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Die Gallensäureresorption bezeichnet die Wiederaufnahme von Gallensäuren im Dünndarm in den Blutkreislauf – ein zentraler Schritt des enterohepatischen Kreislaufs.
Die Gallensäureresorption bezeichnet die Wiederaufnahme von Gallensäuren im Dünndarm in den Blutkreislauf – ein zentraler Schritt des enterohepatischen Kreislaufs.
Die Gallensäureresorption ist ein physiologischer Prozess, bei dem im Darm ausgeschüttete Gallensäuren wieder in den Körper aufgenommen und zur Leber zurücktransportiert werden. Dieser Vorgang ist ein wesentlicher Bestandteil des sogenannten enterohepatischen Kreislaufs und ermöglicht die mehrfache Wiederverwendung von Gallensäuren für die Fettverdauung.
Gallensäuren werden in der Leber aus Cholesterin synthetisiert und in der Gallenblase gespeichert. Nach der Nahrungsaufnahme werden sie in den Dünndarm ausgeschüttet, wo sie Fette und fettlösliche Vitamine (A, D, E, K) emulgieren und deren Verdauung und Aufnahme ermöglichen.
Die Resorption der Gallensäuren erfolgt überwiegend im terminalen Ileum (unterster Abschnitt des Dünndarms). Dort werden sie durch spezialisierte Transporter – insbesondere den apikalen Natrium-abhängigen Gallensäuretransporter (ASBT) – aktiv in die Darmzellen aufgenommen. Anschließend gelangen sie über das Pfortadersystem zurück zur Leber, wo sie erneut für die Galleproduktion verwendet werden.
Der Körper recycelt Gallensäuren auf diese Weise bis zu 10-mal pro Tag. Nur ein kleiner Anteil (ca. 5 %) geht mit dem Stuhl verloren und muss durch Neusynthese in der Leber ersetzt werden. Dieses effiziente System spart Ressourcen und hält den Gallensäurepool stabil.
Ist die Resorption gestört – etwa bei Morbus Crohn (Entzündung des terminalen Ileums), nach operativer Entfernung von Darmabschnitten (Ileumresektion) oder bei bestimmten Darmerkrankungen – gelangen zu viele Gallensäuren in den Dickdarm. Dort wirken sie osmotisch und sekretorisch auf die Darmschleimhaut und verursachen eine sogenannte chologene Diarrhoe (gallensäurebedingte Durchfälle).
Zur Abklärung einer gestörten Gallensäureresorption wird häufig der SeHCAT-Test eingesetzt, bei dem eine radioaktiv markierte Gallensäure verabreicht und deren Verbleib im Körper gemessen wird. Niedrige Retentionswerte deuten auf eine Malabsorption hin. Alternativ können Gallensäuren im Blut oder Stuhl gemessen werden.
Bei nachgewiesener Gallensäure-Malabsorption kommen Gallensäurebinder (z. B. Colestyramin oder Colesevelam) zum Einsatz. Diese Wirkstoffe binden überschüssige Gallensäuren im Darm und verhindern, dass sie den Dickdarm reizen. Ergänzend können diätetische Maßnahmen (z. B. fettarme Kost) die Symptome lindern.
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