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Gallensäurebindungsharze sind Medikamente, die Gallensäuren im Darm binden und so den Cholesterinspiegel im Blut senken. Sie werden bei erhöhten LDL-Cholesterin-Werten eingesetzt.
Gallensäurebindungsharze sind Medikamente, die Gallensäuren im Darm binden und so den Cholesterinspiegel im Blut senken. Sie werden bei erhöhten LDL-Cholesterin-Werten eingesetzt.
Ein Gallensäurebindungsharz (auch: Gallensäurebindeharz oder Anionenaustauscher) ist ein Arzneimittel, das zur Senkung eines erhöhten Cholesterinspiegels im Blut eingesetzt wird. Es handelt sich dabei um ein nicht resorbierbares Harzpolymer, das im Magen-Darm-Trakt Gallensäuren bindet und deren Rückresorption in den Blutkreislauf verhindert. Typische Wirkstoffe dieser Gruppe sind Colestyramin, Colestipol und Colesevelam.
Gallensäuren werden in der Leber aus Cholesterin synthetisiert und in den Dünndarm abgegeben, wo sie bei der Fettverdauung helfen. Normalerweise werden etwa 95 % der Gallensäuren im terminalen Ileum (letzter Abschnitt des Dünndarms) wieder in das Blut aufgenommen und zur Leber transportiert – ein Prozess, der als enterohepatischer Kreislauf bezeichnet wird.
Gallensäurebindungsharze unterbrechen diesen Kreislauf, indem sie Gallensäuren im Darmlumen fest binden und zusammen mit dem Stuhl ausscheiden. Die Leber muss daraufhin mehr Gallensäuren aus Cholesterin neu herstellen, was den Cholesteringehalt in den Leberzellen senkt. Als Reaktion darauf erhöht die Leber die Anzahl der LDL-Rezeptoren auf ihrer Oberfläche, wodurch vermehrt LDL-Cholesterin aus dem Blut aufgenommen wird. Der LDL-Cholesterinspiegel im Blut sinkt typischerweise um 15–30 %.
Gallensäurebindungsharze werden eingesetzt bei:
Gallensäurebindungsharze werden oral eingenommen, meist als Pulver, das in Wasser oder Saft aufgelöst wird, oder als Tabletten (z. B. Colesevelam). Die Einnahme sollte idealerweise zu den Mahlzeiten erfolgen, da die Bindung der Gallensäuren mahlzeitenabhängig am effektivsten ist. Da Harze auch andere Arzneimittel im Darm binden können, sollten andere Medikamente mindestens 1 Stunde vor oder 4–6 Stunden nach der Einnahme des Harzes genommen werden.
Da Gallensäurebindungsharze nicht in den Blutkreislauf aufgenommen werden, sind systemische Nebenwirkungen selten. Die meisten Nebenwirkungen betreffen den Magen-Darm-Trakt:
Gallensäurebindungsharze sollten nicht angewendet werden bei:
Aufgrund ihrer Bindungseigenschaften können Gallensäurebindungsharze die Resorption zahlreicher Arzneimittel beeinträchtigen, darunter:
Daher ist bei der gleichzeitigen Einnahme anderer Medikamente stets auf ausreichende zeitliche Abstände zu achten.
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