondere Vorsicht oder schließen die Anwendung aus:

  • Gallensteine (Cholelithiasis): Kräftige Gallenstimulation kann zur Einklemmung von Steinen und zu schmerzhaften Koliken führen.
  • Gallenwegsverengungen oder -verschlüsse: Erhöhter Gallendruck kann zu Komplikationen führen.
  • Akute Hepatitis oder schwere Lebererkrankungen: Galleförderung kann die Leber zusätzlich belasten.
  • Schwangerschaft: Bestimmte gallefördernd wirkende Pflanzenstoffe sind in der Schwangerschaft nicht empfohlen.

Quellen

  1. European Medicines Agency (EMA): Herbal Medicinal Products - Artichoke, Dandelion and Milk Thistle Monographs. EMA, 2022.
  2. Kirchhoff R. et al.: Increase in choleresis by means of artichoke extract. Phytomedicine, 1994; 1(2): 107-115.
  3. Leuschner U.: Ursodeoxycholic acid in cholestatic liver disease. Zeitschrift fur Gastroenterologie, 2001; 39(11): 901-906.

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