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Gastrojejunostomie – Eingriff, Anwendung & Risiken

Die Gastrojejunostomie ist ein chirurgischer Eingriff, bei dem eine Verbindung zwischen Magen und Jejunum (Leerdarm) hergestellt wird. Sie dient der Umleitung des Speisebreis bei Magenausgangsverengungen oder nach Tumoroperationen.

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Wissenswertes über "Gastrojejunostomie"

Die Gastrojejunostomie ist ein chirurgischer Eingriff, bei dem eine Verbindung zwischen Magen und Jejunum (Leerdarm) hergestellt wird. Sie dient der Umleitung des Speisebreis bei Magenausgangsverengungen oder nach Tumoroperationen.

Was ist eine Gastrojejunostomie?

Die Gastrojejunostomie ist ein operativer Eingriff der Viszeralchirurgie, bei dem eine direkte Verbindung (Anastomose) zwischen dem Magen und dem Jejunum – dem mittleren Abschnitt des Dünndarms – chirurgisch angelegt wird. Ziel ist es, den normalen Weg des Speisebreis zu umgehen, wenn dieser durch Erkrankungen oder anatomische Veränderungen blockiert oder erschwert ist. Der Eingriff kann offen-chirurgisch, laparoskopisch (minimalinvasiv) oder endoskopisch durchgeführt werden.

Wann wird eine Gastrojejunostomie durchgeführt?

Die Gastrojejunostomie kommt in verschiedenen klinischen Situationen zum Einsatz, in denen der normale Transport von Mageninhalt in den Zwölffingerdarm (Duodenum) nicht mehr möglich oder sinnvoll ist:

  • Magenausgangstenose: Eine Verengung oder Obstruktion des Magenausgangs (Pylorus), verursacht durch Tumore, peptische Ulzera oder gutartige Vernarbungen.
  • Pankreaskarzinom: Bei Bauchspeicheldrüsenkrebs kann der Tumor den Magenausgang oder den Zwölffingerdarm blockieren; die Gastrojejunostomie dient dann als Palliativmaßnahme zur Wiederherstellung der Nahrungspassage.
  • Magenkrebs (Magenkarzinom): Bei ausgedehnten Tumoren, die eine vollständige Magenentfernung (Gastrektomie) oder eine Teilresektion erfordern.
  • Bariatrische Chirurgie: Bei Magenbypass-Operationen (z. B. Roux-en-Y-Magenbypass) zur Behandlung von Adipositas wird eine Gastrojejunostomie als wesentlicher Bestandteil des Eingriffs angelegt.
  • Chronische Pankreatitis: Wenn entzündungsbedingte Veränderungen eine Obstruktion verursachen.
  • Postoperative Rekonstruktion: Nach Entfernung von Magen- oder Duodenalabschnitten zur Wiederherstellung der Kontinuität des Verdauungstrakts.

Durchführung des Eingriffs

Bei der Gastrojejunostomie wird eine Schlinge des Jejunums an die Magenwand herangeführt und mit dieser vernäht oder geklammert, sodass eine neue Öffnung entsteht, durch die Speisebrei direkt vom Magen in den Dünndarm gelangen kann. Man unterscheidet verschiedene Techniken:

  • Ante- oder retrokolische Lage: Die Jejunumschlinge wird entweder vor oder hinter dem Querkolon zur Anastomose geführt.
  • Ante- oder isoperistaltische Anastomose: Je nach Lage der Verbindung zur natürlichen Peristaltikrichtung.
  • Roux-en-Y-Rekonstruktion: Eine besonders häufige Form, bei der eine Y-förmige Verbindung zwischen Magen, Jejunum und Gallengangsystem angelegt wird, um Gallenreflux zu verhindern.
  • Endoskopische Gastrojejunostomie: Minimalinvasive Methode, die mit einem Endoskop und speziellen Stents (z. B. LAMS – Lumen-apposing metal stents) durchgeführt wird und besonders bei inoperablen Patienten eingesetzt wird.

Vorteile und erwartete Ergebnisse

Nach einer erfolgreichen Gastrojejunostomie kann der Patient in der Regel wieder normale oder zumindest verbesserte orale Nahrungsaufnahme beginnen. Bei palliativen Eingriffen (z. B. bei Pankreaskarzinom) steht die Verbesserung der Lebensqualität im Vordergrund. Bei bariatrischen Operationen wird neben der mechanischen Einschränkung auch eine hormonelle Veränderung des Stoffwechsels erreicht, die zur Gewichtsabnahme beiträgt.

Mögliche Risiken und Komplikationen

Wie bei jedem chirurgischen Eingriff sind auch bei der Gastrojejunostomie Komplikationen möglich:

  • Anastomosenleckage: Undichtigkeit an der Nahtstelle, die eine ernste Komplikation darstellt.
  • Anastomosenstenose: Narbige Verengung der neu angelegten Verbindung.
  • Gallenreflux: Rückfluss von Gallenflüssigkeit in den Magen, besonders bei einfachen Schlaufenverbindungen ohne Roux-en-Y-Technik.
  • Magenentleerungsstörung (Gastroparese): Verlangsamte oder gestörte Magenentleerung nach dem Eingriff.
  • Blutungen: Intra- oder postoperative Blutungen an der Anastomosenstelle.
  • Infektionen und Abszesse: Entzündliche Komplikationen im Bauchraum.
  • Marginalulzera: Geschwüre an der Anastomosenstelle, insbesondere nach bariatrischen Eingriffen.

Nachsorge und Erholung

Nach der Operation erfolgt ein schrittweiser Kostaufbau, beginnend mit klaren Flüssigkeiten, danach weicher Kost und schließlich normaler Ernährung, je nach Verträglichkeit. Regelmäßige Nachsorgeuntersuchungen, gegebenenfalls endoskopische Kontrollen der Anastomose sowie bei bariatrischen Patienten eine engmaschige ernährungsmedizinische Betreuung sind wichtige Bestandteile der Nachsorge. Patienten nach bariatrischen Magenbypass-Operationen benötigen lebenslang eine gezielte Substitution von Vitaminen und Mineralstoffen.

Quellen

  1. Siewert, J. R. & Holzheimer, R. G. (Hrsg.) – Chirurgie. Springer Medizin Verlag, 8. Auflage.
  2. Wittgrove, A. C. & Clark, G. W. – Laparoscopic Gastric Bypass, Roux-en-Y: 500 Patients. Obesity Surgery, 2000.
  3. World Health Organization (WHO) – Cancer: Palliative Care. WHO Technical Report, verfuegbar unter: https://www.who.int/news-room/fact-sheets/detail/palliative-care

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